Fachbuch, 2019
78 Seiten
1 Einleitung
2 Steuerliche Planungsrechnungen zur Werthaltigkeitsbegründung beim Ansatz aktiver latenter Steuern
2.1 Entstehung aktiver latenter Steuern
2.2 Werthaltigkeitsbewertung der Aktivüberhänge latenter Steuern mittels steuerlicher Planungsrechnungen
2.3 Ermittlungswege steuerlicher Planungsrechnungen
3 Begründung der Objektivitätsproblematik auf Grundlage einer empirischen Untersuchung der aktiven latenten Steuern in IFRS-Konzernabschlüssen
3.1 Überblick über bisherige positiv-empirische Untersuchungen
3.2 Hypothesenbildung
3.2.1 Hypothese 1: Entwicklungsabweichung der quartalweisen Abschlussinformationen
3.2.2 Hypothese 2: Nutzung aktiver latenter Steuern als Gewinngestaltungsinstrument
3.3 Stichprobe und Datenerhebung
3.4 Forschungsdesign
3.5 Hypothesenprüfung und Beantwortung der Forschungsfrage
3.5.1 Hypothesenprüfung
3.5.1.1 Prüfung der finanzwirtschaftlichen Hypothese
3.5.1.2 Prüfung der ertragswirtschaftlichen Hypothese
3.5.2 Beantwortung der Forschungsfrage
3.6 Mögliche Ursachen des Objektivitätsproblems
3.6.1 Ermittlungsfehler latenter Steuern und steuerlicher Planungsrechnungen
3.6.2 Gestaltungsabweichung: Bewusst Unterstellung von zu positiven bzw. negativen Planungen
3.6.3 Erwartungswertabweichung: Rückblickend erkennbar falsche Planwerte
4 Ausblick: Lösungswege zur Steigerung der Objektivität
4.1 Erfolgsneutrale Behandlung von latenten Steuern
4.2 Qualitative Anhangangaben zu Planungsrechnungen
4.3 Quantitative Anhangangaben zur Plausibilisierung von steuerlichen Planungen
4.3.1 Detaillierte Darstellung der Planungsrechnungen
4.3.2 Abweichungsanalyse der Planungsrechnungen
4.3.3 Plausibilisierung der Planungsrechnungen durch Kennzahlen
5 Schlussteil
Die Arbeit untersucht die Objektivitätsproblematik bei der Bilanzierung aktiver latenter Steuern in IFRS-Konzernabschlüssen. Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob dem Bilanzposten der aktiven latenten Steuern objektiv verlässlich eine Werthaltigkeit beigemessen werden kann, wobei die Rolle steuerlicher Planungsrechnungen als Gestaltungsinstrument im Mittelpunkt steht.
3.6.3 Erwartungswertabweichung: Rückblickend erkennbar falsche Planwerte
Bei der Erwartungswertabweichung liegt eine Differenz zwischen Plan- und Ist-Werten im Rahmen der steuerlichen Planungsrechnung vor. Nach IAS 10.7 i.V.m. IAS 10.9 (b) und (e) sind Ereignisse nach dem Stichtag hinsichtlich Fehlern und Wertminderungen bis zur Genehmigung der Veröffentlichung des Jahresabschlusses zu berücksichtigen. Eine Planabweichung wird regelmäßig erst nach der Genehmigung vorliegen, da steuerliche Planungen regelmäßig erst nach dem Stichtag und kurz vor Genehmigung aufgestellt werden. Eine abweichende Entwicklung nach Genehmigung der Veröffentlichung und die damit einhergehende Auswirkung auf die Höhe der latenten Steuern, kann dem Unternehmen nicht angelastet werden. Insoweit liegt in diesem Fall eine Objektivitätsproblematik im Zeitreihenvergleich vor. Diese ergibt sich aus dem inhärenten Risiko einer planungsbasierten und stichtagsbezogenen Bilanzierung.
