Bachelorarbeit, 2017
59 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Religion in der Politikwissenschaft
2.1 Betrachtungsweisen von Religion und Politik
2.2 Zum Begriff der Religion und Religiosität
3 Evangelikalismus und Politik in Deutschland
3.1 Der Begriff des Evangelikalismus
3.2 Die evangelikale Bewegung in Deutschland
3.3 Politik und Evangelikalismus in Deutschland
4 Empirischer Teil
4.1 Fragestellung
4.2 Datensammlung
4.3 Das Untersuchungsdesign
4.4 Der Fragebogen
4.5 Deskriptive Darstellung
4.6 Ergebnisse
5 Diskussion
6 Fazit
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Religiosität und politischen Einstellungen am Beispiel von Studierenden der Universität Freiburg, um die Relevanz religiöser Faktoren in der empirischen Politikwissenschaft aufzuzeigen und die Entkopplungsthese zu hinterfragen.
2.1 Betrachtungsweisen von Religion und Politik
Geht man von einem Schichtenmodell der Politik aus (Patzelt 2007: 47), lässt sich der Einfluss der Religion auf die Politik grob auf drei Ebenen beschreiben: Auf einer Mikroebene können religiöse Werte, Überzeugungen und Einstellungen der Politiker einen immensen Einfluss auf ihr Stimmverhalten in den Gremien haben (Liedhegener und Thieme 2015: 690). Wähler entscheiden möglicherweise konfessionell (Liedhegener 2006) oder betrachten die religiöse Ausrichtung einer Partei als wahlentscheidend. Auf der Mesoebene bilden Individuen soziale Gruppen und versuchen über religiös ausgerichtete Organisationen und Verbände Einfluss auf politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse zu nehmen.
Definiert man Politik über das „Herstellen allgemein verbindlicher Regelungen (Patzelt 2007: 22)“, wird klar, warum Religionen ein besonderes Interesse am Einfluss auf die Politik haben könnten. Religionsgemeinschaften waren immer schon darauf aus, ihre Wert- und Moralvorstellungen in gesellschaftliche Bereiche außerhalb ihrer Gemeinden zu transportieren. In Form von so genannten ‚promotional groups‘ versuchen Religionen ihre Wertorientierungen und Moralvorstellungen in die Politik miteinzubringen und können somit indirekt religiöses Sozialkapital bilden (Putnam 2000). Auch auf der Makroebene kann Religion relevant werden, wenn es um kulturelle Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen politischen Systemen geht (Huntington 2002). Ohne auch nur annähernd die zahlreichen Interaktionsfelder zwischen Religion und Politik in ihrer Fülle beschrieben zu haben, lässt sich hier bereits erahnen, dass die Beziehung zwischen beiden sehr komplex und vielschichtig ist.
1 Einleitung: Die Einleitung kritisiert das langjährige Desinteresse der Politikwissenschaft am Phänomen Religion und führt in die Relevanz des Evangelikalismus als zentrales Thema ein.
2 Religion in der Politikwissenschaft: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Spannungsfeld zwischen Religion und Politik und diskutiert verschiedene Religionsbegriffe sowie deren Operationalisierung.
3 Evangelikalismus und Politik in Deutschland: Hier werden der Begriff des Evangelikalismus, die Struktur der evangelikalen Bewegung in Deutschland und deren politische Kanäle dargestellt.
4 Empirischer Teil: Dieser Teil beschreibt das methodische Design der Befragung, das Instrumentarium zur Messung der Religiosität und der politischen Einstellungen sowie die deskriptive Auswertung der erhobenen Daten.
5 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Hinblick auf die initialen Hypothesen und die theoretische Literatur.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die anhaltende Relevanz religiöser Überzeugungen für die politische Landschaft.
Evangelikalismus, Religiosität, Politikwissenschaft, Post-Critical-Belief-Skala, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, politische Einstellungen, Fundamentalismus, Parteienpräferenz, Säkularisierung, Religionssoziologie, Studierende, Campus für Christus, Studentenmission Deutschland, Werte, politisches Verhalten.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Religiosität von Studierenden und deren politischen Einstellungen, wobei ein besonderer Fokus auf evangelikalen Studierenden liegt.
Zentrale Themen sind der Einfluss von Religion auf politisches Handeln, der Evangelikalismus in Deutschland, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und die Frage nach der Säkularisierung.
Das Ziel ist es, eine empirische Forschungslücke in Deutschland zu schließen und zu prüfen, ob Religiosität weiterhin als relevanter Einflussfaktor für politische Überzeugungen gelten kann.
Es wurde ein quantitatives Untersuchungsdesign (Quasiexperiment) mit einer standardisierten Befragung von 277 Studierenden durchgeführt, wobei die Post-Critical-Belief-Skala zur Messung der Religiosität genutzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Verhältnisses von Religion und Politik sowie einen umfangreichen empirischen Teil, der das Studiendesign, die Befragung und die statistische Auswertung (Regression) umfasst.
Die Gruppen dienen als Vergleichseinheiten: Es werden BWL-Studierende, Theologiestudierende und Studierende aus drei verschiedenen evangelikalen Organisationen einander gegenübergestellt.
Die Arbeit stellt fest, dass evangelikale Studierende die AfD signifikant häufiger präferieren als die Kontrollgruppen, was auf inhaltliche Schnittmengen, etwa im Bereich der Gender-Politik, hindeutet.
Innerhalb der Gruppe der BWL-Studierenden zeigte sich, dass eine Präferenz für die CDU mit einer höheren Zustimmung zu homophoben Aussagen korreliert.
Nein, die Ergebnisse widersprechen der Säkularisierungsthese und zeigen, dass religiöse Überzeugungen weiterhin ein relevanter Faktor für politische Orientierungen sind.
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