Diplomarbeit, 2011
92 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Die Unternehmenskrise
2.1 Klassifizierung von Unternehmenskrisen
2.1.1 Vier-Phasen-Modell nach KRYSTEK
2.1.2 Vier-Phasen-Modell nach MÜLLER
2.2 Krisenerkennung
2.2.1 Früherkennung
2.2.2 Krisenerkennung durch Jahresabschlussdaten
2.2.3 Krisendiagnose ohne Früherkennung
2.3 Krisenbewältigung
2.3.1 Ertragswirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen
2.3.2 Finanzwirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen
2.4 Abgrenzung von Nonprofit-Unternehmen
3 Unternehmensbewertung in Krisenfällen
3.1 Anlässe für die Unternehmensbewertung
3.2 Funktionen des Bewerters
3.3 Einzelbewertungsverfahren
3.3.1 Substanzwert
3.3.1.1 Allgemeine Vorgehensweise
3.3.1.2 Probleme und Risiken bei Krisenunternehmen
3.3.2 Liquidationswert
3.3.2.1 Allgemeine Vorgehensweise
3.3.2.2 Probleme und Risiken bei Krisenunternehmen
3.3.2.3 Konkretes Bewertungsbeispiel für ein Krisenunternehmen
3.4 Multiplikatoren
3.4.1 Multiplikatoren zur Bewertung eines Unternehmens
3.4.2 Kritik am Multiplikator-Ansatz und Probleme bei Krisenunternehmen
3.4.3 Konkretes Bewertungsbeispiel für ein Krisenunternehmen
3.5 Gesamtbewertungsverfahren
3.5.1 Allgemeine Vorgehensweise
3.5.2 Vergangenheitsanalyse
3.5.3 Due Diligence
3.5.3.1 Financial Due Diligence
3.5.3.2 Commercial Due Diligence
3.5.3.3 Strategic Due Diligence
3.5.3.4 Tax und Legal Due Diligence
3.5.3.5 Besonderheiten im Krisenfall
3.5.4 Planung der zukünftigen Cash-Flows
3.5.4.1 Detailplanung und Ewige Rente
3.5.4.2 Besonderheiten im Krisenfall
3.5.5 Berechnung des CAPM
3.5.5.1 Risikofreier Zins und Marktrendite
3.5.5.2 Beta-Faktor
3.5.6 Berechnung des WACC
3.6 Der WACC-Ansatz
3.6.1 Der WACC-Ansatz in der Unternehmenskrise
3.6.2 Konkretes Bewertungsbeispiel für ein Krisenunternehmen
3.7 Der Ertragswert-Ansatz nach IDW S 1 – Bewertungsbeispiel für Krisenunternehmen
3.8 Der APV-Ansatz – Bewertungsbeispiel für Krisenunternehmen
3.9 Mischverfahren
3.10 Gemischte Unternehmenswerte
3.11 Break up Valuation
4 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die Eignung verschiedener Verfahren der Unternehmensbewertung im Kontext von Krisenunternehmen. Angesichts der besonderen Herausforderungen, wie mangelnde Verlässlichkeit historischer Daten und hohe Zukunftsunsicherheit, zielt die Untersuchung darauf ab, fundierte Bewertungsansätze für Unternehmen in wirtschaftlichen Krisensituationen aufzuzeigen.
3.4.2 Kritik am Multiplikator-Ansatz und Probleme bei Krisenunternehmen
Der Multiplikator-Ansatz an sich ist nicht frei von Kritik. COENENBERG sieht die Probleme dieses Verfahrens in der Tatsache, dass „Identität aller Parameter bei Vergleichs- und Bewertungsobjekt“ gegeben sein muss. Dies ist sehr schwierig zu erreichen, da schon intuitiv nahezu ausgeschlossen scheint, dass es zwei exakt gleiche Unternehmen gibt. Des Weiteren ist der Multiplikator-Ansatz nicht zur Ermittlung von Wertbeiträgen und auch nicht zur Grenzpreisfindung geeignet. Ein weiterer Kritikpunkt beschreibt, dass das Verfahren an sich vergangenheitsbezogen ist. Diese Tatsache wird dann noch mit der Gegebenheit, dass die Multiplikatoren zu den statischen Verfahren gehören, verbunden. Damit können natürlich auch keine Wachstumsaussichten in diesen Ansatz integriert werden. Als nächstes Problem kann die unterschiedliche Rechnungslegung auf den verschiedenen Kontinenten genannt werden. Diese schränkt die Vergleichbarkeit ein, da ein und derselbe Sachverhalt unterschiedlich dargestellt werden kann und somit auch eine unterschiedliche Auswirkung auf den Jahresabschluss erzielt wird. Dem Multiplikator-Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass es effiziente Kapitalmärkte gibt, die davon ausgehen, dass die gelisteten Unternehmen richtig bewertet sind. Allerdings ist diese Annahme nicht zutreffend, da es in der Realität keine effizienten Kapitalmärkte gibt.
