Bachelorarbeit, 2018
53 Seiten
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einführung
2. Der Märchenfilm als Transformation eines literarischen Märchens
3. Filmanalyse
3.1 Filmographische Daten
3.2 Story – Fabel – Thema
3.3 Produktionsbedingungen und entstehungspolitischer Kontext
3.4 Das singende, klingende Bäumchen als Beispiel eines filmischen Konglomerats verschiedener Erzähltypen und Motive
3.5 Ein Feen-Mährchen aus der Braunschweiger Sammlung als konkrete Vorlage?
3.6 Die Stilmerkmale des Märchens im Transformationsprozess
3.6.1 Lüthis Stilmerkmale
3.6.2 Märchenwunder und Filmtricks
3.7 Weitere filmästhetische Analyseaspekte
3.8 Rezeption des Märchenfilmes
3.8.1 Rezeption in den 50er Jahren
3.8.2 Rezeption in Großbritannien
4. Das singende, klingende Bäumchen in der Tradition der Tierbräutigam-Märchen
5. Schluss
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den DEFA-Märchenfilm "Das singende, klingende Bäumchen" aus dem Jahr 1957. Das primäre Ziel ist es, unter wissenschaftlicher Anwendung literatur- und filmwissenschaftlicher Methoden die Frage nach der literarischen Vorlage zu klären, welche bisher nicht eindeutig identifiziert werden konnte, und dabei narratologische sowie formalästhetische Aspekte der Transformation vom literarischen Text zum Film zu beleuchten.
3.4 Das singende, klingende Bäumchen als Beispiel eines filmischen Konglomerats verschiedener Erzähltypen und Motive
Nicht nur den Prinzen hat die Suche nach dem singenden, klingenden Bäumchen beschäftigt, sondern im Zusammenhang mit der literarischen Vorlage auch die Forscher. Zwar ist auf der Rückseite der DVD-Ausgabe aus dem Jahr 2000 des gleichnamigen Filmes zu lesen: „Ein Farbfilm frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm“ – durchforstet man allerdings die grimmschen Kinder- und Hausmärchen, darunter auch die ausgeschiedenen Texte, so trifft man keineswegs auf eine solche Erzählung mit dem Titel Das singende, klingende Bäumchen. Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme sowie auch der Vorspann des Filmes selbst geben den Hinweis, dass es sich bei der Literaturvorlage um ein Fragment der Gebrüder Grimm handelt. Schmitt ignoriert scheinbar das Wort „Fragment“ und bestimmt das nicht fragmentarisch vorliegende Märchen Das singende, springende Löweneckerchen (KHM 88) als Grundgerüst für die Handlung des Filmes. Nicht nur die ähnlich lautenden Titel lassen einen Bezug durchaus vermuten, auch einige Motive des diesem Märchen zugrundeliegenden Erzähltyps AaTh 425A (Amor und Psyche) weisen Übereinstimmungen mit den Motiven des Märchenfilmes auf, jedoch gibt es auch gravierende Unterschiede. KHM 88 berichtet von einem Mann, der sich auf Reisen begibt und seine drei Töchter fragt, was er ihnen mitbringen solle. Die jüngste und ihm liebste Tochter wünscht sich ein singendes, springendes Löweneckerchen. Der Mann findet dies in einem Wald, jedoch gehört es einem Löwen, dem er aus Angst nun das versprechen muss, was ihm Zuhause als erstes begegnet. Das ist schließlich seine jüngste Tochter, welche sich freiwillig dem Löwen übergibt. Dieser stellt sich als ein verzauberter Königssohn heraus, der bei Tag ein Löwe ist, bei Nacht jedoch seine menschliche Gestalt annimmt. Beide heiraten und leben einige Zeit vergnügt, bis die Frau ein Verbot übertritt, wodurch der Prinz sich in eine Taube verwandelt. Sieben Jahre lang begibt sich die Frau auf eine quälende Suchwanderung nach ihrem verlorenen Ehemann, muss zahlreiche Prüfungen überstehen und verliert ihn beinahe an eine andere Frau, bis sie am Ende jedoch wieder mit ihm und ihrem gemeinsamen Kind vereint ist.
1. Einführung: Die Einleitung erläutert das persönliche und wissenschaftliche Interesse an dem DEFA-Märchenfilm und stellt das Vorhaben dar, die literarische Vorlage zu erforschen.
2. Der Märchenfilm als Transformation eines literarischen Märchens: Dieses Kapitel theoretisiert den Medienwechsel vom literarischen Text zum Film als Transformation und identifiziert die erzählerische Struktur als Vergleichsbasis.
3. Filmanalyse: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Untersuchung des Films, angefangen bei filmographischen Daten bis hin zu einer tiefgehenden Analyse der filmästhetischen Mittel und Rezeptionsgeschichte.
4. Das singende, klingende Bäumchen in der Tradition der Tierbräutigam-Märchen: Hier wird der Film in den Kontext der Tierbräutigam-Märchen gestellt und die erlösende Kraft der Liebe unter psychologischen Aspekten gedeutet.
5. Schluss: Das Fazit fasst die Forschungsergebnisse zusammen und bestätigt die These der Montage-Technik sowie die Bedeutung als eigenständige, freie Transformation.
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Die Arbeit analysiert den DEFA-Märchenfilm „Das singende, klingende Bäumchen“ aus dem Jahr 1957, um seine literarischen Ursprünge zu ergründen und die filmischen Adaptionsstrategien zu verstehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der narrativen Struktur, der Transformation von literarischen Märchen in den Film, den Produktions- und Rezeptionsbedingungen in der DDR und Großbritannien sowie den filmkünstlerischen Gestaltungsmitteln.
Das Hauptziel ist die Klärung der literarischen Vorlage des Films, da offizielle Angaben oft nur vage von einem "Fragment der Gebrüder Grimm" sprechen. Zudem soll untersucht werden, wie der Film das Genre des Märchenfilms durch spezifische Transformationen und filmische Mittel prägt.
Es wird eine literatur- und filmwissenschaftliche Herangehensweise genutzt, wobei insbesondere Erzähltypen und Motive nach dem Motif-Index von Stith Thompson verglichen sowie filmästhetische Analysetechniken angewandt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Filmanalyse, die von filmographischen Fakten über die Untersuchung von Story, Fabel und Thema bis hin zur detaillierten Betrachtung von Spezialeffekten, Rezeption und der stilistischen Einordnung reicht.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie DEFA-Märchenfilm, Transformation, Erzähltypen, Tierbräutigam-Märchen und Filmanalyse.
Der Zwerg fungiert als zentraler Antagonist, dessen Handeln die Verzauberung des Prinzen motiviert und als Katalysator für den Entwicklungsprozess der Prinzessin im magischen Reich dient.
Da der Film nicht auf einer einzelnen, durchgehenden literarischen Quelle basiert, sondern Handlungselemente und Motive aus verschiedenen Erzähltypen (z.B. Amor und Psyche, König Drosselbart) kombiniert, wird er als Montage-Werk (Bricolage) verstanden.
Während der Film in der DDR aufgrund einer fehlenden expliziten sozialistischen Gesinnung von Kritikern teils scharf abgelehnt wurde, erreichte er in Großbritannien Kultstatus, wo er aufgrund seiner fremdartigen Farbdramaturgie und Optik als faszinierend, grotesk und mitunter unheimlich wahrgenommen wurde.
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