Bachelorarbeit, 2018
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Transzendenzbegriff - Definition und Wortherkunft
3. Die Transzendenz des Musikalischen im Opus Wolfgang Amadeus Mozarts
3.1. Der Orient als musikalische Inspiration in Mozarts Schaffen
3.1.1. Der historische Kontext - Die Türken vor Wien
3.1.2. Die "Turkomanie" in Österreich im ausgehenden 18. Jahrhundert - Das Türkische in Mode und Musik
3.1.3. Türkische Musik in Mozarts Schaffen
3.1.3.1. Violinkonzert Nr. 5, A-Dur, KV 219
3.1.3.2. Die Entführung aus dem Serail
3.1.3.3. Klaviersonate A-Dur, KV 331 - Alla Turca
3.2. Der Okzident als musikalische Inspiration in Mozarts Schaffen
3.2.1. Der historische Kontext - Mozarts kirchenmusikalisches Umfeld
3.2.2. Mozarts letztes Werk - Das Requiem d-Moll KV 626
3.2.2.1. Mozarts musikalische Vorbilder für die Komposition des Requiems
3.2.2.1.1. Johann Sebastian Bach
3.2.2.1.2. Georg Friedrich Händel
3.2.2.1.3. Michael Haydn
3.2.3. Das Reqiuem als Höhepunkt von Mozarts Schaffen
4. Fazit - Mozart zwischen den Kulturen?
Die Arbeit untersucht das vielseitige kompositorische Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts unter dem Aspekt der "Transzendenz des Musikalischen". Ziel ist es zu analysieren, wie Mozart Einflüsse aus dem "orientalischen" (türkischen) und dem "okzidentalen" (christlich geprägten) Kulturraum verarbeitete, um zu klären, inwieweit sein Opus einen transkulturellen Austausch widerspiegelt oder primär der abendländischen Tradition verhaftet bleibt.
3.1.3.1. Violinkonzert Nr. 5, A-Dur, KV 219
Das Violinkonzert A-Dur, KV 219 bildete den Abschluss einer Serie von insgesamt fünf Solo-Konzerten für Geige. Dieses Werk wird in der musikwissenschaftlichen Forschung allgemein als „das schönste Zeugnis dieser Hochphase von Mozarts Violinspiel“ gedeutet. Es ist das längste und anspruchsvollste, melodisch einprägsamste und im Orchesterklang reichste seiner fünf Violinkonzerte. Es unterteilt sich in insgesamt drei Sätze: Allegro aperto, Adagio und ein Rondo.
Das Finale des A-Dur-Konzerts beginnt rokokohaft-galant, wie man es für eine Komposition des Jahres 1775 für ganz natürlich halten würde: mit einem liebenswürdig zarten Menuett. Doch Mozart wäre nicht Mozart, wenn er es dabei belassen hätte. "Mozart hat immer wieder gerne überraschend Derbes eingeschoben - zum Beispiel dieses 'Alla turca' im Finale des A-Dur-Konzerts, erklärt Anne-Sophie Mutter. "Ich glaube, es hat etwas sehr Dämonisches, fast Gefährliches an sich. Ich denke immer an das Säbelrasseln in der 'Entführung aus dem Serail'". Die fratzenhafte Kehrseite von A-Dur, nämlich a-Moll, steht bei Mozart die wenigen Male, da er diese Tonart verwendete, für unruhige Depressivität.
Für die Frage nach türkischen Elementen in Mozarts Musik ist vor allem der letzte Satz, das Rondo, von entscheidender Bedeutung. Die türkische Episode dieses Finales übernahm Mozart aus seiner Ballettmusik im türkischen Stil, “Le gelosie del Seraglio”, “Die Eifersüchteleien im Serail”, die er für seine letzte Mailänder Oper “Lucio Silla” skizziert, aber nicht ausgeführt hatte. So fand echte Ballettmusik Eingang in Mozarts letztes Violinkonzert.
