Masterarbeit, 2017
73 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Adoptionen in Deutschland
2.1. Geschichtliche Entwicklung der Adoption
2.2. Gesetzesgrundlage der Adoption
2.3. Das Haager Adoptionsübereinkommen
3. Pflegekinderwesen
3.1. Geschichtliche Entwicklung des Pflegekinderwesens
3.2. Gesetzesgrundlage des Pflegekinderwesens
4.1. Formen der Adoption und Pflegschaft
4.1.1. Offene Adoption
4.1.2. Inkognito Adoption
4.1.3. Halboffene Adoption
4.1.4. Kurzzeitpflege
4.1.5. Vollzeitpflege auf Zeit
4.1.6. Vollzeitpflege auf Dauer
4.1.7. Bereitschaftspflege
4.2. Adoptionsvermittlungsstelle
5. Die unterschiedlichen Systeme im Prozess der Adoption und Pflege
5.1. Kinderlose Paare
5.1.1. Ungewollte Kinderlosigkeit
5.1.2. Option: Medizinische Behandlungen bei Kinderlosigkeit
5.1.3. Option: Adoption und Pflegschaft
5.1.4. Option: Leben ohne Kind
5.2. Abgebende Eltern
5.3. Das Jugendamt / die Adoptionsvermittlungsstelle
6. Adoptivkinder und Pflegekinder
6.1. Traumata
6.2. Hospitalismus / Deprivation
6.3. Das Fetale Alkohol Syndrom (FAS)
6.4. Störungen des Sozialverhaltens
7. Begleitete Umgänge
8. Die Bindungstheorie
8.1. Die Bindungsforschung nach Bowlby und Ainsworth
8.2. Vorgeburtliche Einflüsse
8.3. Bindungstheorie und Systemische Therapie / Familiensystemtheorie
8.4. Chancen für die (Systemische) Beratung
9. Systemische Beratung im Kontext von Adoption und Pflegschaft
9.1. Systemische Theorie und Kommunikation
9.2. Allparteilichkeit und Neutralität
9.3. Systemische Haltung und das Drei – Ebenen - Modell
10. Systemische Methoden
10.1. Die Zeitlinie
10.2. Die Genogrammarbeit
10.3. Die Biografiearbeit mit Kindern
10.4. Die Systemische Methodenvielfalt
11. Fazit
Diese Arbeit analysiert die Komplexität von Adoptionen und Pflegschaften in Deutschland aus einer systemischen Perspektive. Ziel ist es, Möglichkeiten und Chancen einer hochprofessionellen systemischen Beratung aufzuzeigen, die alle beteiligten Akteure – insbesondere die Kinder sowie abgebende und annehmende Familien – in ihren jeweiligen Systemen unterstützt und fördert.
10.1. Die Zeitlinie
Die Methode der Zeitlinie (Timeline) bietet eine gute Möglichkeit für Klienten sich mit ihrer eigenen Biografie auseinander zu setzen. In der Regel wird diese Methode mit einer Person durchgeführt, sie kann aber auch mit Paaren oder Teams (in der Organisationsberatung) durchgeführt werden.
Im Folgenden wird die Vorgehensweise mit einer Person beschrieben.
Die Arbeit mit der Zeitlinie ist in aller Regel eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie der Klientin. Nicht nur für sie, auch für die Beraterin kann diese Methode sehr herausfordernd sein, ausreichend Zeit, Ruhe und eine wohlige Atmosphäre sind dabei wichtig. Bei der Arbeit an der Zeitlinie begleitet die Beraterin die Klientin Schritt für Schritt. Diese Tatsache erlaubt es ihr, gemeinsam mit ihr auf eine „Reise“ in die Vergangenheit und in die Zukunft der Klientin zu gehen.
Bei der praktischen Durchführung sucht sich die Klientin zuerst je eine Richtung aus welche für die Zukunft und für die Vergangenheit steht. Sind diese Punkte gewählt, kann man die Zeitlinie zwischen beiden Punkten markieren. Hier eignet sich gut eine Schnur, diese muss nicht zwingend gerade liegen.
Als nächstes sucht sich die Klientin einen Punkt aus welcher für die Gegenwart steht. Diesen markiert sie an der Linie. Weiter wird ein neutraler Punkt markiert. Dieser neutrale Punkt wird nicht an der Zeitlinie sondern abseits dieser, irgendwo im Raum, markiert. Dieser neutrale Punkt dient dazu, jederzeit die Zeitlinie verlassen zu können, um sich auf einen „sicheren Ort“ von der Linie zu distanzieren. Überkommen die Klientin starke Gefühle kann sie diesen „sicheren Ort“ aufsuchen und die Zeitlinie von der Außenperspektive betrachten (vgl. Schindler in: Levold / Wirsching 2014, 249).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz von Adoptionen und Pflegschaften in Deutschland und stellt die systemische Fragestellung nach professioneller Beratungsarbeit für diese Zielgruppen in den Fokus.
