Bachelorarbeit, 2018
59 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Bedeutung von Geschlecht in Bezug auf Arbeit und Ausbildung
2.1 Geschlecht als Strukturkategorie
2.1.1 Struktur und Hierarchie der Geschlechter
2.1.2 Geschlecht als Strukturkategorie in Arbeit und Ausbildung
2.2 Geschlecht als soziale Konstruktion
2.2.1 Doing Gender und die Herstellung von Geschlechterdifferenz
2.2.2 Geschlecht als soziale Konstruktion in Arbeit und Ausbildung
3 Der Girls-Day und der Boys-Day: Die Aktionstage in der Skizze
3.1 Der Aktionstag für Mädchen
3.2 Der Aktionstag für Jungen
3.3 Die Akteure des Aktionstages
4 Geschlechtertheoretische Reflektionen auf den Boys- und den Girls-Day
4.1 Der Boys- und der Girls-Day in der strukturtheoretischen Perspektive
4.2 Der Boys- und der Girls-Day in der konstruktionstheoretischen Perspektive
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche alltagsweltlichen Konstruktionen von Geschlechterdifferenz durch die Anwendung geschlechtertheoretischer Perspektiven auf den Boys-Day und den Girls-Day sichtbar gemacht werden können, um so ein tieferes Verständnis für die Wirkmacht von Geschlecht im Berufswahlprozess zu entwickeln.
2.1 Geschlecht als Strukturkategorie
Das Erkenntnisinteresse der gesellschaftstheoretischen Geschlechterforschung ist die soziale Verortung von Männern und Frauen im Sozialgefüge. Männer und Frauen werden hierbei jeweils als Gruppen verstanden, deren ungleiche Situation auf Herrschaftsstrukturen untersucht wird (vgl. Becker-Schmidt 2013, 204). Hierbei wird von einem Ungleichgewicht zu Gunsten der Männer ausgegangen (vgl. Becker-Schmidt 1985 in Ehlert 2012, 14). Der Begriff Strukturkategorie beziehe sich auf die Gesellschaft als soziales Gefüge, welches nach bestimmten Regeln und Ordnungsprinzipien funktioniert (vgl. Ehlert 2012, 14). Die Begriffe Strukturierung und Struktur stehen in dieser Perspektive in Zusammenhang mit Herrschaftslogiken, der Frage nach gesellschaftlichen Praxen und deren Verwobenheit miteinander oder deren Verwobenheit mit Konflikten sowie der Existenzsicherung der Frauen gegenüber den Männern (vgl. Becker-Schmidt 2013, 204).
Sprechen wir vom Geschlechterverhältnis geht es um die Analyse der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, dem Geschlecht als Strukturkategorie (vgl. Ehlert 2012, 14). Mechthild Bereswill schreibt, dass die moderne Gesellschaft systematisch auch durch Geschlecht strukturiert ist, so dass sich strukturell abgesicherte Herrschaftsverhältnisse analysieren lassen können. Es geht nicht um Frauen und Männer als einzelne Personen, sondern als Gruppen, deren strukturelle Beziehung und Organisation im Mittelpunkt steht. Das Verhältnis zwischen diesen Gruppen organisiert sich entlang von Geschlecht (vgl. Bereswill 2016, 16) und zieht sich durch sämtliche Bereiche der Gesellschaft. Männer und Frauen stehen sich als soziale Gruppen gegenüber, welche durch Hierarchien bestimmt sind, in denen Frauen gegenüber den Männern benachteiligt sind. Dieses Geschlechterverhältnis ist durch ein komplexes Gefüge sozialer Normen, Institutionen und Strukturen abgesichert (vgl. Ehlert 2012, 15).
Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, zu den Frauen oder zu den Männern, ermöglicht oder verwehrt den Zugang zu bestimmten gesellschaftlichen Ressourcen, etwa zu einer Position auf dem Arbeitsmarkt. Es zeigt sich also ein gesellschaftlicher Strukturzusammenhang, in dem Geschlecht ein sozialer Platzanweiser ist (vgl. Ehlert 2012, 15f).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Berufswahl ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die Konstruktionen von Geschlechterdifferenz im Kontext der Aktionstage Boys-Day und Girls-Day zu untersuchen.
2. Die Bedeutung von Geschlecht in Bezug auf Arbeit und Ausbildung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen – Geschlecht als Strukturkategorie und als soziale Konstruktion – erarbeitet und deren Relevanz für den Arbeitsmarkt sowie das Ausbildungssystem dargelegt.
3 Der Girls-Day und der Boys-Day: Die Aktionstage in der Skizze: Hier werden die Aktionstage, deren Entstehung, Zielsetzungen sowie die zentralen Akteure vorgestellt, um eine Basis für die spätere Reflexion zu schaffen.
4 Geschlechtertheoretische Reflektionen auf den Boys- und den Girls-Day: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Perspektiven mit der praktischen Umsetzung der Aktionstage und reflektiert kritisch deren Wirksamkeit bei der Aufbrechung geschlechtsspezifischer Zuschreibungen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, über die Aktionstage hinausgehende, strukturelle Veränderungen anzustreben, um eine wirkliche Gleichstellung zu erreichen.
Geschlecht, Strukturkategorie, soziale Konstruktion, Doing Gender, Berufswahl, Gleichstellung, Girls-Day, Boys-Day, Geschlechterstereotype, Männlichkeit, Weiblichkeit, Arbeitsmarkt, Ausbildung, Soziale Arbeit, Geschlechterverhältnis
Die Arbeit analysiert die geschlechtstheoretischen Hintergründe der Aktionstage Boys-Day und Girls-Day, um aufzuzeigen, wie diese Veranstaltungen gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlechterdifferenzen beeinflussen oder reproduzieren.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Strukturen, individuellen Berufswahlprozessen und der Wirksamkeit von gleichstellungspolitischen Maßnahmen wie den genannten Aktionstagen.
Das Hauptziel ist es, durch die Anwendung von struktur- und konstruktionstheoretischen Perspektiven sichtbar zu machen, welche alltäglichen Konstruktionen von Geschlechterdifferenz bei der Umsetzung von Boys-Day und Girls-Day wirksam werden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch geschlechtertheoretische Diskurse, kombiniert mit einer Analyse der Materialien der Aktionstage sowie der Einbeziehung aktueller Statistiken zum Berufswahlverhalten.
Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Herleitung der Begriffe Geschlecht als Strukturkategorie und soziale Konstruktion, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung der Aktionstage und deren anschließender theoretischer Reflektion.
Zu den zentralen Begriffen gehören Doing Gender, Strukturkategorie, soziale Konstruktion, Gleichstellung, Berufswahl sowie die Spezifika von Männlichkeit und Weiblichkeit im beruflichen Kontext.
Das Konzept ermöglicht es, die Aktionstage nicht als neutrale Informationsevents zu betrachten, sondern als soziale Aushandlungsprozesse, in denen durch gezielte Ansprachen und Materialien Geschlechterrollen aktiv hergestellt und gefestigt werden.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Aktionstage zwar das Potenzial haben, auf das Thema aufmerksam zu machen, aufgrund der fehlenden Thematisierung tiefer liegender struktureller Aspekte jedoch oft nur oberflächliche Veränderungen bewirken können.
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