Bachelorarbeit, 2018
54 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Präsentation des Themas
1.2 Kurzbiographie Gustav Stresemanns (1878-1929)
2. Entwicklungen vor der Ära Stresemann (1919-1923)
2.1 Außenpolitische Belastungen und das deutsch-französische Verhältnis bedingt durch den Versailler Vertrag (1919)
2.2 Deutschlands Ostpolitik im Kontext des Vertrags von Rapallo (1922)
2.3 Der Kampf um das Ruhrgebiet
2.4 Die Ruhrbesetzung durch Frankreich
3. Entwicklungen während der Ära Stresemann (1923-1929)
3.1 Auftakt zur Ära Stresemanns (1923/24)
3.1.1 Amtsübernahme Stresemanns
3.1.2 Das Dawes-Abkommen
3.2 Die Bedeutung des Vertragswerks von Locarno und der Völkerbundeintritt Deutschlands im Kontext der Verständigungspolitik Stresemanns (1925/26)
3.1.1 Das Vertragswerk von Locarno
3.1.2 Der Völkerbundeintritt Deutschlands
3.3 Der „Kronprinzen-Brief“ (1925) und die außenpolitische Ziele Stresemanns
3.4 Stresemanns Ostpolitik und die Bedeutung Polens
4. Das Ende der Ära Stresemanns (1927-29)
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht die außenpolitische Strategie Gustav Stresemanns während der Weimarer Republik, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen der Verständigungspolitik im Westen und den revisionistischen Zielen im Osten gegenüber Polen liegt. Die Forschungsfrage widmet sich der kritischen Analyse, wie Stresemann trotz der massiven politischen und wirtschaftlichen Einschränkungen durch den Versailler Vertrag eine Politik der kleinen Schritte betrieb, um die außenpolitische Handlungsfreiheit und internationale Gleichberechtigung Deutschlands wiederherzustellen.
1.1 Präsentation des Themas
„Ich habe die Empfindung, daß wir Deutsche zu wenig oder kein Verständnis haben für das, was der Franzose die schöne Geste nennt. Das ist uns überhaupt nicht eigen, und das schadet uns außenpolitisch ganz ungemein. Wir können nicht höflich und liebenswürdig sein, ohne im eigenen Volk sofort angegrobst zu werden. Wir können nicht Weltpolitik treiben mit der Idee: es soll sich keiner mit den Kerlen irgendwie zusammensetzen.“ (Gustav Stresemann, 1878-1929)
Diese Rede zeigt, dass sich der damalige deutsche Außenminister Gustav Stresemann zu einem großen Diplomaten entwickelte, der anders als seine Vorgänger nicht nur von deutschen Machtansprüchen ausging, sondern auch die Perspektiven seiner Verhandlungspartner einbezog. Angesichts der besorgniserregenden protektionistischen sowie populistischen Tendenzen in der Weltpolitik wie beispielsweise den USA, Großbritannien, Polen oder der Türkei wird die Notwendigkeit von Diplomatie deutlich, sodass Stresemanns Außenpolitik auch heutzutage Aktualität aufweist.
Gustav Stresemann gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Weimarer Republik und die Auseinandersetzung seiner Außenpolitik bildet eines der meist erforschten Themen dieser Zeit. Als Kanzler der „100 Tage“ führte er die Weimarer Republik während der Ruhrbesetzung 1923 aus ihrer tiefsten Krise und wurde danach in wechselnden Regierungen sechs Jahre lang als Außenminister bis zu seinem Tode 1929 zur Symbolfigur jener Stabilisierungsphase, in der es aussah, als ob Deutschland eine friedliche Entwicklung nehmen könnte.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der biographischen Bedeutung Gustav Stresemanns im Kontext der Weimarer Außenpolitik.
2. Entwicklungen vor der Ära Stresemann (1919-1923): Analyse der belastenden Rahmenbedingungen des Versailler Vertrags, des Vertrags von Rapallo und der Ruhrbesetzung.
3. Entwicklungen während der Ära Stresemann (1923-1929): Zentrale Darstellung der Amtszeit Stresemanns, inklusive der Rolle des Dawes-Plans, der Bedeutung von Locarno und der diplomatischen Zielsetzungen in Ost und West.
4. Das Ende der Ära Stresemanns (1927-29): Betrachtung der letzten Lebensjahre Stresemanns und der Auswirkungen seines Todes auf die politische Stabilität der Weimarer Republik.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der außenpolitischen Erfolge und Ambivalenzen sowie ein Rückblick auf die historische Bedeutung seiner Politik.
Gustav Stresemann, Weimarer Republik, Außenpolitik, Versailler Vertrag, Ruhrbesetzung, Dawes-Abkommen, Vertrag von Locarno, Völkerbund, Ostpolitik, Westorientierung, Revisionismus, Verständigungspolitik, Reparationen, Diplomatie, Polen.
Die Arbeit analysiert die Außenpolitik Gustav Stresemanns in der Weimarer Republik und wie er versuchte, Deutschland diplomatisch aus der Isolation des Versailler Vertrags zu führen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Bewältigung der Reparationsfrage, der Beendigung der Ruhrbesetzung, den Verträgen von Locarno und der komplexen Interessenlage zwischen den Westmächten und dem Osten.
Ziel ist es zu untersuchen, wie Stresemann mit einer Politik der kleinen Schritte und unter Ausnutzung wirtschaftlicher Gegebenheiten die politische Gleichberechtigung Deutschlands wiedererlangte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Primärquellen (wie Reden und Briefen) sowie der fachwissenschaftlichen Literatur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Zeit vor Stresemann und die eigentliche Ära Stresemanns (1923-1929), wobei spezifische Meilensteine wie das Dawes-Abkommen und der Völkerbundeintritt detailreich analysiert werden.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Revisionismus, Verständigungspolitik, Locarno-Vertrag, Reparationen und das Verhältnis zu Frankreich und Polen.
Der Autor arbeitet die Ambivalenz heraus: Während Stresemann nach Westen auf Ausgleich setzte, blieb die Politik gegenüber Polen revisionistisch geprägt, was den Begriff der Verständigungspolitik in diesem Bereich einschränkt.
Der Brief wird als Dokument analysiert, das die nationalen revisionistischen Ziele (insbesondere die Ostgrenzen betreffend) offenlegt, die hinter der eher diplomatisch-pazifistischen Fassade seiner öffentlichen Politik standen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

