Magisterarbeit, 2005
76 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Erklärungfaktoren kommunaler Entscheidungsprozesse
2.1 Polity
2.1.1 Kommunalverfassung
2.1.1.1 Typologie der traditionellen Kommunalverfassungen
2.1.1.2 Einfluss der Kommunalverfassung auf kommunale Ent scheidungen: Stand der Forschung
2.1.2 Gemeindegröße
2.2 Politics
2.2.1 Lokale politische Kultur
2.2.2 Lokaler Problemdruck
2.2.3 Geändertes Selbstverständnis der Akteure
2.3 Akteursorientierter Institutionalismus und lokale Politik?
3 Änderung der lokalpolitischen Konfliktregulierungsmuster durch die Direktwahl der Bürgermeister?
3.1 Ausgangslage: Änderungen der kommunalverfassungs rechtlichen Rahmenbedingungen
3.1.1 Kommunale Gliederung und Kommunalverfassung in Rheinland-Pfalz
3.1.2 Die Kommunalverfassungsreform in Rheinland-Pfalz
3.2 Erwartungen der Landespolitik an die Direktwahl der Bür germeister
3.3 Direktwahl der Bürgermeister und Parteipolitisierung in der politikwissenschaftlichen Diskussion
3.4 Hypothesenbildung
3.5 Entwicklung der Parteipolitisierung seit Beginn der 1990er Jahre: Eine empirische Analyse am Beispiel von 49 Gemein den in Rheinland-Pfalz
3.5.1 Untersuchungsdesign
3.5.1.1 Mehrheits- oder Wettbewerbsdemokratie vs. Konsensdemo kratie
3.5.1.2 Verhältnis von Parteipolitisierung und kommunalpoliti schem Demokratietypus
3.5.1.3 Indikatorbildung
3.5.2 Ergebnisse
3.5.2.1 Bedeutung der Freien Wählergruppen
3.5.2.2 Fraktionalisierung des lokalen Parteiensystems
3.6 Fallstudien: Entwicklung des Abstimmverhaltens im Rat zweier ausgesuchter rheinland-pfälzischen Städte
3.6.1 Untersuchungsdesign, Indikatorbildung und Operationali sierung
3.6.1.1 Untersuchungsdesign
3.6.1.2 Indikatoren und Operationalisierung
3.6.2 Die Fallstudienstädte
3.6.2.1 Auswahlkriterien
3.6.2.2 Strukturdaten
3.6.2.3 Ergebnisse der Ratswahlen in den Fallstudienstädten 1989 - 2004
3.6.3 Ergebnisse der Fallstudien
3.6.3.1 Stadt Bingen am Rhein
3.6.3.2 Stadt Cochem
4 Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der kommunalverfassungsrechtlichen Neuerungen, insbesondere der Einführung der Direktwahl des Bürgermeisters, auf die kommunalpolitischen Konfliktregulierungsmuster in rheinland-pfälzischen Gemeinden zu untersuchen und dabei zu prüfen, ob die Direktwahl zu einer Veränderung dieser Muster oder zu einer Veränderung der Parteipolitisierung führt.
2.1.1 Kommunalverfassung
Der Wirkungszusammenhang von Kommunalverfassung (polity) und kommunalem Entscheidungsprozess wird bereits seit Ende der 1960er Jahre „mitdiskutiert“ (vgl. Bogumil, 2002: 8). Seit Mitte der 1970er Jahre werden vergleichende Analysen zu diesem Wirkungszusammenhang zwischen Kommunen, die verschiedenen Kommunalverfassungstypen unterworfen sind, unternommen. Daher werden, trotz der ausführlichen Darstellung in der Literatur, kurz die bis Mitte der 1990er Jahre in Westdeutschland vertretenen Kommunalverfassungstypen mit ihren Besonderheiten vorgestellt:
Idealtypisch ließen sich bis zur Reformwelle Mitte der 1990er Jahre die verschiedenen Kommunalverfassungen in den Flächenstaaten unter den alten Bundesländern wie folgt ordnen (WEHLING/KOST, 2003: 10; ähnlich: KLEINFELD/NENDZA, 1996: 75 ff.; abweichend: BOVERMANN, 1999: 60 ff und BOGUMIL, 2001: 67 f.):
− Süddeutsche Ratsverfassung (Baden-Württemberg, Bayern)
− Bürgermeisterverfassung (Rheinland-Pfalz, Saarland, Landgemeinden Schleswig-Holsteins)
− Magistratsverfassung (Hessen, Städte Schleswig-Holsteins)
− Norddeutsche Ratsverfassung (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen)
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die institutionellen Umbrüche der Kommunalverfassung in den 1990er Jahren und begründet die Notwendigkeit einer spezifischen Untersuchung für Rheinland-Pfalz.
