Examensarbeit, 2004
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Rollen- und Simulationsspiel im Geschichtsunterricht aus theoretischer Sicht
2.1. Klärung der Begriffe
2.2. Problematisierung des Rollen- und Simulationsspiels in der fachdidaktischen Literatur
2.3. Verankerung des Rollen- und Simulationsspiels im Lehrplan Geschichte der Sek II
3. Das Rollen- und Simulationsspiel in der Praxis des Geschichtsunterrichts – ein Beispiel
3.1. Planung mit didaktischer Reduktion und Entwurf der Durchführung
3.2. Die konkrete Durchführung – Lehrer- und Schülerverhalten
3.2.1. Sensibilisierungsphase
3.2.2. Simulationsphase
3.2.3. Aufarbeitungsphase
3.3. Evaluation – durch die Schüler und durch den Lehrer
4. Abschließende Bewertung des Rollen- und Simulationsspiels im Geschichtsunterricht
Die Arbeit untersucht, inwiefern das Rollen- und Simulationsspiel eine adäquate Methode zur Durchsetzung eines problemorientierten und wissenschaftspropädeutischen Geschichtsunterrichts in der Sekundarstufe II darstellt, wobei insbesondere die handlungsorientierten und affektiven Dimensionen des Lernens fokussiert werden.
3.1. Planung mit didaktischer Reduktion und Entwurf der Durchführung
Wie bei jeder Unterrichtsstunde beginnt es mit der Lehrer-Teil-Funktion des Planens und diese mit einer ersten Idee. Die Idee, ein bestimmtes Thema innerhalb einer Unterrichtsreihe spielerisch anzugehen, muss nicht vom Lehrer selbst kommen, obwohl es im konkreten Beispiel so gewesen ist. Auch kann sie sowohl vom Stoff ausgehen – „Mit welcher Methode kann genau dieser Gegenstand schülerorientiert, motivierend und aktivierend vermittelt werden ?“ – als auch von der Methode: „Es soll ein Simulationsspiel eingesetzt werden. Welche Gegenstände sind dafür geeignet (und passen in das Halbjahresprogramm) ?“ Im vorliegenden Fall stand die Unterrichtsreihe „Kalter Krieg“ von vornherein fest (so wie das wohl häufig sein wird) und es ging in den Vorüberlegungen des Lehrers darum, sie möglichst „spannend“ und unkonventionell zu gestalten, um ein im Keim bereits artikuliertes Schülerinteresse optimal im Sinne der Motivationsförderung zu halten und auszubauen, anstatt es mit schleppender zäher Textarbeit zu ersticken. An diesem Punkt kommt die Lerngruppe ins Spiel.
Eine Methode, auch das Rollen- und Simulationsspiel, ist lerngruppenabhängig. In der einen Lerngruppe ist es sinnvoll, in einer anderen eventuell nicht. Die beiden 13er Kurse waren Geschichts-Zusatzkurse. Dies bedeutet zunächst einmal, dass die Schüler das Fach Geschichte aus verschiedenen Gründen bei der Kurswahl für die Oberstufe nicht berücksichtigt haben. Eine mündliche Befragung in Form eines Blitzlichts zu Beginn der 13 ergab, dass bei einigen mangelndes Interesse und Frustration über erlebten „trockenen“ Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I eine Rolle spielten, was dem Lehrer bereits als Signal diente, es möglichst wenig „trocken“ (interpretiert als: Die beabsichtigte Quellenarbeit etwas zurücknehmen, dafür etwas mehr handlungsorientierte, schüleraktivierende und affizierende Phasen) zu gestalten und Interesse gezielt zu wecken. Nach Ansicht des Lehrers erstaunlich viele Schüler gaben aber auch an, Geschichte trotz Interesse nur deshalb nicht gewählt zu haben, weil die übrige Kurskombination bzw. die Maximalbelegung es angeblich nicht zuließ.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des handlungsorientierten Spiels im Geschichtsunterricht als Korrektiv zur kognitiven Einseitigkeit und zur Motivationskrise in der Oberstufe.
2. Das Rollen- und Simulationsspiel im Geschichtsunterricht aus theoretischer Sicht: Dieses Kapitel klärt fachdidaktische Begriffe und verortet die Methode im Rahmen der Problemorientierung und der Lehrpläne der Sekundarstufe.
3. Das Rollen- und Simulationsspiel in der Praxis des Geschichtsunterrichts – ein Beispiel: Anhand einer Simulation zum Kalten Krieg werden Planung, didaktische Reduktion, Durchführung und Schülerreaktionen detailliert dargestellt und reflektiert.
4. Abschließende Bewertung des Rollen- und Simulationsspiels im Geschichtsunterricht: Das Fazit bestätigt die Eignung der Methode zur Optimierung problemorientierten Unterrichts, betont jedoch die Notwendigkeit einer intensiven Aufarbeitungsphase.
Geschichtsunterricht, Rollenspiel, Simulation, Handlungsorientierung, Problemorientierung, Sekundarstufe II, Motivation, Geschichtsbewusstsein, Identifikation, Affekt, Existenzbezug, Kalter Krieg, Lehrerrolle, Didaktik, Wissenschaftspropädeutik.
Die Arbeit untersucht, wie Rollen- und Simulationsspiele im Geschichtsunterricht der Oberstufe eingesetzt werden können, um einen problemorientierten Unterricht handlungsorientiert zu ergänzen.
Die zentralen Themen umfassen die fachdidaktische Einordnung von Spielmethoden, die Motivationsförderung durch affektive Zugänge, die Rolle des Geschichtsbewusstseins und die praktische Gestaltung von Unterrichts-Simulationen.
Das Ziel ist es, die Hypothese zu verifizieren, dass handlungsorientierte Spiele den problemorientierten Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe II sinnvoll vervollständigen und optimieren.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen fachdidaktischer Literatur mit einer praxisorientierten Aktionsforschung im Rahmen von zwei Zusatzkursen der Jahrgangsstufe 13.
Im Hauptteil werden neben der theoretischen Begriffsklärung und Lehrplananalyse vor allem die konkrete Planung, Durchführung und Evaluation einer eigens entwickelten Simulation zum Thema „Kalter Krieg“ beschrieben.
Die zentralen Begriffe sind Handlungsorientierung, Problemorientierung, Simulation, Affektivität, Geschichtsbewusstsein und Motivation.
Die Aufarbeitung ist zentral und unerlässlich, um das „Spiel“ vom Selbstzweck abzugrenzen und die kognitive Reflexion sowie die Übertragung auf historische Strukturen sicherzustellen.
Der Begriff wurde gewählt, um Distanz zu vermeiden und bei den Schülern eine existenzielle Betroffenheit zu erzeugen, die bei neutraleren Bezeichnungen wie „Rollenspiel“ oder „Simulation“ möglicherweise unterdrückt worden wäre.
Der Autor argumentiert, dass diese Rollen bei entsprechender Einbettung in die Simulation und einer anschließenden reflektierenden Aufarbeitung zulässig und gewinnbringend sind, sofern keine unreflektierte Identifikation stattfindet.
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