Bachelorarbeit, 2018
45 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Visuelle Kommunikation
3.1 Bildwahrnehmung und Bildüberlegenheitseffekte
3.2 Methoden der Bildanalyse
4. Visuelle Politische Kommunikation
4.1 Inszenierungsstrategien und Imagekonstruktion
4.2 Visuelle Wahlkampfkommunikation der SPD
5. Analyse der Bildstrategien im Wahlkampf von Martin Schulz
5.3 „Einen, der sie durchsetzt“: Analyse Wahlplakat
5.3.1 Ikonografische Analyse
5.3.2 Ikonologische Interpretation
5.4 „In Würde altern“ - Analyse Facebook-Bild
5.4.1 Ikonografische Analyse
5.4.2 Ikonologische Interpretation
6. Fazit und Ausblick
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die visuelle Inszenierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat der SPD im Bundestagswahlkampf 2017, um zu klären, welches Image durch welche visuellen Gestaltungsentscheidungen evoziert wurde und wie diese mit den tatsächlichen Stärken des Politikers korrespondieren.
5. Analyse der Bildstrategien im Wahlkampf von Martin Schulz
In diesem Kapitel, das der Analyse der Bildstrategien auf Basis der eingeführten Aspekte zu Bildgestaltung, Bildwahrnehmung und Bildwirkung einbezüglich des Kontextwissens zur visuellen politischen Kommunikation gewidmet ist, wird zunächst der Untersuchungsgegenstand vorgestellt und die Auswahl desselben begründet. Dazu zählt auch die Beschreibung des visuellen kandidatenzentrierten Wahlkampfes der SPD und der zur Analyse gewählten Medien (Wahlplakate und Facebook-Bilder). Zu Beginn der Analyse soll zudem verdeutlicht werden, in welcher Weise die Methode angewendet wird.
Der SPD-Politiker Martin Schulz, geboren 1955, war 1987-1998 Bürgermeister seiner heutigen Heimatstadt Würselen, ab 1994 Mitglied des EU-Parlaments, dessen Präsidentschaft er 2012-2016 innehatte (vgl. SPD o.J.: Web) und wurde 2017 Kanzlerkandidat sowie Parteivorsitzender. Bei der Bundestagswahl erlangte er mit 20,5 Prozent das schlechteste Parteiergebnis der Nachkriegszeit. Seine Ernennung zum Kanzlerkandidaten war kurzfristig Ende Januar 2017 erfolgt, daher traf er auf ein ihm unbekanntes Team und auf eine neue Werbeagentur (KNSK) – eine Wahlkampfstrategie gab es noch nicht. Bei seinen ersten Auftritten war er auf sich gestellt und konnte mit seinem nicht-strategischen, direkten, klaren und auch mal emotional-leidenschaftlichen Auftreten punkten (vgl. Feldenkirchen 2018: 36/131). Er zeigte sich authentisch, als Mann aus dem Volk, der es ohne Abitur zum Unternehmer und Spitzenpolitiker geschafft hat. Mit problematischen Teilen seiner Biografie (Alkoholsucht) ging er offen um – eine Identifikationsfigur. In der Öffentlichkeit und der SPD entstand eine große Euphorie um den neuen „Hoffnungsträger“ (Büscher 2017: Web), die Umfragewerte stiegen. Online entwickelte sich Schulz in einer viralen Parallelbewegung zur „Kultfigur“ (FK 35), die in Memes und Videos stilisiert wurde (vgl. Abb. 13.4; 14; 15;/vgl. Sputniknews 2017: Web). Statt dies aufzugreifen, zog er sich während der Landtagswahlen (April/Mai) zurück und schon im April lag die SPD wieder deutlich hinter der CDU. SPD-Strategen waren sich häufig uneinig und passten sich immer wieder neu verschiedenen Umfragewerten an. Euphorische Reden von Schulz wurden auf ein vorsichtiges Minimum umgeschrieben und er versuchte vergebens, all den sich widersprechenden Ratschlägen gerecht zu werden (vgl. Feldenkirchen 2018: 88).
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Forschungsfrage und der Relevanz der visuellen Inszenierung im Wahlkampf von Martin Schulz.
2. Forschungsstand: Überblick über die bestehende Forschung zu visueller politischer Kommunikation, wobei Defizite in der Analyse spezifischer Politiker-Images hervorgehoben werden.
3. Visuelle Kommunikation: Theoretische Grundlagen zu Bildwahrnehmung, Wirkmechanismen und die methodische Einführung der Ikonografie und Ikonologie.
4. Visuelle Politische Kommunikation: Diskussion von Inszenierungsstrategien, Imagekonstruktion und der spezifischen Wahlkampfkommunikation der SPD.
5. Analyse der Bildstrategien im Wahlkampf von Martin Schulz: Praktische Anwendung der Methode auf Wahlplakate und Facebook-Bilder von Martin Schulz.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Reflexion der Methodik und Anregungen für weiterführende Forschung.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Visuelle Kommunikation, Politische Kommunikation, Martin Schulz, Wahlkampf, Imagekonstruktion, Inszenierung, Wahlplakate, Facebook, Personalisierung, Ikonografie, Ikonologie, Bildwirkung, Authentizität, SPD, Bildanalyse.
Die Arbeit untersucht die visuelle Inszenierung von Martin Schulz im Wahlkampf 2017, um zu verstehen, wie Bilder zur Imagebildung eingesetzt wurden.
Die zentralen Felder umfassen die visuelle Kommunikation, politische Inszenierungsstrategien, Wahlkampfwerbung und die qualitative Bildanalyse.
Die Forschungsfrage lautet: Welches Image von Martin Schulz wird durch welche visuelle Gestaltung evoziert und wie verhält sich dieses zu seiner tatsächlichen Person?
Es wird die qualitative Dreischrittmethode der Ikonografie und Ikonologie nach Panofsky, weiterentwickelt für die Visuelle Kommunikationsforschung, eingesetzt.
Der Hauptteil beinhaltet die theoretische Einbettung, die Beschreibung der SPD-Wahlkampfstrategie sowie die konkrete Analyse von Wahlplakaten und Facebook-Bildern.
Wichtige Schlüsselwörter sind visuelle Kommunikation, Imagekonstruktion, politische Inszenierung, Wahlplakat-Analyse und Personalisierung.
Während die Plakate oft als statisch und unpersönlich kritisiert wurden, zeigen Facebook-Bilder – insbesondere solche aus der Kategorie Begegnungen – ein größeres Potenzial für Authentizität und Nähe.
Die Analyse zeigt, dass durch die Wahl sehr allgemeiner Bildbotschaften und den Verzicht auf eine pointierte Personalisierung kein klares Image von Schulz entstehen konnte.
Die Kampagnenstrategie konnte den initialen Hype um Schulz und seine persönliche Authentizität nicht erfolgreich in die offizielle visuelle Kommunikation integrieren.
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