Bachelorarbeit, 2015
67 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung in das Thema
1.1. Forschungsstand
1.2. Vorgehen
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Second-Order National Election
2.2. Europäische Parlamentswahlen eine Second-Order National Election
2.3. Spitzenkandidaten als Gegenmaßnahme
3. Spitzenkandidaten
3.1. Einführung europäischer Spitzenkandidaten
3.2. Erwartungen an die europäischen Spitzenkandidaten
3.2.1. Personalisierung
3.2.2. Europäischer Wahlkampf
3.2.3. Aufmerksamkeit in den Medien
3.2.4. Stärkung der Wählerentscheidung
3.3. Wahlkampf der Spitzenkandidaten
4. Medien
4.1. Medien als Medium
5. Methodik
5.1. Methodik I
5.2. Methodik II
6. Medienanalyse
6.1. Themenverteilung Staaten
6.1.1. Themenverteilung Deutschland
6.1.2. Themenverteilung Luxemburg
6.1.3. Themenverteilung Irland
6.1.4. Themenverteilung Österreich
6.1.5. Themenverteilung Allgemeiner Vergleich
6.2. Berichterstattung mit nationalen Bezug
6.3. Inhaltliche Berichterstattung über die Spitzenkandidaten
6.3.1. Inhaltliche Berichterstattung Deutschland
6.3.2. Inhaltliche Berichterstattung Luxemburg
6.3.3. Inhaltliche Berichterstattung Irland
6.3.4. Inhaltliche Berichterstattung Österreich
6.3.5. Inhaltliche Berichterstattung Allgemeiner Vergleich
6.4. Berichterstattung zu den einzelnen Spitzenkandidaten
6.4.1. Deutschland
6.4.2. Luxemburg
6.4.3. Irland
6.4.4. Österreich
6.4.5. Spitzenkandidaten in allen Ländern
7. Ergebnisse
7.1. Vergleich: Themen
7.2. Vergleich: Berichterstattung mit nationalen Bezug
7.3. Vergleich: Inhaltliche Berichterstattung über die Spitzenkandidaten
7.4. Vergleich: Spitzenkandidaten
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede in der Medienberichterstattung über die europäischen Spitzenkandidaten bei der Europawahl 2014 in vier ausgewählten EU-Mitgliedstaaten. Ziel ist es zu analysieren, ob die Einführung dieser Kandidaten den Charakter der Europawahl als "Wahl zweiter Ordnung" verändern konnte und inwiefern nationale Herkunft sowie Wahlkampfaktivitäten die mediale Präsenz beeinflussten.
1. Einleitung in das Thema
Mit der Einführung von Spitzenkandidaten bei den Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) wurde 2014 erstmalig der Versuch unternommen, den europäischen Parteienfamilien ein Gesicht zu geben und so den Wählenden ein Gefühl von Sichtbarkeit sowie eine stärkere Mitbestimmung bei der Besetzung des Postens des Kommissionspräsidenten zu verschaffen.
Insgesamt sinkt, wenn man die Wahlbeteiligung zu Grunde legt, das Interesse gegenüber der Europäischen Union immer weiter, wodurch auch ihre Legitimation immer weiter schwindet (Harrison und Bruter 2015:167). So haben bei der ersten EP-Wahl 1979 immerhin 62 Prozent der Wählenden ihre Stimme abgegeben, bei der EP-Wahl 2014 lag die Wahlbeteiligung allerdings nur noch bei 43 Prozent. Um diesem Abwärtstrend und dem Desinteresse der Bürger entgegenzuwirken, wurde mit der Einführung europäischer Spitzenkandidaten eine Form geschaffen, welche den Parteien nicht nur ein Gesicht geben, sondern auch den Wahlkampf auf eine europäische Ebene heben sollte.
1. Einleitung in das Thema: Hinführung zur Problematik des abnehmenden Interesses an Europawahlen und Vorstellung der Fragestellung bezüglich der Berichterstattung über Spitzenkandidaten.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung des Second-Order Election (SOE) Konzepts von Reif und Schmitt als theoretischer Rahmen zur Einordnung der Europawahlen.
3. Spitzenkandidaten: Diskussion der Erwartungen an die Spitzenkandidaten hinsichtlich Personalisierung, Wahlkampf und Stärkung der Wählerentscheidung.
4. Medien: Einordnung der Medien als Vermittler zwischen EU und Bürgern und Analyse der Bedeutung von Berichterstattung für die europäische Öffentlichkeit.
5. Methodik: Darlegung der qualitativen Medienanalyse-Methodik zur Untersuchung von Zeitungsartikeln in den vier Zielländern.
6. Medienanalyse: Präsentation der Untersuchungsergebnisse zu Themenverteilung, nationalem Bezug und der Berichterstattung über Spitzenkandidaten auf Staats- und Einzelebene.
7. Ergebnisse: Synthese und Interpretation der erhobenen Daten im Vergleich der Länder und im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Auswirkungen der Spitzenkandidaten-Strategie.
Europawahl, Spitzenkandidaten, Second-Order Election, Medienanalyse, Politische Kommunikation, EU-Integration, Wahlkampf, Personalisierung, Europäische Öffentlichkeit, Medienberichterstattung, Deutschland, Luxemburg, Irland, Österreich.
Die Arbeit analysiert die Medienberichterstattung über europäische Spitzenkandidaten bei der Wahl zum Europäischen Parlament 2014 in vier ausgewählten EU-Mitgliedstaaten.
Im Zentrum stehen die Themen der Europawahlen, die Rolle der Medien bei der Europäisierung von Diskursen sowie das Verhalten der Spitzenkandidaten im Wahlkampf.
Die zentrale Frage lautet: "Welche Unterschiede gibt es in der Berichterstattung zu den europäischen Spitzenkandidaten in den untersuchten Ländern?"
Es wurde eine qualitative Medienanalyse von sieben ausgewählten Tageszeitungen in den vier Ländern über einen Zeitraum von drei Wochen vor der Wahl durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (SOE-Modell), eine Analyse der Erwartungen an Spitzenkandidaten und die detaillierte empirische Auswertung der medialen Berichterstattung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spitzenkandidaten, Second-Order Election, Medienanalyse, Europawahl und Personalisierung geprägt.
Die Untersuchung zeigt deutlich, dass in den Herkunftsländern eines Spitzenkandidaten signifikant häufiger und intensiver über diesen berichtet wurde als in den anderen untersuchten Ländern.
Ja, die Ergebnisse stützen die Annahme, dass die Europawahl auch 2014 weiterhin stark national geprägt blieb, auch wenn durch die Spitzenkandidaten Ansätze zur Personalisierung erkennbar waren.
Nein, die Analyse zeigt, dass Medien deutlich stärker über den Wahlkampfprozess und die Personen der Kandidaten berichteten als über ihre konkreten politischen Inhalte und Programme.
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