Examensarbeit, 2018
112 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Der Anstoß zum eigenen Forschungsansatz - Die Realness-Debatte innerhalb der deutschen Rap-Szene 2016
3. Was bedeutet Realness im Rap?
3.1 Meinung von Deutsch-Rappern
3.2. Meinung der Wissenschaft
3.3. Die Verbundenheit von Inszenierung und Authentizität im Rap
3.4. Die Exklusion des Wissenschaftlers (Zwischenfazit)
4. Die Performance-Instanzen nach Auslander
4.1. Die Rap-Persona
4.2 Kritik am System der Rap-Persona
5. Das Celebrity-Interview
5.1 Die Problemstellen des Celebrity-Interviews
5.2 Kritische Reflektion und Konsequenzen für die Untersuchung eines Interviews mit einem Rapper
6. Finale Zielsetzung dieser Staatsarbeit
7. Soziologische Analyse des Interviews
7.1 Begründung für die Auswahl des Interviews
7.2 Das Gütekriterium Intersubjektivität
7.3 Methodisches Design
7.3.1. Das Experteninterview als methodische Rahmung
7.3.2. Problemstelle: Der Experte als Privatperson
7.4 Transkription
7.5 Die Globalauswertung als Auswertungsmethode
7.5.1. Vorbereitung der Globalauswertung
7.5.2. Arbeitsschritte
7.5.3. Ergebnisdarstellung der Interviewauswertung
8. Medienanalyse des Interviews als YouTube-Video
8.1 Webformat-Analyse nach Schuegraf und Janssen
8.2 Methodische Vorgehensweise
8.2.1. Deskriptive Ebene: Beschreibung des Hiphop.de Magazins
8.2.2. Interpretative Ebene: Videoanalyse
8.2.3. Auswertung der videographischen Analyse
9. Abschließendes Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Verhältnisses zwischen der scheinbar authentischen Privatperson eines Rappers und seiner Rap-Persona im Kontext der Inszenierung von Authentizität. Dabei wird analysiert, wie diese beiden Instanzen in einem Interview zueinanderstehen, ob sie konsistent sind oder Brüche aufweisen und inwiefern mediale Inszenierungsprozesse das Bild der Privatperson beeinflussen.
3.3. Die Verbundenheit von Inszenierung und Authentizität im Rap
Friedrich und Klein (2015, S. 98) sprechen sich gegen die Behauptung aus, dass Authentizität im Hip-Hop substantiell gegeben ist und ausschließlich im Zentrum, in den US-amerikanisch geprägten Ursprüngen des Hip-Hop liegt. Zunächst behaupten beide, dass Authentizität aus ihrer Sicht vielmehr ein soziales Konstruktionsprinzip darstellt, dass in den vielen unterschiedlichen kulturellen Kontexten ausgehandelt wird. Zum anderen liegen zwar die Ursprünge des Hip Hop in den von Afroamerikanern bewohnten Stadtteilen New Yorks, haben doch primär mediale Bilderwelten einen wesentlichen Anteil daran gehabt, dass Hip Hop in Amerika als urbane, schwarze Kulturpraxis tradiert und global verbreitet wurde.
Die Grundaussage der beiden Autoren lässt sich wie folgt zusammenfassen: „Das was als echter und authentischer Hip-Hop gilt, ist folglich schon Produkt von Bildinszenierungen“ (Friedrich und Klein 2015, 98). Hiermit plädieren Klein und Friedrich also für eine Verbundenheit zwischen Authentizität und Inszenierung. In ihrem Buch mit der Frage Is this real? Die Kultur des HipHop erläutern sie diese Verbundenheit in ausführlicher Form. Daraus folgt, dass nicht mehr die soziale Erfahrung einer ethnischen Minderheit Authentizität garantiert, „[…] sondern das scheinbar qua Natur gegebene Lebensgefühl“ (Friedrich und Klein 2003, S. 82 f), welches in inszenierter Weise dargestellt wird. In der Inszenierung wird auf Ursprünge, wie zum Beispiel das von Afroamerikanern geprägte Ghetto New Yorks verwiesen. Dieses wandelt sich letztlich zu einem theatralen Mittel, „[…], dass in den Texten und Bildern als inszenatorischer Verweis auf Tradition dient“ (Ebd., S. 82).
