Masterarbeit, 2016
201 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Zentrale Fragestellungen
2 Allgemeine Begriffsbestimmungen und rechtliche Darlegung
2.1 Formen der Sterbehilfe und allgemeine Begriffsbestimmungen
2.1.1 Sterbehilfe
2.1.1.1 Passive Sterbehilfe
2.1.1.2 Aktive Sterbehilfe
2.1.2 Palliative Care
2.1.3 Suizid
2.1.3.1 Affektsuizid
2.1.3.2 Bilanzsuizid
2.1.4 Beihilfe zum Suizid
2.1.5 Sterbefasten
2.1.6 Selbstbestimmung, Freiverantwortlichkeit, Urteilsfähigkeit
2.2 Rechtliche Grundlagen zur Sterbehilfe in der Schweiz und Deutschland
2.2.1 Deutschland
2.2.1.1 Strafrechtliche Betrachtung
2.2.1.2 Standesrechtliche Regelungen zur Suizidbeihilfe
2.2.2 Schweiz
2.2.2.1 Strafrechtliche Betrachtung
2.2.2.2 Standesrechtliche und normative Regelungen zur Suizidbeihilfe
3 Methodik zur Umsetzung
3.1 Literaturanalyse
3.2 Explorative Experteninterviews
3.2.1 Leitfaden und Frageformulierungen
3.2.2 Expertenauswahl und Interviewanfrage
3.2.3 Durchführung und Auswertung
3.2.4 Güte- und Qualitätskriterien
3.2.5 Ergebnisse der Experteninterviews
4 Organisierte Sterbehilfeorganisationen
4.1 EXIT
4.2 DIGNITAS
4.3 lifecircle und die Stiftung Eternal SPIRIT
4.4 Sterbehilfe Deutschland e.V. (StHD)
4.5 EX International
4.6. Zusammenfassung & Überblick Sterbehilfeorganisationen
4.7 Freitodbegleitung
4.7.1 Voraussetzungen
4.7.2 »Provisorisches grünes Licht« und Durchführung
4.8 Kritik am Procedere
5 Organisierte Sterbehilfe als neue Sterbekultur?
5.1 Folgen von Suizid und Suizidversuchen
5.2 Grenzen der palliativen Versorgung
5.3 Das Recht auf den selbstbestimmten würdigen Tod
5.4 Kommerzialisierung und Dammbruchargumente
5.5 Letzte Reise mit dem Ziel Schweiz – Phänomen „Sterbetourismus“
6 Kritische Diskussion
7 Ergebnis und eigene Stellungnahme
Das Ziel der Masterarbeit ist die Erarbeitung eines umfassenden Bildes der aktuellen Rechtslage in Bezug auf Sterbehilfe, Suizid und Suizidbegleitung in der Schweiz und Deutschland. Zudem werden die Organisationen, die Freitodbegleitung anbieten, sowie die ethischen und ökonomischen Aspekte im Kontext der organisierten Sterbehilfe analysiert.
2.1.3 Suizid
Suizid ist die Bezeichnung für eine Handlung, durch die ein Mensch sein Leben absichtlich beendet. Gebräuchlich sind auch die Begriffe Freitod, Selbsttötung, Selbstmord und die Differenzierung in Bilanz- und Affektsuizide, was in der Literatur, psychiatrischen Fachwelt und Rechtsprechung jedoch kritisch diskutiert wird. Der Begriff des Suizids und der Selbsttötung stellen eine neutrale Bezeichnung dar, mit dem Freitod hingegen wird eine eher positive Bewertung der Handlung suggeriert und der inhaltlich nicht korrekte Begriff des Selbstmords suggeriert eine negative Wertung.
Gesellschaftlich wird der Freitod als eine Handlung interpretiert, die aus freien und überlegten Willen erfolgte und das Resultat der Wahl zwischen dem Weiterleben oder Sterben und damit Ausdruck der Selbstbestimmung des Menschen über sein Leben ist. Wissenschaftlich wird diese Sichtweise stark kritisiert, da ein Suizid zwar durchaus im Besitz der vollen persönlichen Entscheidungsfähig und -willigkeit erfolgen kann, der weitaus größere Teil der Suizidenten jedoch durch psychosoziale Störungen oder Krankheit unterschiedlichster Couleur in Hinblick auf die Wahrnehmung, das Denken, Fühlen und Handeln eingeengt und damit in der Freiheit zur Entscheidung deutlich beeinflusst und eingeschränkt ist.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kontroverse Debatte über Selbstbestimmung am Lebensende und die rechtliche Situation in Deutschland und der Schweiz.
2 Allgemeine Begriffsbestimmungen und rechtliche Darlegung: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe der Sterbehilfe und erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und der Schweiz.
3 Methodik zur Umsetzung: Hier wird der methodische Ansatz der Arbeit dargelegt, der eine umfangreiche Literaturanalyse und explorative Experteninterviews umfasst.
4 Organisierte Sterbehilfeorganisationen: Das Kapitel bietet eine detaillierte Untersuchung verschiedener Sterbehilfeorganisationen hinsichtlich ihrer Struktur, Zielsetzung und Finanzierung.
5 Organisierte Sterbehilfe als neue Sterbekultur?: Diese Untersuchung analysiert, ob organisierte Sterbehilfe eine neue Sterbekultur darstellt und geht dabei auf ethische und ökonomische Argumente ein.
6 Kritische Diskussion: Eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Gesetzeslage und den damit verbundenen Debatten im deutschsprachigen Raum.
7 Ergebnis und eigene Stellungnahme: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und äußert eine eigene fundierte Meinung zur Zukunft der Sterbehilfe.
Sterbehilfe, Suizid, Freitodbegleitung, Selbstbestimmung, Lebensende, Palliativmedizin, Sterbetourismus, Sterbehilfeorganisationen, Ethik, Recht, Deutschland, Schweiz, Patientenverfügung, Urteilsfähigkeit, Suizidprävention.
Die Arbeit analysiert die Praxis der organisierten Freitodbegleitung durch Sterbehilfeorganisationen in der Schweiz und deren Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft und Politik.
Zentrale Themen sind die rechtlichen Grundlagen der Sterbehilfe, die verschiedenen Formen der Suizidhilfe, die Motivation der Organisationen sowie die ethische Einordnung der finanziellen Forderungen.
Die Arbeit untersucht u.a., welchen Einfluss die organisierte Freitodbegleitung auf die Liberalisierung des Bilanzsuizids hat und wie finanzielle Aspekte in den Kontext caritativen Handelns einzuordnen sind.
Die Autorin kombiniert eine umfassende Literaturanalyse mit qualitativen, explorativen Experteninterviews, um tiefergehende Einblicke in die Tätigkeit der Sterbehilfevereine zu gewinnen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung von Organisationen wie EXIT und DIGNITAS, deren Arbeitsweise, Finanzierung sowie der kritischen Diskussion um den sogenannten Sterbetourismus.
Neben Begriffen wie Sterbehilfe und Suizid prägen Begriffe wie Selbstbestimmung, Palliative Care, Sterbetourismus und die juristische Differenzierung zwischen verschiedenen Sterbehilfeformen die Arbeit.
Die befragten Experten ordnen die hohen Kosten meist als notwendige professionelle Aufwandsentschädigung ein und verneinen eine primäre Gewinnabsicht.
Die nationalsozialistische Vergangenheit und die damit verbundene Belastung des Sterbehilfe-Begriffs sind laut den Experten wesentliche Faktoren für die strikte Ablehnung durch die deutsche Politik.
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