Zunächst erklingt ein schwungvoll tänzelndes Rondo in A-Dur in einem ¾-Takt, das abwechselnd von der Violine, zunächst solo (T. 1 - 8) und dann zusammen mit dem Orchester intoniert wird (T. 8,4 – 16,1) und sich nach und nach immer schwungvoller entfaltet. Dann aber macht dieser Tanz einer eher nächtlich-romantischen Episode in a-Moll Platz (T. 78,1 – 109,1). Aus diesem schon an sich abrupten Stimmungswandel entwickelt Mozart dann einen, zum gesamten Stück völlig kontrastierenden Allegro-Teil, in dem er bewusst türkische Elemente einsetzt (T. 130,1 – 162,3). In diesem Abschnitt des dritten Satzes verarbeitet Mozart vordergründig fremdartige Harmonien und krasse Akzente.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Forschungsfrage, die Mozart in zwei Kontexten – Orient und Okzident – betrachtet, geleitet durch den Begriff der Transzendenz.
2. Der Transzendenzbegriff - Definition und Wortherkunft: Dieses Kapitel liefert die philosophische und musikwissenschaftliche Definition der Transzendenz als Grundlage für die nachfolgende Analyse.
3. Die Transzendenz des Musikalischen im Opus Wolfgang Amadeus Mozarts: Das Hauptkapitel untersucht Mozarts Auseinandersetzung mit der türkischen Musik und der christlichen Kirchenmusik als zwei Pole seines Schaffens.
4. Fazit - Mozart zwischen den Kulturen?: Das Fazit zieht den Schluss, dass Mozarts Opus zwar durch die Verarbeitung unterschiedlichster Einflüsse besticht, er jedoch stets der abendländischen Tradition verpflichtet blieb.
5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die zur Erarbeitung der vorliegenden Bachelorarbeit herangezogen wurden.
Wolfgang Amadeus Mozart, Transzendenz, Osmanisches Reich, Janitscharenmusik, Turkomanie, Alla Turca, Kirchenmusik, Requiem KV 626, Musikgeschichte, Kontrapunkt, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Michael Haydn, Musikalischer Dialog, Interkulturalität.
Die Bachelorarbeit von Leon Jaekel befasst sich mit der Vielfalt in Mozarts Schaffen und untersucht, wie er kulturell fremde Einflüsse, insbesondere aus dem osmanisch-türkischen Raum, sowie Traditionen des christlichen Abendlandes in seine Werke integriert hat.
Zentral sind die Auseinandersetzung mit der "türkischen Mode" im 18. Jahrhundert, Mozarts spezifische Verwendung von "türkischen" musikalischen Stilmitteln sowie die Analyse seines kirchenmusikalischen Spätwerks unter besonderer Berücksichtigung des Requiems.
Die Arbeit fragt nach der "Transzendenz des Musikalischen" und prüft, ob Mozarts Verwendung türkischer Elemente einen echten transkulturellen Austausch darstellt oder ob er diese Elemente lediglich als exotische Stilmittel in seinen abendländischen Kompositionsstil einbettete.
Der Autor stützt sich auf eine musikwissenschaftliche Analyse ausgewählter Werkbeispiele, stellt diese in ihren historischen Kontext und setzt sich mit der musikwissenschaftlichen Fachliteratur sowie zeitgenössischen Quellen und Briefen auseinander.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Bereiche: Die Analyse orientalischer Einflüsse in weltlichen Werken (u.a. Violinkonzert KV 219, Entführung aus dem Serail) und die Untersuchung der abendländischen, sakralen Inspirationen im Requiem KV 626 unter Einbeziehung barocker Vorbilder.
Die wichtigsten Schlagworte sind Transzendenz, Mozarts Requiem, Janitscharenmusik, türkische Musik, abendländische Kirchenmusik, Kontrapunkt sowie die Einflüsse von Händel, Bach und Michael Haydn.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Mozart keine authentische türkische Musik im modernen Sinne adaptierte, sondern einen limitierten Fundus an Klischees und musikalischen Effekten nutzte, die auf das Wiener Publikum zugeschnitten waren.
Diese Treffen waren entscheidend für Mozarts Studium barocker Kontrapunktik und der Werke von Händel und Bach, was maßgeblich die kompositorische Struktur seines späteren Requiems beeinflusste.
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