Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
26 Seiten
1. Fall-Beispiel: W. Shakespeare: King Lear
2. Fall-Beispiel: Freud im Surrealismus
3. Fall-Beispiel: Marc Chagall
4. Fall-Beispiel: René Magritte
5. Fall-Beispiel: Kino-Film
ICH-IDEAL und Filmerfolg
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Möglichkeiten der kybernetischen Psychoanalyse zur Interpretation von Kunst und Medien zu untersuchen und dabei aufzuzeigen, wie verborgene psychische Konflikte und unbewusste Strukturen in Werken von Künstlern oder in Filmen durch eine wissenschaftliche Analyse sichtbar gemacht werden können.
1. Fall-Beispiel: W. Shakespeare: King Lear
Anschauliche Beispiele, wie verborgene Impulse offensichtliche Vorsätze konterkarieren und rationales Denken durch emotionales Erleben ausgehebelt wird, finden sich zuhauf in den Dramen von William Shakespeare (1564-1616).
Das Drama – erstgeboren aus dem griechischen Dionysoskult und wiedergeboren aus der christlichen Liturgie des spätmittelalterlichen Europa – ist stilisierte Simulation sozialer Kommunikation und Interaktion par excellence. Als operativ geschlossener Erlebniszusammenhang mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende ist es durch und durch selbstreferentiell, und seine Selbsterentialität unterscheidet es von allem anderen, also von Welt.
Wieder die Zwei-Seiten-Form: Auf der einen Seite das Drama, auf der anderen Seite die Welt, obwohl das Drama natürlich in der Welt stattfindet. Auf der einen Seite die Fiktion, das Spiel, auf der anderen Seite die Realität. Doch welche eigentlich?
1. Fall-Beispiel: W. Shakespeare: King Lear: Das Kapitel untersucht Shakespeares "King Lear" als ein operativ geschlossenes System, in dem unbewusste, libidinöse Motivkräfte mit politischen Verpflichtungen in Konflikt geraten und das Familiensystem des Königs destabilisieren.
2. Fall-Beispiel: Freud im Surrealismus: Hier wird der Surrealismus als Reaktion auf eine kollektive Sinnkrise des Industriekapitalismus analysiert, wobei die Künstler versuchten, das Unbewusste als Gegengewicht zum Technizismus für eine neue Ästhetik zu nutzen.
3. Fall-Beispiel: Marc Chagall: Das Kapitel beleuchtet Chagalls Œuvre, welches stark religiös und ethisch geprägt ist und in dem die Kindheit als "kosmisches Zuhause" und unerschöpfliche Quelle für visionäre Inspirationen dient.
4. Fall-Beispiel: René Magritte: Es wird analysiert, wie Magritte die Grenze zwischen realer und fiktionaler Realität durch gemalte Paradoxien hinterfragt und dabei, im Gegensatz zu anderen Surrealisten, eine mysteriös-realistische Ausdrucksform findet.
5. Fall-Beispiel: Kino-Film: Die Untersuchung befasst sich mit der Wirkung von Filmen auf den Zuschauer als Beobachter zweiter Ordnung, wobei insbesondere die Rolle unbewusster Fantasien und regressiver Impulse bei der Filmrezeption im Zentrum steht.
ICH-IDEAL und Filmerfolg: Dieses Kapitel zeigt auf, wie das ICH-IDEAL als Maßstab für Vollkommenheits-Illusionen fungiert und als strukturelles Basic für den Erfolg von Filmen sowie für die Gestaltung von Werbekommunikation genutzt werden kann.
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Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung der kybernetischen Psychoanalyse auf Kunst, Literatur, Film und Werbung, um die verborgenen psychischen Prozesse hinter kreativen Schöpfungen zu entschlüsseln.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Dramen, surrealistischer Malerei, Filmtheorie sowie den psychologischen Mechanismen der Werbekommunikation im Kontext der menschlichen Psyche.
Das Ziel ist es, durch die kybernetische Psychoanalyse das "Unbeobachtbare" im Kunstwerk für den Rezipienten beobachtbar zu machen und Zusammenhänge zwischen unbewussten Trieben und kulturellen Produkten aufzudecken.
Es wird die Methode der kybernetischen Psychoanalyse verwendet, die unter anderem Konzepte wie die Beobachtung von Beobachtern (Beobachter zweiter/dritter Ordnung) und die Systemtheorie nutzt.
Der Hauptteil analysiert spezifische Fallbeispiele, darunter Shakespeares King Lear, den Surrealismus als Kunstströmung, die Malerei von Chagall und Magritte sowie die Wirkung von Filmen (z. B. Hitchcock-Werke) auf den Zuschauer.
Wichtige Begriffe sind unter anderem das ICH-IDEAL, Ambivalenz, affektlogische Strukturkoppelung, Projektion, Triebdynamik und die Differenz zwischen Realität und Fiktion.
Das ICH-IDEALE im Kino ermöglicht dem Zuschauer eine narzisstische Identifikation und bietet durch strukturierte Vollkommenheits-Illusionen eine psychische Entlastung und Stabilität.
Musik fungiert als Verstärker oder Modulator, der das Visuelle in eine bestimmte affektlogische Richtung lenkt, Gefühle intensiviert und das Unbewusste direkt, ohne den Umweg über die Reflexion, anspricht.
Kunst und Wirtschaft sind eng verknüpft; Werbung dient der Reputation und Finanzierung von Künstlern und Institutionen, wobei sie psychologische Strategien nutzt, die auf die verschiedenen Ebenen des menschlichen Psychosystems (ICH, ÜBER-ICH, ES, ICH-IDEAL) abzielen.
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