Bachelorarbeit, 2017
85 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit und persönliche Motivation
1.3 Abgrenzung des Themas
1.4 Vorgehen
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Methodik der Arbeit
2.2 Definition wichtiger Begriffe
2.3 Euromarktfinanzierung
2.4 Akzeptkredit
2.5 Exportfactoring
2.6 Forfaitierung
3 Staatliche Exportkreditversicherung
3.1 OECD- und Berner Union-Regelungen
3.2 Formen der Deckung durch den Bund
3.2.1 Lieferantenkreditdeckung
3.2.2 Fabrikationsrisikodeckung
4 Kurzfristige Finanzierung. Kostenvergleich
4.1 Allgemeine Ausgangslage
4.2 Kosten der Hermesdeckung
4.3 Kontokorrentkreditkosten
4.4 Akzeptkreditkosten
4.5 Kosten des Exportfactorings
4.6 Vergleich von Kosten
5 Kurzfristige Finanzierung. SWOT-Analyse
5.1 Kontokorrentkredit
5.2 Akzeptkredit
5.3 Exportfactoring
5.4 Vergleich der Ergebnisse der SWOT-Analyse
6 Mittelfristige Finanzierung. Kostenvergleich
6.1 Allgemeine Ausgangslage
6.2 Hermesdeckung-Kosten
6.3 Eigenkapitalfinanzierung
6.4 Fremdkapitalfinanzierung
6.5 Forfaitierung
6.6 Vergleich von Kosten
7 Mittelfristige Finanzierung. SWOT-Analyse
7.1 Eigenkapitalfinanzierung
7.2 Fremdkapitalfinanzierung
7.3 Forfaitierung
7.4 Vergleich der Ergebnisse der SWOT-Analyse
8 Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Bewertung geeigneter Instrumente der kurzfristigen sowie Finanzierungsformen der mittelfristigen Ausfuhrfinanzierung unter Berücksichtigung der Risikoabsicherungskosten für Exportgeschäfte mit Weißrussland. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie deutsche Exporteure ihre Delkredererisiken minimieren können und welche spezifischen Chancen und Risiken mit den jeweiligen Finanzierungsmethoden verbunden sind.
2.6 Forfaitierung
Eine weitere Finanzierungsform für Lieferantenkredite ist Forfaitierung. Darunter versteht man den regresslosen Ankauf von mittel- bis langfristigen Einzelforderungen im Außenhandel. Regressloser Ankauf bedeutet, dass das Kreditinstitut nach dem Vertragsabschluss alle wirtschaftlichen und politischen Risiken alleine trägt.64 Um die Entscheidung für oder gegen ein spezielles Kreditinstitut zu treffen, beschafft der Exporteur eine Festofferte von einer Finanzierungsgesellschaft, in der sie sich zur Forfaitierung zu den genannten Konditionen verpflichtet.65 Als Sicherheit fordert die Forfaitierungsgesellschaft vom Exporteur, dass sein ausländischer Kunde einen Solawechsel ausstellt, der mit einem Blanko-Indossament versehen ist. Der Solawechsel, auch Eigenwechsel genannt, weil Aussteller und Schuldner eine Person ist.66 Der Solawechsel ist ein Versprechen des Schuldners zu einem bestimmten Zeitpunkt an die Person, die im Ordervermerk genannt ist, zu zahlen.67 Indossament ist eine schriftliche Übertragungserklärung, sie ist meist auf der Rückseite der Urkunde angebracht.68 Blanko-Indossament ist ein Indossament auf dem Wechsel oder Scheck mit der Unterschrift vom Inhaber, der Empfänger ist nicht benannt. Damit kann er wie ein Inhaberpapier übertragen werden.69
Der Solawechsel muss bei der Hausbank des Exporteurs eingereicht werden. Am Finanzmarkt werden solche Forfaitierungswechsel angekauft, deren Schuldner eine gute Bonität haben und international bekannt sind, ansonsten wird i.d.R. zusätzlich ein Bankaval gefordert, d.h. die Bürgschaft einer international anerkannten Bank. Es werden nur die Wechsel forfaitiert, die in frei konvertierbare Währung ausgestellt sind, andere Währungen werden nur unter besonderen Bedingungen gehandelt.70 Die Forderungen müssen abstrakt sein und können auch als Akkreditiv oder Buchforderung bestehen.71 Der Forfaitierungsverlauf ist in der Abbildung 4 dargestellt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik deutscher Exporte nach Weißrussland ein, begründet das Ziel der Arbeit zur Untersuchung von Finanzierungsinstrumenten und stellt die methodische Vorgehensweise vor.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel definiert wesentliche Fachbegriffe und erläutert die methodischen Ansätze, insbesondere den Kostenvergleich und die SWOT-Analyse zur Entscheidungsfindung.
