Diplomarbeit, 2005
74 Seiten, Note: 2,3
1. Die Zukunft der steuerlichen Gewinnermittlung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Zur Beurteilung von Gewinnermittlungsmethoden
2.1 Vorbemerkungen
2.2 Steuerrechtliche Anforderungen
2.2.1 Gleichmäßigkeit der Besteuerung
2.2.2 Gesetzmäßigkeit der Besteuerung
2.3 Ökonomische Anforderungen
2.3.1 Entscheidungsneutralität
2.3.2 Administrative Praktikabilität
2.4 Politische Anforderungen
2.5 Belastungskonsequenzen
3. Unterschiede einer Gewinnermittlung nach HGB oder IFRS
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Normensetzende Instanz
3.3 Zielsetzung und dominierende Grundsätze
3.4 Bedeutung des Realisationsprinzips
3.5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze am Beispiel ausgewählter Bilanzpositionen
3.5.1 Vorräte und langfristige Fertigungsaufträge
3.5.2 Immaterielles Anlagevermögen
3.5.3 Rückstellungen
3.6 Zwischenergebnis
4. Steuerliche Gewinnermittlung durch Kassenrechnungskonzepte
4.1 Vorbemerkungen
4.2 Reine Cashflow-Besteuerung
4.3 (Modifizierte) Einnahmenüberschussrechnung
4.4 Auswahl der reinen Cashflow-Besteuerung zur weiteren Prüfung
5. Beurteilung alternativer Gewinnermittlungskonzeptionen
5.1 HGB versus IFRS
5.1.1 Gleichmäßigkeit der Besteuerung
5.1.2 Gesetzmäßigkeit der Besteuerung
5.1.3 Entscheidungsneutralität
5.1.4 Administrative Praktikabilität
5.1.5 Politische Realisierbarkeit
5.1.6 Belastungskonsequenzen
5.2 Cashflow-Besteuerung
5.2.1 Gleichmäßigkeit der Besteuerung
5.2.2 Gesetzmäßigkeit der Besteuerung
5.2.3 Entscheidungsneutralität
5.2.4 Administrative Praktikabilität
5.2.5 Politische Realisierbarkeit
5.2.6 Belastungskonsequenzen
5.3 Ergebnis
5.3.1 Zusammenfassung
5.3.2 Überlegenheit der IFRS
6. Entwurf einer möglichen IFRS-Maßgeblichkeit
6.1 Grundsätzliche Ausgestaltung
6.2 Berücksichtigung steuerlicher Anforderungen
6.2.1 Erweitertes comprehensive income statement
6.2.2 Gewährleistung der Gesetzmäßigkeit der Besteuerung
6.2.3 Leitlinien zur Gestaltung der remeasurements
6.2.4 Steuerbemessung und full fair value accounting
7. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, wie eine zukunftsfähige steuerliche Gewinnermittlung gestaltet sein sollte, um den Anforderungen der zunehmenden Internationalisierung der Rechnungslegung gerecht zu werden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob das HGB, IFRS oder ein Cashflow-basiertes Konzept als geeigneteres Fundament für die steuerliche Bemessungsgrundlage dienen kann.
3.5.1 Vorräte und langfristige Fertigungsaufträge
Vorräte werden sowohl nach HGB als auch nach IFRS dem Umlaufvermögen zugerechnet. Hinsichtlich der Bewertung ergeben sich jedoch signifikante Unterschiede. Nach HGB sind Vorräte mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zu bewerten, welche gleichzeitig die Wertobergrenze bilden. In Bezug auf die Folgebewertung gilt das strenge Niederstwertprinzip, wonach nicht zwischen vorübergehender und dauernder Wertminderung differenziert wird. Im Falle einer Wertminderung ist auf den Stichtagswert, der sich aus Börsenkurs, Marktpreis oder beizulegendem Wert ergibt, abzuschreiben. Ferner besteht ein Abwertungswahlrecht auf den niedrigeren nahen Zukunftswert und für Nicht-Kapitalgesellschaften ein Abwertungswahlrecht auf den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zulässigen Wert. Für Zwecke der Zugangs- und Folgebewertung nach IFRS dagegen sind lediglich zwei Wertbegriffe von Bedeutung. Vorräte sind am Stichtag mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten (historical cost) und Nettoveräußerungserlös (net realizable value) anzusetzen. Dieser Werthaltigkeitsvergleich ist auch in den Folgeperioden an jedem Bilanzstichtag durchzuführen. Liegt eine Wertminderung vor, so ist auf den Nettoveräußerungserlös abzuschreiben.
