Masterarbeit, 2018
74 Seiten, Note: 1,8
1. Einführung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Vorgehensweise und inhaltliche Abgrenzung
2. Hintergrund und Entstehung von Kryptowährungen
2.1 Historische Entwicklung
2.1.1 Vorgängerkonzepte
2.1.2 Entstehung und Motive des Bitcoin
2.2 Funktionsweise von Bitcoin und Block Chain
2.3 Vergleich mit Merkmalen konventioneller Währungssysteme
2.3.1 Funktionen des Geldes
2.3.2 Transaktionsmerkmale
3. Bitcoin im zivilrechtlichen Kontext
3.1 Mögliche Einordung unter dem Geldbegriff
3.1.1 Bargeld
3.1.2 Buchgeld
3.1.3 Elektronisches Geld
3.2 Bitcoin als Rechnungseinheit
3.3 Zivilrechtliche Qualifikation – Legaldefinition
3.4 Zwischenfazit
4. Einordnung des Bitcoin im steuerrechtlichen Kontext
4.1 Bitcoin als Wirtschaftsgut
4.2 Steuerliche Bilanzierbarkeit von Bitcoin im Betriebsvermögen
4.3 Tatbestandsmerkmale für Gewinneinkünfte
4.3.1 Gewinnerzielungsabsicht
4.3.2 Selbständigkeit
4.3.3 Nachhaltigkeit
4.3.4 Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr
4.4 Geschäftsvorfälle zum Bitcoin-Erwerb und resultierende Einkunftsarten
4.4.1 Bitcoin-Mining
4.4.2 Erwerb und Verkauf von Bitcoin
4.4.3 Bitcoin als Gegenleistung für erbrachte Waren oder Dienstleistungen
4.5 Zwischenfazit
5. Einkommensteuerliche Konsequenzen
5.1 Relevante Einkunftsarten - Gewinneinkünfte
5.1.1 Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG)
5.1.2 Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG)
5.2 Relevante Einkunftsarten - Überschusseinkünfte
5.2.1 Sonstige Einkünfte (§ 22 EStG)
5.2.2 Private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG)
5.2.3 Weitere Einkunftsarten
5.2.3.1 Exkurs: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19 EStG)
5.2.3.2 Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG)
5.2.3.3 Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die steuerliche Einordnung von Bitcoin und daraus resultierende einkommensteuerliche Konsequenzen auf Basis der aktuellen Rechtslage im deutschen Einkommensteuergesetz zu untersuchen und offene Fragen zur Behandlung dieser digitalen Währung zu klären.
2.2 Funktionsweise von Bitcoin und Block Chain
Zunächst werden ein paar grundlegende Definitionen geschaffen, anhand derer die Funktionsweise des Bitcoin erläutert wird. Ziel soll es hierbei nicht sein, eine umfassende detaillierte Beschreibung des Bitcoin-Netzwerks darzulegen, sondern ein grundlegendes Verständnis über die technische Funktionsweise zur späteren Einordnung in den zivil- und steuerrechtlichen Kontext zu schaffen.
Peer-to-Peer Netzwerk (P2P-Netzwerk)
Beim Bitcoin-Netzwerk handelt es sich um ein dezentrales Netzwerk. Dies bedeutet, dass keine zentrale Instanz, beispielsweise eine emittierende Organisation, ein Unternehmen oder eine Finanzinstitution, als Autorität fungiert. Das Pendant hierzu ist das zentrale Netzwerk. Bezogen auf das Internet stellen zentrale Netzwerke die Mehrheit dar. Die meisten Internetdienste, wie bspw. Facebook, Google oder Twitter werden von ihrem Betreiber über einen Server zentral gesteuert. Die Dienstnehmer werden in einem solchen zentralen System als Clients bezeichnet.