2 Erklärungfaktoren kommunaler Entscheidungsprozesse: Dieses Kapitel identifiziert und systematisert in der Literatur genannte Einflussfaktoren auf kommunale Entscheidungsprozesse, wie Polity-Strukturen, Gemeindegröße und politische Kultur.
3 Änderung der lokalpolitischen Konfliktregulierungsmuster durch die Direktwahl der Bürgermeister?: Der Hauptteil analysiert empirisch die Auswirkungen der rheinland-pfälzischen Kommunalverfassungsreform auf die Konfliktregulierung und Parteipolitisierung in den Gemeinden.
4 Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Direktwahl des Bürgermeisters keinen unmittelbaren Einfluss auf die Konfliktregulierungsmuster hatte, da in den untersuchten Fällen bereits ein hoher Konsens bestand.
Kommunalverfassung, Direktwahl, Bürgermeister, Konfliktregulierung, Parteipolitisierung, Rheinland-Pfalz, Kommunalpolitik, Entscheidungsprozesse, polity, politics, Gemeindeordnung, lokale politische Kultur, Fallstudien, Bingen am Rhein, Cochem.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Veränderung der kommunalpolitischen Konfliktregulierungsmuster in Rheinland-Pfalz während der 1990er Jahre, insbesondere im Kontext der Einführung der Direktwahl des Bürgermeisters.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen institutioneller Reformen (polity-Änderungen) auf kommunale Entscheidungsprozesse, die Rolle der Parteipolitisierung und das Abstimmungsverhalten in kommunalen Vertretungskörperschaften.
Das Ziel ist es, die Lücke in der politikwissenschaftlichen Forschung zu schließen und zu prüfen, ob die Einführung der Direktwahl des Bürgermeisters tatsächlich zu einer Veränderung der Machtverteilung und der Konfliktregulierung in rheinland-pfälzischen Gemeinden geführt hat.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer quantitativen empirischen Analyse von Wahldaten (49 Gemeinden) sowie diachronen Fallstudien auf Basis von Ratsprotokollen (Bingen am Rhein und Cochem).
Der Hauptteil analysiert die Ausgangslage der Kommunalverfassung, die Erwartungen der Landespolitik, die politikwissenschaftliche Debatte zur Direktwahl und führt eine detaillierte empirische Untersuchung der Parteipolitisierung und des Abstimmverhaltens durch.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kommunalverfassung, Direktwahl, Konfliktregulierung, Parteipolitisierung, Rheinland-Pfalz und Akteursorientierter Institutionalismus.
Die Gemeindegröße wird als ein maßgeblicher Faktor für Parteipolitisierung und Entscheidungsstrukturen identifiziert, wobei mit zunehmender Größe eine Tendenz zur Parlamentarisierung beobachtet wird.
Die Fallstudien zeigen, dass die Direktwahl des Bürgermeisters keine signifikante Änderung der bereits stark konsensorientierten Konfliktregulierungsmuster bewirkt hat; die Entscheidungen im Rat fielen vor und nach der Reform mehrheitlich einstimmig oder mit großer Mehrheit.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Vermutung einer durch die Direktwahl induzierten signifikanten Änderung der Konfliktregulierung nicht haltbar ist, da die zugrundeliegenden Handlungsmuster stabiler sind als institutionelle Rahmenänderungen.
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