1. Die Zukunft der steuerlichen Gewinnermittlung: Einführung in den Wandel der Rechnungslegung durch internationale Kapitalmärkte und die daraus resultierende Problematik für die deutsche Steuerbilanz.
2. Zur Beurteilung von Gewinnermittlungsmethoden: Festlegung methodischer Bewertungskriterien wie steuerrechtliche, ökonomische und politische Anforderungen an ein Steuersystem.
3. Unterschiede einer Gewinnermittlung nach HGB oder IFRS: Gegenüberstellung der fundamental unterschiedlichen Rechnungslegungsphilosophien, insbesondere hinsichtlich Zielsetzung und Bewertungsgrundsätzen.
4. Steuerliche Gewinnermittlung durch Kassenrechnungskonzepte: Vorstellung zahlungsbasierter Modelle und deren Eignung als konzeptioneller Gegenpol zu klassischen Bilanzierungsansätzen.
5. Beurteilung alternativer Gewinnermittlungskonzeptionen: Detaillierte Prüfung und Bewertung der Modelle anhand der eingangs definierten Kriterien.
6. Entwurf einer möglichen IFRS-Maßgeblichkeit: Entwicklung eines Reformvorschlags, der die IFRS als Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung unter Berücksichtigung steuerlicher Anforderungen nutzt.
7. Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der zentralen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Arbeit.
Steuerliche Gewinnermittlung, HGB, IFRS, Maßgeblichkeitsprinzip, Cashflow-Besteuerung, Leistungsfähigkeitsprinzip, Investitionsneutralität, Administrative Praktikabilität, Bilanzierung, Bewertung, Harmonised Tax Base, Steuerbemessungsgrundlage, Unternehmensbesteuerung, Rechnungslegung, Rechtsstaatlichkeit.
Die Arbeit analysiert, wie die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland angesichts der fortschreitenden Internationalisierung der Rechnungslegung zukünftig gestaltet werden sollte.
Die zentralen Felder sind der Vergleich zwischen HGB und IFRS, die konzeptionelle Untersuchung von Cashflow-orientierten Steuersystemen sowie die Auswirkungen auf steuerliche Grundsätze wie Gesetzmäßigkeit und Entscheidungsneutralität.
Die Hauptfrage ist, ob und wie eine steuerliche Gewinnermittlung zukünftig an internationale Standards angepasst werden kann, ohne zentrale verfassungsrechtliche Anforderungen an das Steuersystem zu verletzen.
Es wird eine kriteriengeleitete Analyse angewandt, bei der alternative Gewinnermittlungsmethoden (HGB, IFRS, Cashflow) anhand steuerrechtlicher, ökonomischer und politischer Maßstäbe untersucht und verglichen werden.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Gegenüberstellung der Bilanzierungsnormen von HGB und IFRS, die Erörterung von Kassenrechnungsmodellen sowie die Beurteilung der verschiedenen Ansätze hinsichtlich ihrer Eignung als Steuerbasis.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Gewinnermittlungsmethode, das Maßgeblichkeitsprinzip, die Investitionsneutralität, der Zeitwert (Fair Value) und die administrative Praktikabilität.
Die IFRS sind auf die Informationsvermittlung für Kapitalgeber ausgelegt, während Steuergesetze eine intersubjektiv nachprüfbare, rechtssichere und demokratisch legitimierte Bemessungsgrundlage erfordern, was zu Divergenzen führt.
Die Cashflow-Besteuerung wird als konzeptioneller Gegenpol zu den Bestandsrechnungen (HGB/IFRS) analysiert, aber aufgrund ihrer geringen politischen Durchsetzbarkeit für eine baldige Reform verworfen.
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