Diplomarbeit, 2005
125 Seiten, Note: 1,3
EINLEITUNG
E.1 Einführung in den Themenkomplex
E.2 Ziel der Arbeit
E.3 Aufbau der Arbeit
1. THEORIE UND ZIELE MULTINATIONALER UNTERNEMEN
1.1 Definition des multinationalen Unternehmens
1.2 Theoretische Ansätze zur Erklärung multinationaler Handlungsstrategien
1.2.1 Firmenspezifische Wettbewerbsvorteile von Hymer
1.2.2 Die Produktlebenszyklustheorie von Vernon
1.2.3 Der systematische Ansatz von Hirsch
1.2.4 Der Transaktionskosten- bzw. Internalisierungsansatz
1.2.5 Der eklektische Ansatz von Dunning
1.2.6 Der erweiterte eklektische Ansatz von Stehn
1.3 Dimensionen der Multinationalität
1.3.1 Horizontale Multinationalität
1.3.2 Vertikale Multinationalität
1.3.3 Diversifizierte Multinationalität
1.4 Ziele multinationaler Unternehmen
2. AUSRICHTUNG DER MULTINATIONALEN UNTERNEHMENSSTRATEGIE AM SHAREHOLDER VALUE
2.1 Notwendigkeit der strategischen Orientierung am Shareholder Value
2.2 Shareholder- vs. Stakeholder-Ansatz
2.3 Ausgewählte Shareholder-Value-Ansätze
2.3.1 Der Ansatz von Rappaport
2.3.2 Der Ansatz von Copeland / Koller / Murrin
2.3.3 Der Ansatz von Lewis
2.3.4 Der Ansatz von Stern / Stewart
2.3.5 Resümierende Diskussion der Shareholder-Value-Ansätze
3. THEORETISCHE DISKUSSION DER KAPITALSTRUKTUR DES MULTINATIONALEN UNTERNEHMENS
3.1 Irrelevanz der Kapitalstruktur
3.2 Relevanz der Kapitalstruktur
3.3 Kapitalstrukturpolitik des multinationalen Unternehmens
3.3.1 Finanzierungsquellen multinationaler Unternehmen
3.3.2 Die strategische Gestaltung der Kapitalstruktur von multinationalen Unternehmen und ihren Tochtergesellschaften
3.3.2.1 Die Eigenkapitalquotenminimierung
3.3.2.2 Die Anpassung an die landesübliche Eigenkapitalquote
3.3.2.3 Konzernweite Eigenkapitalquotenadaption des Mutterunternehmens
3.3.2.4 Die Irrelevanz der ausländischen Eigenkapitalquote
3.3.3 Die Nutzung der Kapitalmarktsegmentierung als Handlungsstrategie des multinationalen Unternehmens
3.3.4 Kritische Würdigung der Kapitalstrukturdiskussion
4. DER VERMÖGENSMARKT, SEINE AKTEURE UND DEREN HANDLUNGSKALKÜLE
4.1 Die relevanten Handlungsakteure am Vermögensmarkt
4.2 Direktinvestitionen vs. Portfolioinvestitionen
4.3 Investitionskalküle der Handlungsakteure
4.3.1 Investitionskalkül des Kapitaleigentümers – Risikominimierung
4.3.1.1 Capital Asset Pricing Model
4.3.1.2 International Capital Asset Pricing Model
4.3.2 Investitionskalkül des multinationalen Unternehmens – Cashflow-Steigerung
4.3.3 Eigentümer- vs. Unternehmensrendite
5. HANDLUNGSANLEITENDE STRATEGIEN FÜR DAS MULTINATIONALE UNTERNEHMEN
5.1 Strategische Zielbildung zur Unternehmenssicherung
5.2 Unternehmenswertsteigerung als Strategie der langfristigen Unternehmenssicherung – Die Wertzuwachshypothese
5.2.1 Internes vs. externes Unternehmenswachstum
5.2.2 Unternehmenswertsteigernde Investitionsentscheidungen
5.2.3 Strategische Finanzierung der Multinationalität
5.2.4 Kapitalkostenreduktion
5.2.4.1 Reduktion des Unternehmensrisikos
5.2.4.2 Die externe Informationspolitik des Unternehmens zur Beeinflussung von Marktwert und Kapitalkosten
6. VERSCHIEBUNG DER MACHTVERHÄLTNISSE AM VERMÖGENSMARKT
6.1 Finanzierungszange – Das Zusammenspiel von Unternehmenswert und durchschnittlichen Kapitalkosten
6.2 Das multinationale Unternehmen unter Handlungsdruck
6.3 Unternehmen als Ware – Der Markt für Unternehmenskontrolle
6.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Kapitalstruktur als Instrument zur Erklärung strategischer Handlungsspielräume multinationaler Unternehmen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob ausländische Direktinvestitionen ausschließlich durch Faktorkostenvorteile motiviert sind oder ob kapitalmarkttheoretische Überlegungen zur Unternehmenswertsteigerung einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung haben.