Für die Inszenierungen von Authentizität können sich die Rap-Partizipierenden stetig erweiternden Sets, bestehend aus typischen Symbolen, wie Sprache und Normen oder Artefakte wie Kleidung bedienen (vgl. Seeliger 2013, S. 27). Mit diesen Symbolen ist eine Inszenierung von Authentizität möglich, indem zum Beispiel entweder auf die Ursprünge des Hip-Hop oder auf Symboliken des jeweiligen Rap-Genres verwiesen wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Inszenierung von Authentizität im Kontext von Massenmedien ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Verhältnis von realer Person und Rap-Persona.
2. Der Anstoß zum eigenen Forschungsansatz - Die Realness-Debatte innerhalb der deutschen Rap-Szene 2016: In diesem Kapitel wird die "Realness"-Debatte des Jahres 2016 als Anlass für die vorliegende Arbeit und die Untersuchung des Begriffs der "Realness" im deutschen Rap geschildert.
3. Was bedeutet Realness im Rap?: Hier wird die Definition von "Realness" durch Rapper und die Wissenschaft sowie die Verknüpfung von Inszenierung und Authentizität erörtert.
4. Die Performance-Instanzen nach Auslander: Dieses Kapitel stellt das Performance-Instanzenmodell von Philip Auslander vor, um die Unterteilung eines Musikers in reale Person, Performance-Persona und Charakter theoretisch zu begründen.
5. Das Celebrity-Interview: Hier erfolgt eine quellenkritische Auseinandersetzung mit der Methode des Celebrity-Interviews und den damit verbundenen Problemstellungen für die Untersuchung von Authentizität.
6. Finale Zielsetzung dieser Staatsarbeit: Dieses Kapitel präzisiert die Forschungsfrage zur Untersuchung des Verhältnisses von scheinbar authentischer Privatperson und Rap-Persona.
7. Soziologische Analyse des Interviews: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design des Experteninterviews, die Transkriptionskriterien und die Globalauswertung als Auswertungsmethode.
8. Medienanalyse des Interviews als YouTube-Video: Hier wird die mediale Inszenierung des Video-Interviews unter Zuhilfenahme der Webformat-Analyse auf narrationstheoretischer und gestalterischer Ebene untersucht.
9. Abschließendes Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und diskutiert die Grenzen der Einzelfalluntersuchung sowie mögliche Ansätze für zukünftige Forschung.
Authentizität, Realness, Rap-Persona, Celebrity-Interview, Inszenierung, Performance-Instanzen, Soziologische Analyse, Globalauswertung, Medienanalyse, Kollegah, Deutschrap, Identität, Selbstinszenierung, YouTube-Interview.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der als authentisch wahrgenommenen Privatperson eines Rappers und seiner Rap-Persona im Kontext der Inszenierung von Authentizität.
Die zentralen Themen sind Authentizität (Realness) im Rap, Theorien zur Performance-Persona nach Auslander, die Besonderheiten des Celebrity-Interviews sowie die methodische Analyse von Interviews und Video-Content.
Das Ziel ist es, durch soziologische und medienanalytische Zugänge zu untersuchen, in welchem Spannungsverhältnis die scheinbar authentische Privatperson und die Rap-Persona in einer Interviewsituation stehen.
Die Arbeit nutzt das Experteninterview als methodische Rahmung und wendet die Globalauswertung nach Legewie an. Zudem erfolgt eine medienwissenschaftliche Webformat-Analyse des untersuchten YouTube-Videos.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Performance-Instanzen und Interviews sowie in die praktische soziologische und medienanalytische Auswertung eines Video-Interviews mit dem Rapper Kollegah.
Die zentralen Begriffe sind Authentizität, Realness, Rap-Persona, Inszenierung, Performance, Experteninterview, Globalauswertung und mediale Konstruktion.
Die Arbeit verwendet den Begriff "scheinbar authentische Privatperson", da sie kritisch hinterfragt, ob eine vollkommene Trennung von der medienwirksamen Rap-Persona in einer Interviewsituation überhaupt möglich ist.
Die Videoanalyse ist entscheidend, um die inszenatorische Manipulationsmacht von Medien zu beleuchten, etwa durch Schnitte, Kameraeinstellungen und die gezielte Steuerung der Zuschauerwahrnehmung im Intro des Videos.
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