2. Adoptionen in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Adoptionswesens von der Antike bis zur modernen Gesetzgebung sowie die zentralen rechtlichen Rahmenbedingungen wie das Adoptionsvermittlungsgesetz.
3. Pflegekinderwesen: Hier wird der historische Wandel der Pflegekinderhilfe beschrieben, vom bloßen Familienersatz hin zur heutigen Unterstützung durch das SGB VIII.
4.1. Formen der Adoption und Pflegschaft: Es erfolgt eine detaillierte Definition verschiedener Adoptions- und Pflegeformen, von der offenen Adoption bis hin zur Bereitschaftspflege.
5. Die unterschiedlichen Systeme im Prozess der Adoption und Pflege: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Akteure (kinderlose Paare, abgebende Eltern, Jugendamt) und ihre jeweiligen Motivationen und Aufträge innerhalb des Adoptions- und Pflegeprozesses.
6. Adoptivkinder und Pflegekinder: Der Fokus liegt auf den oft belasteten Biografien der Kinder sowie auf spezifischen Herausforderungen wie Traumata, Deprivation, FAS und Störungen des Sozialverhaltens.
7. Begleitete Umgänge: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen begleiteter Umgangskontakte und deren Bedeutung für die Aufrechterhaltung von Beziehungen zwischen leiblichen Eltern und Kindern.
8. Die Bindungstheorie: Dieses Kapitel verknüpft die Grundlagen der Bindungsforschung nach Bowlby und Ainsworth mit den Anforderungen an eine systemische Beratung bei Adoptiv- und Pflegekindern.
9. Systemische Beratung im Kontext von Adoption und Pflegschaft: Es wird erörtert, wie systemische Theorie, Kommunikation und Haltung – insbesondere Allparteilichkeit und Neutralität – in der Beratung von Familiensystemen konkret angewendet werden können.
10. Systemische Methoden: Der Autor stellt praxiserprobte systemische Interventionsmethoden vor, darunter die Zeitlinienarbeit, das Genogramm und die Biografiearbeit mit Kindern.
11. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine professionelle systemische Beratung durch ihre multiperspektivische Haltung einen wertvollen Beitrag zur Unterstützung von Adoptions- und Pflegeverhältnissen leisten kann.
Adoption, Pflegschaft, Systemische Beratung, Bindungstheorie, Kindeswohl, Jugendamt, Genogrammarbeit, Zeitlinie, Biografiearbeit, Traumata, Deprivation, Familienberatung, Eltern-Kind-Beziehung, Familiensysteme, Adoptionsvermittlungsgesetz.
Die Masterarbeit befasst sich mit den Aspekten, Möglichkeiten und Chancen der systemischen Beratung und Therapie für Adoptiv- und Pflegekinder sowie deren beteiligten Familien- und Helfersystemen.
Zentrale Schwerpunkte sind die geschichtlichen und gesetzlichen Grundlagen, die Bedeutung von Bindungserfahrungen, die systemische Haltung des Beraters sowie konkrete Methoden der systemischen Intervention.
Das Ziel ist es, einen professionellen Beratungsansatz für die hochkomplexen, emotionalen Prozesse einer Adoption oder Pflegschaft zu entwickeln und zu begründen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und verbindet bindungstheoretische Erkenntnisse mit systemischen Theorien und Methoden der psychotherapeutischen Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu den Akteuren, eine Analyse von Belastungsfaktoren der Kinder (wie Traumata oder Deprivation) sowie eine detaillierte Darstellung systemischer Methoden zur Bearbeitung dieser Themen.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Adoption, Pflegschaft, Systemische Beratung, Bindungstheorie und Kindeswohl beschreiben.
Die Arbeit arbeitet die Unterschiede heraus: Während die Bindungstheorie oft defizitorientiert und auf die Vergangenheit fokussiert ist, ist die systemische Beratung ressourcenorientiert und zukunftsorientiert; die Arbeit plädiert für eine Integration beider Ansätze.
Die Genogrammarbeit wird als essenzielles Werkzeug zur Visualisierung von Familienmustern und zur Identifikation von generationsübergreifenden Beziehungsstrukturen hervorgehoben.
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