1.2.1 Firmenspezifische Wettbewerbsvorteile von Hymer
Die Theorie des monopolistischen Vorteils von Stephen Hymer ist vom „Entstehungszeitpunkt her gesehen der älteste Erklärungsansatz für Direktinvestitionen.“21 Hymer wies gemeinsam mit Kindleberger22 „darauf hin, daß ausländische Investoren erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber inländischen Unternehmen zu überwinden haben.“23 Zu den Wettbewerbsvorteilen zählen insbesondere die hohen Kosten der Informationsbeschaffung, bspw. über die Gesetzgebung, über die politischen Verhältnisse oder über die vorherrschende Marktstruktur sowie die höheren Kommunikationskosten zwischen Mutter- und Tochterunternehmen.24 Die Kosten der Informationsbeschaffung ordnet Hymer den festen Kosten zu.25 Einen dauerhaften Wettbewerbsnachteil weist Hymer jedoch der Diskriminierung der ausländischen Unternehmung von Seiten der Regierung, der Konsumenten und der Marktanbieter des Ziellandes zu.26
Die Antwort, warum sich Unternehmen trotz der erheblichen Wettbewerbsnachteile, die ihnen auf ausländischen Märkten entgegenstehen, zur Multinationalität bzw. zur Tätigung von Direktinvestitionen entscheiden, findet Hymer in der Unvollständigkeit der betreffenden Wettbewerbsmärkte.27 Grundlage der Investitionsentscheidung sind demnach monopolistische Vorteile, mit denen das ausländische Unternehmen „ihren “natürlichen“ Kostennachteil überkompensieren“28 kann. Mit diesen monopolistischen Vorteilen bietet sich für die ausländische Unternehmung die Möglichkeit, einen höheren Cashflow aus der Investitionstätigkeit zu erwirtschaften, als es inländischen Wettbewerbern möglich ist.29 Zu den Marktunvollkommenheiten, die zu monopolistischen Vorteilen führen, zählt Kindleberger vier Arten. So nennt er a) unvollkommene Konkurrenz auf Gütermärkten, b) unvollkommene Konkurrenz auf Faktormärkten, c) externe oder interne economies of scale sowie d) staatliche Maßnahmen als Bestimmungsgründe für Direktinvestitionen.30
EINLEITUNG: Einführung in die Globalisierung der Weltmärkte und die daraus resultierende Bedeutung der Kapitalstruktur für strategische Handlungsspielräume.
1. THEORIE UND ZIELE MULTINATIONALER UNTERNEMEN: Darstellung theoretischer Ansätze zur Multinationalisierung und Erläuterung der verschiedenen Dimensionen multinationaler Unternehmensstrukturen.
2. AUSRICHTUNG DER MULTINATIONALEN UNTERNEHMENSSTRATEGIE AM SHAREHOLDER VALUE: Analyse der Notwendigkeit einer Shareholder-Value-Orientierung sowie Vorstellung ausgewählter Bewertungsansätze zur Unternehmenswertsteigerung.
3. THEORETISCHE DISKUSSION DER KAPITALSTRUKTUR DES MULTINATIONALEN UNTERNEHMENS: Kritische Auseinandersetzung mit der Irrelevanz- und Relevanztheorie der Kapitalstruktur und Untersuchung spezifischer Finanzierungsquellen.
4. DER VERMÖGENSMARKT, SEINE AKTEURE UND DEREN HANDLUNGSKALKÜLE: Identifikation der relevanten Akteure am Vermögensmarkt und Analyse ihrer unterschiedlichen Investitionskalküle.
5. HANDLUNGSANLEITENDE STRATEGIEN FÜR DAS MULTINATIONALE UNTERNEHMEN: Diskussion strategischer Finanzierungs- und Wachstumsmaßnahmen zur Sicherung des Unternehmenswertes.
6. VERSCHIEBUNG DER MACHTVERHÄLTNISSE AM VERMÖGENSMARKT: Untersuchung der Machtdynamiken zwischen Beteiligungsfinanziers und Unternehmen sowie abschließendes Fazit zur Gesamtthematik.
Kapitalstruktur, Multinationale Unternehmen, Shareholder Value, Direktinvestitionen, Unternehmenswertsteigerung, Kapitalkosten, Vermögensmarkt, Portfolioinvestition, Finanzierungspolitik, Marktunvollkommenheiten, Konzernstrategie, Kapitalkostenreduktion, Kapitalmarktsegmentierung, Eigenkapital, Fremdkapital
Die Diplomarbeit analysiert, wie die Kapitalstruktur multinationaler Unternehmen als strategisches Instrument genutzt werden kann, um Handlungsspielräume zu erweitern und den Unternehmenswert zu maximieren.
Die Arbeit behandelt die Theorie multinationaler Unternehmen, die Ausrichtung am Shareholder Value, die theoretische Diskussion der Kapitalstruktur, die Akteure am Vermögensmarkt sowie konkrete Strategien zur Finanzierung multinationaler Tätigkeiten.
Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob ausländische Direktinvestitionen primär durch Kostenvorteile getrieben sind oder ob die Steigerung des Unternehmenswertes durch optimierte Kapitalmarktentscheidungen eine zentrale Rolle spielt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Finanzierungstheorien (z. B. Modigliani/Miller) und der Zusammenführung dieser Theorien mit Shareholder-Value-Konzepten sowie Portfoliotheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Multinationalisierung, die Anwendung von Shareholder-Value-Ansätzen, die detaillierte Diskussion der Kapitalstrukturpolitik und eine Analyse der Akteure (Analysten, Raider, Investoren) am Vermögensmarkt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kapitalstruktur, Multinationale Unternehmen, Shareholder Value, Kapitalkosten und Investitionskalküle charakterisiert.
Multinationale Unternehmen agieren in einem komplexeren Umfeld mit mehreren Finanzmärkten und Währungen, was ihnen einerseits Spielräume zur Kostenoptimierung bietet, sie andererseits aber unter den wachsenden Erwartungsdruck internationaler Investoren setzt.
Investor Relations dienen als Mittel, um Informationsasymmetrien zu verringern, das Vertrauen der Kapitalgeber zu stärken und dadurch indirekt die Kapitalkosten zu senken sowie den Marktwert des Unternehmens positiv zu beeinflussen.
Der Markt für Unternehmenskontrolle übt Druck auf Manager aus, die Unternehmensstrategie stets an der Wertmaximierung auszurichten, da schlecht geführte Unternehmen zu attraktiven Zielen für feindliche Übernahmen durch Raider werden.
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