Diplomarbeit, 2005
92 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1. PROBLEMSTELLUNG
1.2. GANG DER UNTERSUCHUNG
2 Instrumente der Bilanzpolitik
2.1. SACHVERHALTSGESTALTUNG
2.2. SACHVERHALTSABBILDUNG
2.2.1. Instrumente der Sachverhaltsabbildung
2.2.2. Offene Wahlrechte
2.2.3. Verdeckte Wahlrechte und Ermessensspielräume
2.2.4. Verdeckte Wahlrechte und Ermessensspielräume als bilanzpolitisches Instrumente
3 Verdeckte Ansatzwahlrechte
3.1. SELBST GESCHAFFENE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
3.1.1. Aktivierungskriterien für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte
3.1.1.1. Aktivierungskriterien für immaterielle Vermögenswerte
3.1.1.2. Konkrete Ansatzkriterien für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte
3.1.2. Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial des IAS 38
3.1.3. Kritische Betrachtung des IAS 38 anhand von ausgewählten Jahresabschlüssen
3.2. AKTIVE LATENTE STEUERN
3.2.1. Aktivierungskriterien für aktive latente Steuern
3.2.1.1. Grundkonzeption latenter Steuern nach IFRS
3.2.1.2. Aktivierungskriterien für aktive latente Steuern
3.2.2. Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge
3.2.3. Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial von aktiven latenten Steuern
3.2.4. Kritische Betrachtung anhand von ausgewählten Jahresabschlüssen
4 Verdeckte Bewertungswahlrechte
4.1. LANGFRISTIGE FERTIGUNGSAUFTRÄGE
4.1.1. Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge nach der Percentage-of-Completion-Methode
4.1.2. Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial des IAS 11.23
4.1.3. Kritische Betrachtung anhand von ausgewählten Jahresabschlüssen
4.2. FINANZINSTRUMENTE
4.2.1. Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
4.2.2. Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial von Finanzinstrumenten
4.2.3. Kritische Betrachtung des IAS 39 in Jahresabschlüssen
4.3. FINANZINVESTITIONEN IN IMMOBILIEN
4.3.1. Klassifizierung von Grundstücken und Gebäuden
4.3.2. Bewertung von Grundstücken und Gebäuden
4.3.3. Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial von Finanzinvestitionen in Immobilien
4.3.4. Kritische Betrachtung anhand von ausgewählten Jahresabschlüssen
5 Verdeckte Darstellungswahlrechte
5.1. EVENTUALSCHULDEN
5.1.1. Klassifizierung der Risiken der Eintrittswahrscheinlichkeiten
5.1.2. Darstellung von Eventualschulden im IAS/IFRS-Jahresabschluss
5.1.3. Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial von Eventualschulden
5.1.4. Kritische Betrachtung anhand von ausgewählten Jahresabschlüssen
5.2. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
5.2.1. Abgrenzung von Geschäftsfeldern nach IAS 14.26 – Chancen-Risiken-Profil
5.2.2. Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial der Segmentberichterstattung
5.2.3. Kritische Betrachtung anhand von ausgewählten Jahresabschlüssen
5.3. AUFGABE VON GESCHÄFTSBEREICHEN
5.3.1. Darstellung und Ausweis von aufgegebenen und zur Veräußerung gehalten klassifizierte Geschäftsbereichen im IAS/IFRS-Jahresabschluss
5.3.2. Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial bei der Aufgabe von Geschäftsbereichen
5.3.3. Kritische Betrachtung anhand des Jahresabschlusses 2003 der TUI AG
6 Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Darstellung der sogenannten "verdeckten Wahlrechte" sowie der Ermessensspielräume innerhalb der IAS/IFRS-Rechnungslegung. Die Forschungsfrage widmet sich der Identifikation jener bilanzpolitischen Gestaltungspotenziale, die über die im HGB bekannten Möglichkeiten hinausgehen, und beleuchtet, wie das Management diese Freiräume zur Steuerung des Jahresergebnisses und zur Einflussnahme auf die Wahrnehmung des Unternehmens durch Bilanzadressaten nutzt.
3.1.1.1. Aktivierungskriterien für immaterielle Vermögenswerte
Zu den verdeckten Ansatzwahlrechten zählt neben der Aktivierung latenter Steuern die Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögenswerte.
In IAS 38 wird geregelt, wie immaterielle Vermögenswerte (intangible assets), mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, in der Bilanz zu behandeln ist.
