Examensarbeit, 2017
32 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Implizites und explizites Lernen
2.1. Implizites Lernen
2.2. Explizites Lernen
3. Implizites Fremdsprachenlernen - Learning vs. Acquisition
4. Implizites Fremdsprachenlernen mit Hilfe von Filmen, Videos, Serien und Clips
4.1. Chancen des Fremdsprachenlernens mit Hilfe von authentischen fremdsprachlichen audiovisuellen Medien im außerschulischen Kontext
4.2. Herausforderungen des Fremdsprachenlernens mit Hilfe von audiovisuellen Medien im außerschulischen Kontext
4.3. Geförderte Fähigkeiten
4.3.1. Sprechkompetenz
4.3.2. Hörsehverstehen
4.3.3. Interkulturelle Kompetenz
4.3.4. Wortschatz
4.4. Motivation
4.5. Umgang mit authentischen audiovisuellen Medien
4.5.1. Methodische Prinzipien für den Unterricht
4.5.2. Methodische Prinzipien für den außerschulischen Kontext
Die Arbeit untersucht das Potenzial des informellen Fremdsprachenlernens durch den Konsum authentischer audiovisueller Medien wie Filme und Serien. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Jugendliche außerhalb des formellen Unterrichts durch bloßen Medienkonsum Sprachkompetenzen erwerben und welche Rolle implizite Lernprozesse dabei spielen.
4.1. Chancen des Fremdsprachenlernens mit Hilfe von authentischen fremdsprachlichen audiovisuellen Medien im außerschulischen Kontext
Neue elektronische Medien ermöglichen ein Lernen zu jeder Zeit und jedem Ort. Die Lernenden sind nicht auf gedruckte Medien wie Bücher, oder sonstigem Material von Lehrenden, angewiesen, sondern sie können ihr Smartphone, Laptop oder Fernseher überall benutzen (vgl. Burwitz-Melzer et al. 2015: 10). So können die Lernenden etwa morgens auf dem Weg zur Schule ein Video von Lukas Podolski anschauen, in dem sich der Fußballstar an seine Fans in englischer Sprache wendet. Die Lernenden können aber auch nachts, wenn sie nicht schlafen können, eine Folge ihrer Lieblingsserie in englischer Sprache anschauen, wenn diese beispielsweise noch nicht synchronisiert in dem deutschen Fernsehen verfügbar ist.
Die Fülle an zugänglichen authentischen audiovisuellen Medien weltweit sollte nicht ignoriert werden, sondern auch für den Fremdsprachenerwerb genutzt werden (vgl. Hanf 2015: 138). Ein Vorteil der Vielfalt an zugänglichen Medien ist, dass auch für jeden Geschmack etwas verfügbar ist. So kann jeder Lerner einen Film, oder ein anderes audiovisuelles Format konsumieren, welches ihn anspricht (vgl. Phoebe & Siyanova-Chanturia 2015: 150).
Das Lernen in einer sicheren Lernumgebung ist außerdem ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Lernens. Die Möglichkeit, dass die Lernenden die Medien in ihren eigenen vier Wänden konsumieren können, macht das Lernen effektiver, als in einem Klassenzimmer, da beim Lernen in einem Klassenzimmer negative Einflüsse zum Tragen kommen können (vgl. Curtis 2015: 132). Wie in Kapitel 3 herausgearbeitet, können diese negativen emotionalen Einflüsse, wie etwa Angst aufgrund der niedrigen emotionalen Lernbereitschaft das Lernen negativ beeinflussen bzw. behindern. Das Lernen in dieser sicheren Lernumgebung und mit ansprechenden Medien kann wiederrum das Lernen fördern, da die emotionale Lernbereitschaft in diesem Setting viel höher ist.
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihr Interesse an dem Thema durch eigene Erfahrungen mit dem Sprachenlernen durch Serien und zeigt die Relevanz in einer digitalisierten Lebenswirklichkeit von Jugendlichen auf.
2. Implizites und explizites Lernen: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen des unbewussten (impliziten) und bewussten (expliziten) Lernens und stellt deren Merkmale sowie Unterschiede gegenüber.
3. Implizites Fremdsprachenlernen - Learning vs. Acquisition: Hier wird der Transfer der Lerntheorien auf den Spracherwerb vollzogen, insbesondere durch die Unterscheidung von Sprachlernen und Spracherwerb nach Stephen Krashen.
4. Implizites Fremdsprachenlernen mit Hilfe von Filmen, Videos, Serien und Clips: Das Hauptkapitel analysiert die Möglichkeiten und Schwierigkeiten authentischer audiovisueller Medien, betrachtet geförderte Kompetenzen und erläutert methodische Prinzipien für den Einsatz.
Implizites Lernen, Explizites Lernen, Spracherwerb, Fremdsprachenlernen, Authentische Medien, Hörsehverstehen, Motivation, Sprachkompetenz, Audiovisuelle Medien, Input-Hypothese, Affective Filter, Interkulturelle Kompetenz, Sprachgefühl, Wortschatz, Extensive Viewing.
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von unbewusstem Fremdsprachenlernen durch den Konsum von authentischen audiovisuellen Medien wie Filmen und Serien im außerschulischen Umfeld.
Die zentralen Themen umfassen die psychologischen Grundlagen des impliziten Lernens, die theoretische Abgrenzung von Sprachenlernen und Spracherwerb sowie die praktische Relevanz von Serien und Filmen für den Wortschatz- und Kompetenzerwerb.
Das Ziel ist zu ergründen, warum und wie passiver Medienkonsum signifikant zur Sprachverbesserung beitragen kann und wie dieser Prozess durch motivationale Faktoren und authentische Inhalte unterstützt wird.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Spracherwerbstheorien von Stephen Krashen, insbesondere die Input-Hypothese, die Rolle des "Affective Filter" sowie Konzepte des informellen und beiläufigen Lernens.
Im Hauptteil werden Chancen wie die hohe Verfügbarkeit und Authentizität gegen Herausforderungen wie das hohe sprachliche Schwierigkeitsniveau abgewogen. Zudem werden spezifische Kompetenzen wie das Hörsehverstehen und die interkulturelle Bildung analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie implizites Lernen, Spracherwerb (Language Acquisition), authentische audiovisuelle Medien, Hörsehverstehen, Motivation und "Extensive Viewing" charakterisiert.
Diese Unterscheidung ist zentral, um zu erklären, dass der unbewusste Spracherwerb ("Acquisition") durch authentische Medien oft effektiver ist als das bewusste "Lernen" von Regeln im schulischen Unterricht.
Ein hoher "Affective Filter", verursacht durch Angst oder Frustration, blockiert den Zugang zu den Gehirnarealen, die für den Spracherwerb zuständig sind, während ein niedriger Filter, wie er beim entspannten Serienschauen entsteht, das Lernen begünstigt.
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