3 Staatliche Exportkreditversicherung: Hier werden die Mechanismen der staatlichen Ausfuhrkreditgarantien, bekannt als Hermesdeckung, sowie die internationalen Regelungen von OECD und Berner Union dargestellt.
4 Kurzfristige Finanzierung. Kostenvergleich: In diesem Kapitel werden die Finanzierungskosten für den Kontokorrentkredit, den Akzeptkredit und das Exportfactoring an einem konkreten Beispiel berechnet und verglichen.
5 Kurzfristige Finanzierung. SWOT-Analyse: Basierend auf den zuvor ermittelten Werten erfolgt eine qualitative Bewertung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der kurzfristigen Finanzierungsinstrumente mittels einer Bewertungsmatrix.
6 Mittelfristige Finanzierung. Kostenvergleich: Dieses Kapitel überträgt die Analyse auf mittelfristige Finanzierungsformen wie Eigenkapital, Fremdkapital und Forfaitierung, inklusive der entsprechenden Kostenkalkulationen.
7 Mittelfristige Finanzierung. SWOT-Analyse: Analog zum fünften Kapitel erfolgt hier eine strategische SWOT-Analyse der mittelfristigen Finanzierungsoptionen zur Unterstützung der Entscheidungsfindung.
8 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse der Kostenvergleiche und Analysen, um Handlungsempfehlungen für die Ausfuhrfinanzierung im Kontext weißrussischer Exportgeschäfte zu geben.
Ausfuhrfinanzierung, Weißrussland, Exportkredit, Hermesdeckung, Delkredererisiko, Kontokorrentkredit, Akzeptkredit, Exportfactoring, Forfaitierung, Kostenvergleich, SWOT-Analyse, Eigenkapitalfinanzierung, Fremdkapitalfinanzierung, Bonität, Zahlungsziel.
Die Arbeit analysiert verschiedene Instrumente und Formen der kurz- und mittelfristigen Ausfuhrfinanzierung für deutsche Unternehmen, die Waren nach Weißrussland exportieren, unter besonderer Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken und Kosten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Exportkreditversicherung (Hermesdeckung), dem Vergleich von Finanzierungskosten sowie der strategischen Bewertung von Finanzierungsmethoden durch SWOT-Analysen.
Das Ziel ist es, für deutsche Exporteure eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen, um jeweils das passende Instrument für die kurzfristige bzw. mittelfristige Finanzierung unter Einbeziehung von Risikoabsicherungskosten zu identifizieren.
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus einer quantitativen Kostenvergleichsrechnung für verschiedene Finanzierungsalternativen und einer qualitativen SWOT-Analyse, um Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung kurzfristiger Instrumente (Kontokorrent, Akzeptkredit, Factoring) und mittelfristiger Formen (Eigen- und Fremdkapital, Forfaitierung), jeweils ergänzt durch eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse.
Wesentliche Begriffe sind Ausfuhrfinanzierung, Hermesdeckung, Delkredererisiko, Bonitätsprüfung, Lieferantenkredit sowie die verschiedenen gewählten Finanzierungsformen.
Weißrussland wird laut OECD in eine hohe Risikokategorie eingestuft, was politische und wirtschaftliche Unsicherheiten wie Transferbeschränkungen oder Zahlungsausfälle mit sich bringt, die eine professionelle Absicherung notwendig machen.
Die Hermesdeckung kann als ergänzende Sicherheit genutzt werden, ist jedoch bei der Forfaitierung nicht zwingend erforderlich, da das Kreditinstitut beim regresslosen Ankauf das Ausfallrisiko übernimmt, was allerdings mit entsprechenden Kosten verbunden ist.
Der Akzeptkredit profitiert von relativ niedrigen Zinskonditionen, die durch die gute Bonität der beteiligten Parteien und die rechtliche Durchsetzbarkeit der Wechselforderungen begünstigt werden.
Obwohl das Factoring hohe Kosten verursacht, bietet es den Vorteil, administrative Aufgaben wie das Inkasso auszulagern und die eigene Bilanz durch den Forderungsverkauf zu entlasten, was die Liquidität erhöht.
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