Masterarbeit, 2013
109 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Spracherwerb beim Kind
2.1.1 Ebenen des Spracherwerbs
2.1.2 Sprachauffälligkeiten
2.1.3 Zusammenfassung
2.2 Sprachförderung in KiTas
2.2.1 Sprachförderliches Verhalten
2.2.2 Sprachförderung
2.2.3 Zusammenfassung
2.3 Kompetenz
2.3.1 Allgemeiner Kompetenzbegriff
2.3.2 Sprachkompetenz
2.3.3 Sprachförderkompetenz
2.3.4 Zusammenfassung
2.4 Haltungen
2.4.1 Wahrnehmung
2.4.2 Haltungen und Verhalten
2.4.3 Einstellungsänderung
2.4.4 Zusammenfassung
3. Fragestellung
4. Methoden
4.1 Projekt: ErzieherInnen als ExpertInnen für Sprachförderung
4.2 Verwendete Instrumente
4.2.1 Dortmunder Fragebogen zur Sprache in KiTas (DO-FRIKA)
4.2.2 Children’s Communication Checklist 2 (CCC-2)
4.3 Allgemeines zu den Daten
4.3.1 DO-FRIKA
4.3.2 CCC-2
4.3.3 Gruppenbildung der Erzieher
4.3.4 Inklusiver Ansatz - Kompetenzzuwachs beider Kinder
4.4 Stichprobenbeschreibung
5. Auswertung
5.1 Vorbemerkungen
5.1.1 Allgemeine Auswertungsstrategie
5.1.2 Teststärke der Untersuchung
5.2 Auswertung der Fragestellungen
5.2.1 Allgemeiner Zuwachs der Sprachkompetenz zwischen t1 und t2 (Haupteffekt Zeit)
5.2.2 Einfluss der Sprachkompetenz auf den Sprachkompetenzzuwachs (Haupteffekt sprachliche Ausgangsleistung)
5.2.3 Einfluss der Grundhaltung der Erzieher auf den sprachlichen Kompetenzzuwachs der Kinder
5.2.4 Interaktionen von Haltung und Sprachkompetenz
6. Diskussion
6.1 Interpretative Darstellung der Ergebnisse
6.2 Stärken und Schwächen der Untersuchung
6.3 Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss der professionellen Haltung von ErzieherInnen in Kindertageseinrichtungen auf die sprachliche Kompetenzentwicklung von Kindern. Dabei wird erforscht, ob bestimmte Haltungen eine besonders förderliche Wirkung auf den sprachlichen Kompetenzzuwachs haben und welche Rückschlüsse dies auf die Qualifikation des pädagogischen Personals zulässt.
2.1.1 EBENEN DES SPRACHERWERBS
Zunächst soll - an einem Beispiel zur Sprachverarbeitung - transparent gemacht werden, vor welche hohen Anforderungen die Sprache die Kinder stellt: Eine Person, z.B. die Mutter eines Kindes, möchte dem Kind etwas mitteilen. Bevor sie spricht, überlegt sie - „unbewusst und nahezu automatisch“ (HELLRUNG 2006, 12) - was sie mitteilen möchte, in welcher grammatisch korrekten Form sie dies tun muss und was sie phonologisch und artikulatorisch planen muss.
Den gesprochenen Satz nimmt das Kind dann in Form von Schallwellen auf. Das Kind prüft diese akustische Information dann darauf, ob sie Sprache oder Geräusch ist. Hat das Kind erkannt, dass die Mutter etwas gesprochen hat, muss es diese akustische Information phonologisch entschlüsseln. Dazu zählt zunächst einmal, den Lautstrom in einzelne Wörter zu zerlegen. Mithilfe des mentalen Lexikons erfasst das Kind dann die Bedeutung der Worte. Gänzlich richtig verstanden werden können die Wörter jedoch nur, wenn das Kind das Gesagte auch mithilfe seines grammatischen Verständnisses überprüft. Abschließend wird das übergeordnete Diskursverständnis hinzugezogen (vgl. ebd. 12 f.): Das Kind „muss aus dem sprachlichen und situativen Kontext erschließen, auf welchen Sachverhalt sich ihr [der Mutter] Satz und ihre Frage beziehen“ (ebd., 13).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen ein und stellt die Relevanz der Sprachkompetenz für Bildungschancen dar.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Ebenen des Spracherwerbs, verschiedene Formen von Sprachauffälligkeiten sowie die Konzepte von Kompetenz, Sprachförderung und erzieherischer Haltung.
3. Fragestellung: Hier wird das Ziel der Arbeit formuliert, den Einfluss der Erzieherhaltung auf die Sprachkompetenz der Kinder im Rahmen einer empirischen Untersuchung zu ermitteln.
4. Methoden: Dieses Kapitel beschreibt das Forschungsprojekt, die eingesetzten Messinstrumente (DO-FRIKA und CCC-2) sowie die Stichprobenbildung und die Gruppierung der Erzieher.
5. Auswertung: Die Ergebnisse der statistischen Analyse zum Sprachkompetenzzuwachs bei Kindern in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren wie der Ausgangsleistung und der Erzieherhaltung werden dargestellt.
6. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretativ diskutiert, Stärken und Schwächen der Untersuchung reflektiert und ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf gegeben.
Sprachförderung, Erzieher, Sprachkompetenz, Sprachentwicklung, Sprachauffälligkeiten, Haltung, Professionalisierung, Kindertageseinrichtung, Sprachdiagnostik, Frühpädagogik, Kompetenzzuwachs, Mehrsprachigkeit, pädagogisches Handeln, Interaktion, Inklusion.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die professionelle Einstellung bzw. Haltung von ErzieherInnen zum Thema Sprachförderung auf die Entwicklung der Sprachkompetenz von Kindern in Kindertageseinrichtungen hat.
Die Arbeit verknüpft Theorieansätze zu Spracherwerb und -störungen mit pädagogischen Konzepten zu Handlungskompetenz, Haltungsbildung und der Wirksamkeit von Sprachfördermaßnahmen in KiTas.
Ziel ist es zu klären, ob sich eine bestimmte Haltung der Erzieher als besonders förderlich für die Sprachentwicklung der Kinder herauskristallisiert und welche Schlussfolgerungen für die Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte daraus gezogen werden können.
Es handelt sich um eine empirische Untersuchung, die Daten aus einem abgeschlossenen Projekt nutzt. Erzieher wurden mithilfe des DO-FRIKA befragt und Kinder mittels der Children's Communication Checklist 2 (CCC-2) bei zwei Messzeitpunkten untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise, die statistische Auswertung der Daten sowie eine kritische Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf den Forschungsstand.
Die zentralen Begriffe sind Sprachförderung, Erzieherhaltung, professionelles Wissen, Sprachkompetenz, Sprachentwicklungsstörungen und die Wirksamkeit pädagogischer Interaktion.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Haltung der Erzieher einen differenziellen Einfluss hat: Sprachauffällige Kinder profitieren besonders von einer Kombination aus traditionellen und professionellen Haltungselementen.
Die Untersuchung verdeutlicht, dass eine hohe professionelle Haltung grundsätzlich als förderlich eingestuft wird, da sie ein bewusstes und reflektiertes Sprachvorbild ermöglicht und so die Sprachfreude der Kinder nachhaltig unterstützt.
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