Bachelorarbeit, 2018
177 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Rassismus als (alltags)diskursive Praxis
2.1 Die Entstehung von Rassismus und seine Verbreitung
2.2 Rassismus heute
2.2.1 Koloniale Reproduktionen im Afrikadiskurs
2.2.2 Neorassismen – Rassismus ohne Rassen
2.3 Alltagsrassismus
2.3.1 Exkurs: Rechtsextremismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit
2.3.2 Normalisierung von Rassismus
2.3.3 Abwehrmechanismen gegen Rassismus
3. Die empirische Studie
3.1 Methoden
3.1.1 Erhebung
3.1.2 Aufbereitung
3.1.3 Auswertung
3.1.4 Sample
3.1.5 Methodisches Vorgehen
3.2 Rekonstruktion der Passagen
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.4 Diskussion (inkl. Anwendung auf die Theorie)
4. Zusammenfassung und Ausblick
4.1 Erkenntnisse in Bezug auf die Fragestellung
4.2 Reflexion des Forschungsprozesses
4.3 Ausblick
7. Anhang
7.1 Transkript Gruppe „Nacktmull“
7.2 Transkript Gruppe „Sonnenblume“
Die Arbeit untersucht die internen, rassistischen Handlungsmuster innerhalb von Alltagsdiskursen. Ziel ist es, durch die Rekonstruktion kollektiver Orientierungen in Gruppendiskussionen zu entschlüsseln, wie rassistische Strukturen unbewusst reproduziert werden, obwohl ein explizit rassistisches Selbstbild oft verneint wird.
2. Rassismus als (alltags)diskursive Praxis
Das Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Ursprünge des Rassismus, welcher wesentlicher Bestandteil und Triebfeder des Kolonialismus war. Nur unter Berücksichtigung der historischen Entstehungsgeschichte von „Rassen“ im Kontext der kolonialen Repräsentations- und Legitimationspolitik ist die Transformation in den modernen Rassismus zu verstehen.
Der zweite Abschnitt soll danach aufzeigen, wie genannte kolonial-rassistische Unterdrückungs- und Ausgrenzungsmechanismen gegenüber konstruierten Nicht-Weißen in die deutsche Gesellschaft des 21. Jahrhunderts tradiert wurden. Vor allem die subtilen, nicht-bewussten Rassismen, die sich u.a. in Stereotypen und Repräsentationen in Sprache und (Sozialen) Medien, niederschlagen, sind von Relevanz. Sie prägen den heutigen Alltagsdiskurs, der Untersuchungsgegenstand meiner Arbeit ist.
Neben der gewaltvollen Inbesitznahme territorialer Gebiete und der europäischen Fremdherrschaft über andere Völker seit Ende des 15. Jahrhunderts, waren vor allem auch Wissens- und Repräsentationssysteme Bestandteile des eurozentristischen Machtapparats (vgl. Castro/Varela 2015, S.22; Osterhammel 1995, S.21; Conrad 2012, Hall 2004). In dem binären System von Kolonialherren und Kolonialisierten lag die ökonomische und politische Macht bei den europäischen Kolonialisten. Die Möglichkeit zur Darstellung und somit Repräsentation von sich selbst oder anderen war stark von dieser politisch-ökonomischen Macht abhängig.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz des Themas Rassismus im Alltag dar und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, die sich mit kollektiven Orientierungen innerhalb von Gruppendiskussionen beschäftigt.
2. Rassismus als (alltags)diskursive Praxis: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung, indem es die historischen Wurzeln des Rassismus beleuchtet und dessen Transformation in moderne, oft unbewusste Ausgrenzungsmechanismen im Alltag analysiert.
3. Die empirische Studie: Hier wird das methodische Vorgehen erläutert, das auf der dokumentarischen Methode basiert, um implizite Orientierungsmuster in zwei durchgeführten Gruppendiskussionen empirisch zu rekonstruieren.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses abschließende Kapitel bündelt die gewonnenen Erkenntnisse und reflektiert den Forschungsprozess sowie die Potenziale für weiterführende Studien.
Alltagsrassismus, Kolonialismus, Dokumentarische Methode, Gruppendiskussion, Normalisierung, Repräsentation, Diskursanalyse, Weißsein, Identität, Machtverhältnisse, Intersektionalität, Stereotypisierung, Rassialisierung, kollektive Orientierung, soziale Ausgrenzung.
Die Arbeit setzt sich mit den subtilen und oft unbewussten Formen des Rassismus im heutigen Alltagsdiskurs in Deutschland auseinander.
Im Zentrum stehen die historischen Kontinuitäten kolonialer Strukturen, die unbewusste Reproduktion rassistischer Muster im Alltag sowie die Art und Weise, wie Gesellschaft über Rassismus spricht (oder diesen abwehrt).
Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich die kollektiven Orientierungen innerhalb von Gruppendiskussionen zum Thema Rassismus beschreiben?
Die Autorin nutzt die dokumentarische Methode nach Bohnsack, eine qualitative Forschungsweise, um implizite Wissensbestände und kollektive Orientierungsmuster hinter dem Gesagten aufzudecken.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Entstehung und Verbreitung von Rassismus und einen empirischen Teil, in dem zwei Gruppendiskussionen mit unterschiedlichen Teilnehmern ausgewertet werden.
Schlüsselbegriffe sind Alltagsrassismus, Normalisierung, kollektive Orientierung, dokumentarische Methode, Weißsein und koloniale Kontinuitäten.
Die Analyse zeigt, dass sich die Gruppen durch unterschiedliche interaktive Dichten und Schwerpunkte auszeichnen; während „Sonnenblume“ stärker narrativ durch Erinnerungen an „Früher und Heute“ geprägt ist, zeigt „Nacktmull“ andere Schwerpunkte in der Aushandlung von Fremdheit und Distanz.
Die Autorin reflektiert kritisch ihre eigene Rolle als Diskussionsleiterin, die Schwierigkeit, in den Diskussionen das „Selbstlaufprinzip“ der dokumentarischen Methode zu wahren, und die Bedeutung des intersubjektiven Austauschs in der Forschungswerkstatt.
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