Die Ansatzkriterien für immaterielle Vermögenswerte, welche gleichermaßen erfüllt werden müssen, werden ausdrücklich in IAS 38.7-17 und IAS 38.19-55 genannt. IAS 38.7 definiert einen immateriellen Vermögenswert als identifizierbaren, nicht monetären Vermögenswert ohne physische Substanz, der für die Herstellung von Erzeugnissen oder die Erbringung von Dienstleistungen, die Vermietung an Dritte zum Zwecke der eigenen Verwaltung genutzt wird. Nach IAS 38.19 ist ein immaterieller Vermögenswert nur dann anzusetzen, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus dem Vermögenswerte zufließt und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes verlässlich bewertet werden können.
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung und des Untersuchungsziels bezüglich bilanzpolitischer Gestaltungsspielräume nach IAS/IFRS im Vergleich zum HGB.
2 Instrumente der Bilanzpolitik: Systematische Einordnung und Erläuterung der verschiedenen bilanzpolitischen Instrumente, insbesondere der Differenzierung zwischen Sachverhaltsgestaltung und Sachverhaltsabbildung.
3 Verdeckte Ansatzwahlrechte: Detaillierte Untersuchung der Aktivierungskriterien für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte und latente Steuern sowie deren bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial.
4 Verdeckte Bewertungswahlrechte: Analyse der Bewertungsspielräume bei langfristigen Fertigungsaufträgen, Finanzinstrumenten und Finanzinvestitionen in Immobilien nach IAS/IFRS.
5 Verdeckte Darstellungswahlrechte: Erörterung der Ermessensspielräume bei Eventualschulden, der Segmentberichterstattung und der Darstellung aufgegebener Geschäftsbereiche im Jahresabschluss.
6 Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass die IAS/IFRS trotz geringerer expliziter Wahlrechte ein erhebliches Maß an verdeckten Spielräumen bieten, die eine aktive Bilanzpolitik ermöglichen.
Bilanzpolitik, IAS/IFRS, verdeckte Wahlrechte, Ermessensspielräume, Ansatzwahlrechte, Bewertungswahlrechte, Darstellungswahlrechte, immaterielle Vermögenswerte, latente Steuern, Finanzinstrumente, Segmentberichterstattung, Jahresabschlussanalyse, Ergebnissteuerung, Konzernabschluss, DAX-Unternehmen.
Die Arbeit untersucht das bilanzpolitische Gestaltungspotenzial, das sich durch verdeckte Wahlrechte und Ermessensspielräume innerhalb der internationalen Rechnungslegung nach IAS/IFRS für deutsche Unternehmen ergibt.
Die zentralen Felder umfassen verdeckte Ansatz-, Bewertungs- und Darstellungswahlrechte, wie sie beispielsweise bei immateriellen Werten, Finanzinstrumenten, latenten Steuern und in der Segmentberichterstattung auftreten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die IAS/IFRS entgegen der Annahme einer hohen Objektivität über eine nicht unbedeutende Anzahl verdeckter Wahlrechte verfügen, die dem Management Spielräume für eine gezielte Bilanzpolitik bieten.
Die Untersuchung erfolgt durch eine systematische Analyse der IAS/IFRS-Standards sowie durch eine kritische Betrachtung ausgewählter (Konzern-)Jahresabschlüsse namhafter DAX-Unternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ansatzwahlrechten (Kapitel 3), Bewertungswahlrechten (Kapitel 4) und Darstellungswahlrechten (Kapitel 5), wobei jeweils die theoretischen Grundlagen erläutert und an realen Unternehmensbeispielen kritisch reflektiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bilanzpolitik, IAS/IFRS, verdeckte Wahlrechte, Ermessensspielräume, Ergebnissteuerung und Transparenz der Rechnungslegung beschreiben.
Da die Aktivierungskriterien für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte laut Autor als unscharf und schwer objektivierbar gelten, kann das Management durch subjektive Schätzungen entscheiden, ob Entwicklungskosten aktiviert oder als Aufwand verbucht werden, was das Ergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung maßgeblich beeinflusst.
Sie ist problematisch, da das Management durch die Art der Abgrenzung von Geschäftsfeldern oder Regionen die wahrgenommene Performance einzelner Bereiche steuern kann, insbesondere wenn die gewählten Segmente nicht homogen sind oder die Zuordnung von zentralen Unternehmensaufwendungen vage erfolgt.
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