Beim dezentralen P2P-Netzwerk hingegen wird die gewünschte Funktionalität der Plattform weitestgehend gemeinsam durch alle Teilnehmer (Peers) erbracht. Der Begriff „Peer-to-Peer“ verdeutlicht somit, dass die Transaktionen in diesem Netzwerk direkt zwischen den einzelnen Clients untereinander ausgeführt werden. Die notwendige Infrastruktur entsteht durch das Zusammenwirken aller Teilnehmer. Verglichen zum zentralen Netzwerk bietet das Peer-to-Peer Netzwerk den Vorteil einer hohen Verfügbarkeit und Robustheit, da dessen Existenz nicht von einer zentralen Komponente abhängig ist. Zudem bietet diese Art des Netzwerks allen Teilnehmern eine gleichberechtigte Teilnahme.
1. Einführung: Darstellung der Ausgangslage und der Zielsetzung der Untersuchung im Kontext des deutschen Steuerrechts.
2. Hintergrund und Entstehung von Kryptowährungen: Historische Herleitung, Erläuterung der technischen Funktionsweise (Blockchain, Mining) und Abgrenzung zu konventionellen Währungen.
3. Bitcoin im zivilrechtlichen Kontext: Untersuchung der zivilrechtlichen Einordnung und Qualifikation des Bitcoins als Gegenstand.
4. Einordnung des Bitcoin im steuerrechtlichen Kontext: Prüfung der Eigenschaft als Wirtschaftsgut und Analyse der steuerlichen Bilanzierbarkeit.
5. Einkommensteuerliche Konsequenzen: Detaillierte Analyse der Besteuerung von Gewinneinkünften und Überschusseinkünften bei Bitcoin-Geschäftsvorfällen.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Forderung nach proaktiver Rechtsprechung.
Bitcoin, Kryptowährungen, Einkommensteuergesetz, EStG, Mining, Blockchain, Wirtschaftsgut, gewerbliche Einkünfte, private Veräußerungsgeschäfte, Steuerbarkeit, Rechtsnatur, Finanzinstrumente, Bilanzierung, Geld, Peer-to-Peer
Die Arbeit untersucht die einkommensteuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen im Rahmen des deutschen Steuerrechts.
Die Themen umfassen die technischen Grundlagen der Blockchain, die zivilrechtliche Qualifikation von Bitcoin sowie die steuerliche Einordnung in verschiedene Einkunftsarten nach dem Einkommensteuergesetz.
Ziel ist es, eine Synthese zwischen dem neuen Phänomen der digitalen Währungen und dem historisch gewachsenen deutschen Einkommensteuergesetz herzustellen und Besteuerungsfolgen auf Basis der aktuellen Rechtslage abzuleiten.
Der Autor führt eine juristische Analyse durch, basierend auf Literatur, Rechtsprechung (insbesondere BFH-Urteile) und Verwaltungsauffassungen (BMF, Finanzbehörden).
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Funktionsweise, die zivilrechtliche Einordnung, die Prüfung der Kriterien für ein Wirtschaftsgut und eine detaillierte Prüfung der verschiedenen Einkunftsarten (Gewerbebetrieb, Überschusseinkünfte) bei verschiedenen Geschäftsvorfällen wie Mining oder Handel.
Wichtige Begriffe sind Bitcoin, Mining, Einkommensteuergesetz (EStG), Blockchain, Wirtschaftsgut, gewerbliche Einkünfte und private Veräußerungsgeschäfte.
Das Mining wird als kontrovers bewertet; der Autor stellt fest, dass es zwar eine Einkünfteerzielungsabsicht geben kann, die Zuordnung zu einer steuerbaren Einkunftsart jedoch aufgrund des fehlenden Leistungsaustauschs bei originärem Mining diskutabel bleibt.
Der Autor sieht eine Diskrepanz zwischen den steuerlichen Bewertungsvorschriften und der Realität von Bitcoin und fordert eine proaktive Rechtsprechung durch den BFH, da die derzeitige Unsicherheit nicht befriedigend ist.
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