Bachelorarbeit, 2018
51 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung oder auch: Über die Notwendigkeit vor den Kopf gestoßen zu werden ..........1
2. Ich – Die Ausländerin oder auch: Simmels Fremder reist an .............................................4
2.1 Wenn selbst die einfachsten Dinge schwierig werden: Der Untergang meines common sense.. 5
2.2 Eine Performance des Andersseins: Wir Austauschstudenten aus dem Globee Dorm................ 9
3. Der Lernprozess einer Fremden: Ein Balanceakt zwischen Anpassung und zweifelhafter Loyalität oder auch: Die Assimilation beginnt..........................................................................15
3.1 Mein Beitritt in einen koreanischen Studentenclub: Wie ich durch das Erlernen des Nunchis auf Akzeptanz von Koreanern traf .......................................................................................................... 16
3.2 Mein Dilemma: Wenn Objektivität lästig und Loyalität zweifelhaft wird................................... 22
4. Kennen Sie schon Ji-Won? oder auch: Eine assimilierte Fremde aus der Ferne................26
4.1 So ähnlich und doch so unterschiedlich zugleich: Die anderen Ausländer und ich.................... 27
4.2 Von der Assimilation zu Inklusion und Marginalität: Wir marginal men der Neuzeit ................ 32
5. Ich – Der kulturelle Bastard oder auch: Ji-Won kehrt nach Deutschland zurück............37
6. Fazit und soziologischer Ausblick oder auch: Der Fremde des 21. Jahrhunderts als Idealtypus hyperkultureller Identitäten ...................................................................................................43
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Fremdheit aus autoethnographischer Perspektive während eines einjährigen Auslandsaufenthalts in Südkorea. Dabei wird analysiert, wie sich Identität im Spannungsfeld zwischen Kulturschock, Assimilation und der Entstehung einer hybriden Identität als "kultureller Bastard" entwickelt.
3.1 Mein Beitritt in einen koreanischen Studentenclub: Wie ich durch das Erlernen des Nunchis auf Akzeptanz von Koreanern traf
Nachdem ich also meine anfänglichen Schwierigkeiten in Korea überwunden und mich mittlerweile sogar zu einem wahren Restaurant Guide gemausert hatte, verbrachte ich die meisten meiner Tage mit Koreanisch lernen, Arbeiten gehen und Freunde treffen. Da viele meiner Freunde in ihre Heimatländer zurückgekehrt waren (bis auf unseren Waliser George, die irische Feministin Rachael und Angela, die sich auch vier Monate später noch jeden Tag über ihren Freund aufregte), hatte ich beschlossen einem der vielen koreanischen Studentenclubs beizutreten: Beatholic – eine Gruppe junger Studenten, die im Namen der Uni Partys organisierten und sich gelegentlich als Musikproduzenten und DJs versuchten. Wir trafen uns jeden Mittwochabend um unsere aktuellen Projekte zu planen und begaben uns danach in so genannte Suljibs, typisch koreanische Bars in denen meistens Soju oder Maekju (eine Mischung aus Bier und Soju) getrunken wurde. Auch Anju, eine leichte Speise, die man während des Alkohol Konsums isst, wurde immer mitbestellt und so hüpften wir an einem kalten und verschneiten Mittwoch im Januar wie jede Woche von Bar zu Bar und tranken so lange bis der erste Kurs am nächsten Morgen wieder anfing.
Wie erfolgreich der Akkulturationsprozess des Fremden verläuft hängt sowohl von der persönlichen Motivation und Disposition des Individuums (Berry 1997: 23; Dow 2011: 223; Zhou et al. 2008: 67) und seine Situation im Herkunftsland (Berry 1997: 16), als auch vom Aufnahmesystem selbst ab (Berry 1997: 16f; Berry / Sam 2010: 476; Eisenstadt 1952: 225: zit. n. Esser 1980: 82f). Die Opportunitäten, die vom Aufnahmesystem dem Fremden zur Verfügung gestellt werden, tragen erheblich zum Verlauf der Akkulturation bei, indem so dem Individuum barrierefreier Zugang zu allen Bereichen des Aufnahmesystems ermöglicht wird (Esser 1980: 92-94).
