Bachelorarbeit, 2018
78 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Armut
2.1 Erläuterung von Armut
2.2 Armutsentwicklung in Deutschland in den letzten Jahrzehnten
3. Erklärungsansatz von Pierre Bourdieu
3.1 Kapitalarten
3.2 Habitus
4. Prekäre Lebenslagen als Ursache für Armut
4.1 Atypische Beschäftigung
4.2 Familiäre Umstände
4.3 Persönliche Umstände
5. Auswirkungen von prekären Lebenslagen nach dem Ansatz von Pierre Bourdieu
5.1 Erwachsene
5.1.1 Einkommenssituation
5.1.2 Soziale Separation
5.1.3 Zwischen Gesundheit und Krankheit
5.2 Kinder/ Jugendliche als Betroffene von prekären Lebenslagen
5.2.1 Eltern als Vorbild
5.2.2 Wohnliche Segregation
5.2.3 Entwicklung bei Kindern/ Jugendlichen
5.2.4 Bildungstrichter und Nachhilfe
6. Lösungsmöglichkeiten nach Bourdieu
6.1 Ökonomisches Kapital
6.2 Kulturelles Kapital
6.3 Soziales Kapital
7. Fazit
Die Arbeit analysiert die Mechanismen der generationsübergreifenden Armut in Deutschland. Das zentrale Ziel ist es, zu klären, ob Armut von den Eltern an ihre Kinder vererbt wird, wobei insbesondere die Auswirkungen prekärer Lebenslagen auf verschiedene Generationen im Fokus stehen. Dabei wird untersucht, wie soziale Ungleichheit durch den Erklärungsansatz von Pierre Bourdieu – unter Nutzung der Konzepte von Kapitalarten und Habitus – theoretisch und praktisch nachvollziehbar gemacht werden kann.
3.1 Kapitalarten
Zunächst werden die verschiedenen Kapitalformen nach Pierre Bourdieu erläutert. Seine Kapitaltheorie besteht aus dem ökonomischen, kulturellen und sozialen Kapital. Zu Beginn wird dargestellt, was das ökonomische Kapital ist. Diese Form des Kapitals kann direkt und unmittelbar in Geld konvertiert werden, da es selbst aus wirtschaftlichem Kapital entstanden ist. Das ökonomische Kapital eignet sich zudem besonders gut zur Institutionalisierung, beispielsweise zum Kauf eines Hauses oder dergleichen, also zu allem, was man in Form von Geld erwerben kann (vgl. Bourdieu 1983, 185). Ein weiteres Merkmal von ökonomischem Kapital ist, dass durch dieses die anderen Kapitalarten erworben werden können, was durch einen mehr oder weniger großen Aufwand an Transformationsarbeit geschehen kann (vgl. ebd., 195).
Im Nachfolgenden wird beschrieben, was man unter kulturellem Kapital versteht. Kulturelles Kapital kann in drei Formen existieren: In einem inkorporierten, objektivierten und institutionalisierten Zustand. Beim inkorporierten Zustand handelt es sich um dauerhafte Dispositionen des Organismus, also um Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse. Damit ist die Akkumulation von Kultur in korporiertem Zustand gemeint, also in Bildung. Somit setzt inkorporiertes Kapital einen Verinnerlichungsprozess voraus. Hierbei geht es um die Aneignung von Bildungskapital, welches man sich nur selbst aneignen kann und nicht durch einen Fremden übernommen werden kann (vgl. Bourdieu 2001, 113 f.). Beim zweiten Zustand vom kulturellen Kapital handelt es sich um die Objektivierung (vgl. ebd., 113). Dieses ist „(…) in Form von kulturellen Gütern, Bildern, Büchern, Lexika, Instrumenten oder Maschinen, in denen bestimmte Theorien und deren Kritik, Problematiken usw. Spuren hinterlassen oder sich verwirklicht haben“ (Bourdieu 2001, 113), vorhanden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der generationsübergreifenden Armut in Deutschland ein, benennt die Brisanz des Themas und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das hermeneutische Vorgehen der Arbeit.
2. Armut: In diesem Kapitel wird der Begriff der Armut definiert, zwischen verschiedenen Armutsvarianten unterschieden und die Armutsentwicklung in Deutschland seit der Wiedervereinigung, inklusive Kinder- und Jugendarmut, aufgezeigt.
3. Erklärungsansatz von Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel erläutert Bourdieus Theorien zu den Kapitalarten (ökonomisches, kulturelles, soziales Kapital) und zum Habitus, die als theoretische Basis für die Analyse sozialer Ungleichheit dienen.
4. Prekäre Lebenslagen als Ursache für Armut: Der Fokus liegt hier auf atypischer Beschäftigung, familiären sowie persönlichen Umständen als Ursachen für prekäre Lebenslagen, wobei deren Zusammenhang mit Armutsrisiken analysiert wird.
5. Auswirkungen von prekären Lebenslagen nach dem Ansatz von Pierre Bourdieu: Hier werden die Auswirkungen der Armut differenziert nach Erwachsenen (Einkommen, soziale Separation, Gesundheit) und Kindern (Elternhaus, Segregation, Entwicklung, Bildung) untersucht.
6. Lösungsmöglichkeiten nach Bourdieu: Das Kapitel diskutiert staatliche und bürgerschaftliche Lösungsansätze für die drei Kapitalformen, um Armut zu lindern oder zu vermeiden, und bewertet deren Wirksamkeit.
7. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert, dass Armut ein komplexes Phänomen ist, das durch das Zusammenspiel vieler Faktoren verfestigt wird.
Generationsübergreifende Armut, Pierre Bourdieu, Kapitalarten, Habitus, prekäre Lebenslagen, relative Armut, Bildungschancen, soziale Ungleichheit, Kinderarmut, soziale Reproduktion, Alltagskompetenz, soziale Segregation, Armutsprävention, Sozialisation, Lebensverhältnisse
Die Arbeit analysiert die Situation der generationsübergreifenden Armut in Deutschland und untersucht, inwiefern Armut von einer Generation auf die nächste übertragen wird.
Die zentralen Themen sind Armutsursachen, die Rolle prekärer Lebenslagen, Bildungschancen und die Anwendung der soziologischen Theorien von Pierre Bourdieu auf diese Problematiken.
Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob Armut der Eltern an ihre Kinder vererbt wird und welche Rolle hierbei das familiäre und soziale Umfeld spielt.
Die Arbeit ist eine literaturbasierte Untersuchung, die das hermeneutische, also quellenanalytische Vorgehen nutzt.
Der Hauptteil analysiert auf Basis von Bourdieus Kapital- und Habitustheorie die Ursachen und Auswirkungen prekärer Lebenslagen auf Erwachsene und Kinder sowie bestehende Lösungsansätze.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Generationsübergreifende Armut, Pierre Bourdieu, Kapitalarten, Habitus, prekäre Lebenslagen und soziale Ungleichheit.
Bildung wirkt als zentrale Variable der sozialen Reproduktion, da das Elternhaus durch die Vermittlung von inkorporiertem kulturellem Kapital und Erziehungszielen maßgeblich über den Bildungserfolg und somit den sozialen Aufstieg oder Abstieg der Kinder entscheidet.
Alltagskompetenz wird als Teil des Humanvermögens betrachtet; ihr Fehlen gilt als prägendes Merkmal bei Familien in verwalteter Armut, während ihre Stärkung als Ansatzpunkt für Armutsprävention und Alltagsbewältigung dient.
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