Magisterarbeit, 2004
83 Seiten, Note: 1,5
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Großstadt Kairo im Werk von Nagib Mahfuz, einem bedeutenden arabischen Autor des 20. Jahrhunderts. Im Fokus steht die Relevanz von Mahfuz' Heimatstadt für die Interpretation seiner Werke und das Verhältnis seiner Texte zu den klassischen Werken der Großstadtliteratur. Die Arbeit analysiert, ob Mahfuz eine eigene Poetik für Kairo entwickelt, wie stark er sich an westlichen Vorbildern orientiert, und wie er klassische Motive der Großstadtliteratur adaptiert, um den besonderen Charakter des orientalischen Kulturkreises zu reflektieren.
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Forschungsgegenstand und die Zielsetzung der Arbeit erläutert. Kapitel II bietet einen Überblick über die ägyptische Literaturtradition im 20. Jahrhundert und zeigt den Einfluss europäischer Literatur auf die Entwicklung des ägyptischen Romans. In Kapitel III wird der Begriff der „Großstadt“ im Kontext der Literaturwissenschaft definiert und die historische Entwicklung Kairos als moderne Metropole beleuchtet. In Kapitel IV werden typische Motive der Großstadt, wie der entfremdete Einzelne und die Macht der Presse, im Werk von Mahfuz untersucht. Kapitel V analysiert die spezifische Poetik der Stadt im Werk von Nagib Mahfuz, indem es die Formen der Stadt-Referenz, den Rhythmus der Stadt und die Symptome der Veränderung betrachtet. Schließlich werden in den Abschlussbemerkungen die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.
Die zentralen Begriffe, die in dieser Arbeit behandelt werden, sind: Nagib Mahfuz, Kairo-Trilogie, Großstadtliteratur, Metropolenreflexion, orientalische Kultur, Poetik der Stadt, Stadtmotive, literarische Tradition, ägyptische Literatur.
Mahfuz gilt als der Romancier Kairos. Die Stadt ist nicht nur Kulisse, sondern zentrales Element seiner Werke, vergleichbar mit der Rolle Londons bei Dickens oder Berlins bei Döblin.
Die Arbeit untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Metropolenreflexion zwischen Mahfuz und westlichen „kanonischen“ Autoren wie Balzac, Zola oder Poe.
Zu den zentralen Motiven gehören die Einsamkeit des entfremdeten Einzelnen (Anti-Held), die Macht der Presse und die Darstellung der Stadt als weibliches Wesen.
Die Trilogie wird als repräsentatives Hauptwerk analysiert, das den Wandel Kairos zur modernen Metropole und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen spiegelt.
Europäische Einflüsse im 20. Jahrhundert ebneten den Weg für moderne Erzählformen in Ägypten, die Mahfuz aufgriff und mit arabischen Traditionen verknüpfte.
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