Im Rahmen der ertragswirtschaftlichen Hypothese konnten Unternehmen identifiziert werden, bei denen eine Erwartungswertabweichung festgestellt werden konnte. Fehlende Anhangangaben führen jedoch dazu, dass keine Beurteilung darüber abgegeben werden kann, ob eine Gestaltungs- oder eine Erwartungswertabweichung vorliegt. Um der unzureichenden Informationsbasis entgegenzuwirken, werden im folgenden Ausblick Lösungswege dargestellt, die eine Objektivität verstärken und Unsicherheiten beim Adressaten abbauen können.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der aktiven latenten Steuern im IFRS-Konzernabschluss ein und begründet die Relevanz der Objektivitätsprüfung angesichts der vorhandenen Ermessensspielräume.
2 Steuerliche Planungsrechnungen zur Werthaltigkeitsbegründung beim Ansatz aktiver latenter Steuern: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen der Entstehung latenter Steuern und die zentrale Rolle der steuerlichen Planungsrechnungen für die Werthaltigkeitsbewertung.
3 Begründung der Objektivitätsproblematik auf Grundlage einer empirischen Untersuchung der aktiven latenten Steuern in IFRS-Konzernabschlüssen: Das Kapitel präsentiert eine empirische Studie zur quartalsweisen Berichterstattung, um zu prüfen, ob latente Steuern als bilanzpolitisches Instrument genutzt werden.
4 Ausblick: Lösungswege zur Steigerung der Objektivität: Hier werden Möglichkeiten zur Verbesserung der Transparenz diskutiert, insbesondere durch erweiterte qualitative und quantitative Anhangangaben zur Plausibilisierung von Steuerplanungen.
5 Schlussteil: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und stellt fest, dass eine objektive Werthaltigkeitsbewertung in Fällen von Bilanzpolitik oft nicht für Adressaten nachvollziehbar ist.
Aktive latente Steuern, IFRS-Konzernabschluss, Werthaltigkeitsprüfung, Steuerliche Planungsrechnung, IAS 12, Objektivität, Bilanzpolitik, Quartalsberichterstattung, Konzernsteuerplanung, Ertragswirtschaftliche Analyse, Finanzwirtschaftliche Hypothese, Jahresabschlussanalyse, Anhangangaben, Steueraufwand, Verlustvorträge.
Die Arbeit analysiert, ob der Bilanzposten der aktiven latenten Steuern in IFRS-Konzernabschlüssen objektiv und verlässlich werthaltig ist oder ob er als Spielball der Bilanzpolitik genutzt wird.
Die Publikation befasst sich mit der IAS-12-Bilanzierung, der Qualität steuerlicher Planungsrechnungen, der Nutzung von Gestaltungsmöglichkeiten bei Verlustvorträgen und der Transparenz im Konzernabschluss.
Ziel ist es, die Objektivitätsproblematik bei der Aktivierung latenter Steuern durch eine empirische Untersuchung auf Basis von Quartalsdaten zu ergründen und die Plausibilität der Werthaltigkeitsbegründung zu hinterfragen.
Es wird ein deskriptiver, empirischer Ansatz gewählt, der eine Zeitreihenanalyse von 800 Quartalsabschlüssen aus 50 DAX30- und SDAX-Unternehmen nutzt, ergänzt durch Korrelationsanalysen und Quartil-Vergleiche.
Im Hauptteil wird der theoretische Rahmen zur Entstehung latenter Steuern gelegt und anschließend das empirische Forschungsdesign zur Überprüfung zweier Hypothesen (Finanz- und ertragswirtschaftlich) detailliert ausgeführt.
Neben aktiven latenten Steuern sind die wichtigsten Begriffe Objektivität, Bilanzpolitik, IFRS, Werthaltigkeitsbewertung und die steuerliche Planung.
Quartalsdaten ermöglichen eine deutlich genauere Analyse von kurzfristigen Gestaltungseffekten als reine Jahresdaten, da sie Trends in der Ergebnisentwicklung und deren steuerliche Abbildung im Zeitverlauf besser sichtbar machen.
Die Arbeit identifiziert Ermittlungsfehler, bewusste Gestaltungsabweichungen durch das Management zur Ergebnisschönung sowie Erwartungswertabweichungen als potenzielle Ursachen, betont aber die Schwierigkeit, Manipulationen zweifelsfrei nachzuweisen.
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