Bei der Bewertung von Krisenunternehmen mittels Multiplikatoren muss beachtet werden, dass nicht alle vorher vorgestellten Multiplikatoren verwendet werden können. Da bei einem Krisenunternehmen in aller Regel kein Gewinn vorhanden ist, können das Kurs-Gewinn-Verhältnis und andere, gewinnbasierte Multiplikatoren nicht angewendet werden. Für den Marktwert-Buchwert-Multiplikator gilt dabei ähnliches. Hier ist zu beachten, dass ein Krisenunternehmen nach einiger Zeit kein Eigenkapital mehr besitzt und daher dieser Multiplikator nicht mehr angewendet werden kann.
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit, die sich mit der methodischen Eignung von Bewertungsverfahren für Unternehmen in der Krise befasst.
2 Die Unternehmenskrise: Analysiert Phasenmodelle von Unternehmenskrisen und erläutert Möglichkeiten der Krisenerkennung sowie Ansätze zur Krisenbewältigung.
3 Unternehmensbewertung in Krisenfällen: Untersucht systematisch verschiedene Bewertungsverfahren (Einzel-, Multiplikator- und Gesamtbewertung) hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit bei Krisenunternehmen.
4 Zusammenfassung und Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen Anpassung der Bewertungsverfahren sowie die Bedeutung der Due Diligence.
Unternehmensbewertung, Krisenunternehmen, Unternehmenskrise, Sanierungsmaßnahmen, Due Diligence, WACC-Ansatz, Ertragswert-Verfahren, Multiplikatoren, Liquidationswert, Krisenfrüherkennung, Finanzkrise, Insolvenzrisiko, Cash-Flow, Unternehmensstrategie, Kapitalmarktwert.
Die Arbeit befasst sich mit den spezifischen Herausforderungen und geeigneten Methoden der Unternehmensbewertung, wenn sich das zu bewertende Unternehmen in einer wirtschaftlichen Krise befindet.
Zentrale Themen sind die Charakterisierung und Phasen von Unternehmenskrisen, die Möglichkeiten der Früherkennung sowie die detaillierte Analyse verschiedener Bewertungsmodelle unter Krisenbedingungen.
Das primäre Ziel ist es, die vorhandenen Verfahren der Unternehmensbewertung kritisch auf ihre Eignung zur Bewertung von Krisenunternehmen zu untersuchen und Anpassungserfordernisse aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Gegenüberstellung verschiedener Bewertungsmodelle, ergänzt durch praktische Bewertungsbeispiele (z.B. am Fall der Philipp Holzmann AG).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der Krisenursachen und -phasen sowie eine ausführliche Untersuchung der Einzel-, Multiplikator- und Gesamtbewertungsverfahren im Krisenkontext.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmensbewertung, Krisenmanagement, Due Diligence, WACC, Ertragswert-Verfahren und Insolvenzrisiko geprägt.
Da in Krisensituationen häufig Bilanzpolitik betrieben wird, können Kennzahlen verfälscht sein. Zudem bildet die Vergangenheit, die bei der Analyse herangezogen wird, die für die Zukunft notwendige Trendwende in der Krise oft nicht realistisch ab.
Sie fungiert als essentielles Hilfsmittel zur fundierten Aufdeckung von Risiken und zur Plausibilisierung der Plandaten, um eine Entscheidungsgrundlage trotz der hohen Unsicherheit zu schaffen.
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