1. Einleitung oder auch: Über die Notwendigkeit vor den Kopf gestoßen zu werden: Die Einleitung führt in das autoethnographische Experiment ein und erläutert die Relevanz soziologischer Konzepte von Fremdheit angesichts eines Auslandssemesters in Seoul.
2. Ich – Die Ausländerin oder auch: Simmels Fremder reist an: Dieses Kapitel widmet sich der Ankunft in der fremden Kultur und analysiert den Kulturschock sowie den Verlust des gewohnten Alltagsverstandes (common sense).
3. Der Lernprozess einer Fremden: Ein Balanceakt zwischen Anpassung und zweifelhafter Loyalität oder auch: Die Assimilation beginnt: Hier wird der Prozess der Akkulturation durch die aktive Teilhabe an sozialen Strukturen (Studentenclub) und das Erlernen kulturspezifischer Kommunikation (Nunchi) untersucht.
4. Kennen Sie schon Ji-Won? oder auch: Eine assimilierte Fremde aus der Ferne: Das Kapitel reflektiert den Grad der Assimilation und die damit einhergehenden Verschiebungen symbolischer Grenzziehungen im Alltag.
5. Ich – Der kulturelle Bastard oder auch: Ji-Won kehrt nach Deutschland zurück: Die Rückkehr in die Heimat wird als erneute Krisensituation thematisiert, die zur Herausbildung einer hybriden "Patch-Identität" führt.
6. Fazit und soziologischer Ausblick oder auch: Der Fremde des 21. Jahrhunderts als Idealtypus hyperkultureller Identitäten: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Rolle des Reisenden als Prototyp für zukünftige, hyperkulturelle Identitätsentwürfe.
Autoethnographie, Fremdheit, Akkulturation, Assimilation, Kulturschock, Marginalität, Marginal man, Third-Culture-Kids, Identität, Hybrididentität, symbolische Grenzziehung, Südkorea, Nunchi, Soziologie, Edgewalker
Die Arbeit ist ein autoethnographischer Bericht, der die soziologischen Prozesse von Fremdheit, Anpassung und Identitätsveränderung während eines Auslandsaufenthalts in Südkorea erforscht.
Die zentralen Themen sind das Gefühl des Fremdseins, die Dynamik von Akkulturation und Assimilation, die Bedeutung ethnischer Grenzziehungen sowie die Entstehung hybrider Identitäten durch globale Mobilität.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich soziologische Theorien über Fremdheit in der Praxis manifestieren und wie ein Individuum durch die Erfahrung zwischen zwei Kulturen eine neue, hybride Identität ("kultureller Bastard") entwickelt.
Die Arbeit nutzt die Autoethnographie, bei der die Autorin ihre eigenen Erfahrungen, Tagebuchnotizen und Blogeinträge systematisch mit soziologischen Theorien (z.B. von Simmel, Schütz, Esser) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen des Auslandsaufenthalts: die anfängliche Orientierungslosigkeit (Kulturschock), den Lernprozess der Assimilation durch soziale Kontakte und schließlich die Identitätskrise bei der Rückkehr.
Die wichtigsten Begriffe sind Autoethnographie, Fremdheit, Assimilation, Marginalität, Hybrididentität und kultureller Bastard.
Das Nunchi fungiert als zentrales Kommunikationstool, das der Autorin den Zugang zum "Insiderwissen" der koreanischen Kultur ermöglicht und ihre erfolgreiche Assimilation innerhalb der Gruppe der koreanischen Studenten einleitet.
Er beschreibt ein Individuum, das sich zwischen zwei Welten bewegt, keiner dieser Welten mehr vollständig angehört, aber aus der Verbindung beider Kulturen eine neue, eigene Identität schöpft.
Aufgrund des "Reverse Culture Shock" funktionieren die in Südkorea verinnerlichten zivilisatorischen Muster in Deutschland nicht mehr, was die Autorin in eine Identitätskrise stürzt, da sie sich nun auch in ihrer Heimat fremd fühlt.
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