Bachelorarbeit, 2016
48 Seiten, Note: 1.8
1 Einleitung
2 Grundlagen zur Armut
2.1 Der Armutsbegriff
2.1.1 Armutskonzepte
2.1.2 Die Bedeutung von Armut im Kindes- und Jugendalter
2.2 Das Ausmaß der Armut
3 Folgen von Kinder- und Jugendarmut
3.1 Die kulturelle Lebenslagedimension
3.1.1 Beeinflussung durch die Eltern
3.1.2 Sortierung nach Herkunft in der Schule
3.3 Einflüsse auf die Schwere der Folgen
4 Kompensation ungleicher Bildungschancen durch Ganztagsschulen
4.1 Entstehung, Intention und Entwicklung von Ganztagsschulen
4.2 Empirische Ergebnisse über Wirkungen nach StEG
4.3 Möglichkeiten und Voraussetzungen der gebundenen Ganztagsschule
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Armut von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und deren Bildungschancen. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwieweit Ganztagsschulen als Institution geeignet sind, durch materielle Armut bedingte Nachteile im Bildungsweg auszugleichen und mehr Chancengerechtigkeit zu ermöglichen.
3.1.2 Sortierung nach Herkunft in der Schule
Hinzu tritt eine deutliche Bildungsbenachteiligung seitens des Bildungssystems, die insbesondere beim Übergang von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule durch eine Selektivität erkennbar ist. Dass der Bildungserfolg von Kindern durch ihre soziale Herkunft geprägt wird, wie es auch die in Kapitel 1 aufgeführten Zitate betonen, brachte spätestens PISA 2000 zum Ausdruck. Durch IGLU 2006, eine Studie in welcher es zunächst um Schulnoten unabhängige kognitive Leistungen und Lesekompetenzen und um Schullaufbahnen nach Empfehlung von Lehrkräften geht, stellten sich mithin folgende Ergebnisse heraus (vgl. Breyvogel 2010, S. 15):
„Hier zeigt sich, dass selbst bei gleichen Lesekompetenzen und gleichem Niveau an kognitiven Grundfähigkeiten Kinder der oberen Dienstklasse mit einer 2,6-mal höheren Wahrscheinlichkeit eine Gymnasialempfehlung von ihren Lehrern und Lehrerinnen erhalten als Kinder aus Facharbeiterfamilien und einer 4,5-mal höheren Wahrscheinlichkeit als Kinder von un- und angelernten Arbeitern.“ (Dombrowski / Solga 2009, S. 14).
Durch einen internationalen Vergleich der Ergebnisse aus PISA- und IGLU-Studien ergibt sich, dass dieser Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und den Bildungschancen in Deutschland deutlich immenser ist als in den meisten anderen untersuchten Ländern (vgl. Tophoven 2011, S. 239).
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Bildungsbenachteiligung durch Armut.
2 Grundlagen zur Armut: Theoretische Annäherung an den Armutsbegriff und Darstellung der Armutslage in Deutschland.
3 Folgen von Kinder- und Jugendarmut: Analyse der negativen Auswirkungen von Armut auf Bildung, Entwicklung und soziale Teilhabe.
4 Kompensation ungleicher Bildungschancen durch Ganztagsschulen: Untersuchung der Ganztagsschule als institutionelle Antwort zur Förderung benachteiligter Kinder.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit von Ganztagsschulen und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Kinderarmut, Jugendarmut, Bildungschancen, Chancengerechtigkeit, Ganztagsschule, Schulerfolg, soziale Herkunft, Bildungsarmut, soziale Ausgrenzung, StEG-Studie, Bildungsbenachteiligung, Lebenslagedimension, individuelle Förderung.
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen von Armut auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und prüft, ob Ganztagsschulen diese Nachteile ausgleichen können.
Zentrale Schwerpunkte sind die Definition von Kinder- und Jugendarmut, die Folgen für die schulische Entwicklung sowie die Möglichkeiten der Ganztagsschule zur Kompensation ungleicher Startbedingungen.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Ganztagsschulen der Benachteiligung von Kindern aus armen Familien entgegenwirken können, um eine größere Chancengleichheit im Bildungssystem zu erreichen.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Armuts- und Bildungsforschung sowie der Auswertung der StEG-Studie (Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen) Schlussfolgerungen ableitet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Armut, eine detaillierte Analyse der Folgen für die kindliche Entwicklung sowie die empirische Untersuchung der Potenziale von Ganztagsschulen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bildungsarmut, soziale Herkunft, institutionelle Förderung und mehrdimensionale Lebenslagen charakterisiert.
Die Studie dient als Grundlage für ein kindzentriertes, mehrdimensionales Armutsverständnis, das über rein materielle Indikatoren hinausgeht.
Die Unterscheidung verdeutlicht, dass nur in gebundenen Modellen eine enge Verzahnung von Unterricht und Betreuung stattfindet, was für die gezielte Förderung armutsbetroffener Kinder entscheidend ist.
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