Examensarbeit, 2005
33 Seiten, Note: sehr gut
Einleitung
1 Stoffliche Suchtmittel (Historie, Konsumarten, Wirkungen)
Kokain
Hanf
Heroin
1.1 Definitionen
Missbrauch
Sucht
Abhängigkeit
Opioidentzugssyndrom nach ICD-10
1.2 Entstehungskonzepte der Substanzabhängigkeit
Persönlichkeitspsychologische Konzepte
Psychiatrische Konzepte
Psychoanalytische Konzepte
Sozialpsychologische Konzepte
Modell der Risikofaktoren
Das Trias Konzept
1.3 Gesellschaftliche Aspekte und psychosoziale Folgen einer Abhängigkeitserkrankung
2 Was ist psychiatrische Pflege
2.1 Was ist Bezugspflege
2.2 Vorrausetzungen für die Bezugspflege
2.3 Die Psychodynamische Krankenpflege nach Hildegard Peplau als Grundstein der Bezugspflege
Die vier Phasen der Beziehungsgestaltung
Die sechs Rollen des Pflegenden
3 Möglichkeiten der Bezugspflege im Stationsalltag auf einer Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung abhängigkeitserkrankter Menschen
4 Grenzen der Bezugspflege im Stationsalltag auf einer Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung abhängigkeitserkrankter Menschen
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Bezugspflege als zentrales Instrument der Beziehungsgestaltung bei der Behandlung schwer- und mehrfachabhängiger Menschen im Rahmen einer stationären Entzugsbehandlung.
3 Möglichkeiten der Bezugspflege im Stationsalltag auf einer Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung abhängigkeitserkrankter Menschen
Nun möchte ich zum Hauptteil dieser Arbeit kommen, welcher sich mit der Verwendung der Bezugspflege als Teil der Beziehungsgestaltung zwischen Pflegendem und Patient auf einer Station zur akuten Drogenentgiftung beschäftigt. Ein Bezugspflegesystem ordnet Menschen (Pflegepersonen), Menschen (Patienten) zu. Die Bezugspflege ermöglicht, dass jeder Patient unabhängig von seiner Attraktivität, eine oder mehrere Bezugspersonen erhält. Die Bezugspflegeperson sollte idealerweise für alle Bereiche und alle Krankheits- und Lebensaspekte des Patienten Ansprechpartner sein und deckt alle Aktivitäten des täglichen Lebens ab. Sie orientiert sich am Pflegeprozess und bedient sich der Hilfsmittel der Pflegeplanung sowie den Pflegediagnosen.
Nachfolgend werden einige Möglichkeiten der Umsetzung von Bezugspflege im Umfeld einer geschlossenen Entzugsstation benannt. Einige Patienten waren bis zu vierzig Male in Entgiftungen. Auch in den Jahren meiner Arbeit mit drogenabhängigen Menschen habe ich viele der Patienten oftmals wiederholt zur Entgiftung auf der Station betreut. Im Rahmen der Bezugspflege bietet sich hier die Möglichkeit, eine Beziehung zu dem Patienten auf zu nehmen, welche auch beim nächsten Aufenthalt auf der Station weiter besteht bzw. wieder aufgenommen werden kann. Der Erfahrung nach, ist es außerordentlich schwierig, mit Patienten, die an einer Suchterkrankung leiden und zur Entgiftung auf die Station kommen, eine Beziehung auf zu nehmen und zu gestalten.
Oftmals kommen Patienten auf die Station, welche in den Monaten oder Jahren vor ihrer Aufnahme auf der Strasse gelebt haben und im Rahmen ihres sozialen Umfeldes (Drogenszene) massiv negative Erfahrungen mit Kontakten und Beziehungen zu anderen Menschen gemacht haben. Nicht selten ist auch die „natürlich vorgegebene“ Beziehung zur Familie abgebrochen. Gelernte Verhaltensmuster erschweren die offene Kontaktaufnahme. Hauptziel einer Kontaktaufnahme in diesem Rahmen muss es meiner Meinung nach sein, die bestehende Hürde der illegalen Subkultur des Drogenmilieus durch eine offene, direkte und emphatische Ansprache etwas abzubauen und dem Patienten die Möglichkeit zu einer persönlichen Öffnung zu geben.
Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung, die Möglichkeiten und Grenzen der Bezugspflege in der spezialisierten Suchtbehandlung zu untersuchen.
1 Stoffliche Suchtmittel (Historie, Konsumarten, Wirkungen): Überblick über relevante Suchtmittel, theoretische Entstehungsmodelle von Abhängigkeit sowie gesellschaftliche Auswirkungen.
2 Was ist psychiatrische Pflege: Definition psychiatrischer Pflege und Einführung in das Konzept der Bezugspflege sowie die Pflegetheorie von Hildegard Peplau als Basis.
3 Möglichkeiten der Bezugspflege im Stationsalltag auf einer Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung abhängigkeitserkrankter Menschen: Detaillierte Darstellung von elf verschiedenen Bezugspflegebereichen im therapeutischen Alltag.
4 Grenzen der Bezugspflege im Stationsalltag auf einer Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung abhängigkeitserkrankter Menschen: Analyse der systemischen und persönlichen Hürden sowie der Gefahr von Überidentifikation und Burnout.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der aktuellen Situation in der Entzugsbehandlung und Plädoyer für eine kontinuierliche, beziehungsorientierte Pflege.
Bezugspflege, Suchtbehandlung, psychiatrische Pflege, Hildegard Peplau, Entzugsstation, Drogenabhängigkeit, therapeutische Beziehung, Ressourcenorientierung, Pflegeprozess, Suchtdruck, Psychodynamik, Empowerment, Suchthilfe, Motivation, Interaktion.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und den spezifischen Herausforderungen der Bezugspflege im klinischen Kontext einer geschlossenen Station für Drogenentzug.
Die zentralen Felder sind die professionelle Beziehungsgestaltung, der Umgang mit Suchtdruck bei Patienten und die theoretische Fundierung durch das Pflegemodell von Peplau.
Ziel ist es, das Instrument der Bezugspflege in all seinen Möglichkeiten und Grenzen bei abhängigkeitserkrankten Menschen kritisch zu untersuchen.
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus fachliterarischer Analyse, theoretischen Pflegemodellen und seiner vierjährigen beruflichen Erfahrung als Krankenpfleger auf einer Entzugsstation.
Im Hauptteil werden elf Bereiche der Bezugspflege definiert, darunter ressourcenorientierte, edukative, konfrontative und empathische Ansätze im Stationsalltag.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Bezugspflege, Suchtdruck, Beziehungsgestaltung, Entzugsbehandlung und psychodynamische Pflege.
Peplau dient als theoretischer Grundpfeiler, da ihr Modell der Beziehungsgestaltung (Orientierung, Identifikation, Nutzung, Ablösung) besonders geeignet ist, die komplexe Dynamik zwischen Pflegendem und Suchtkranken zu strukturieren.
Es besteht unter anderem die Gefahr der emotionalen Erschöpfung (Burnout), von Spaltungstendenzen im Team sowie der Überidentifikation des Pflegenden mit der Rolle des Fürsprechers.
Der Autor argumentiert, dass Konfrontation nur dann erfolgreich sein kann, wenn bereits eine tragfähige, vertrauensvolle emotionale Bindung zwischen Bezugspfleger und Patient besteht; andernfalls führt sie zu Abwehr und Abbruch der Behandlung.
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