Examensarbeit, 2017
185 Seiten, Note: 2,3
1 Vorwort
2 Einleitende Worte
3 Verfahren für die Erarbeitungen eines Ortswörterbuches
3.1 Die Sammeltätigkeit
3.1.1 Recherchen im Mühlhäuser Stadtarchiv, in der Stadtbibliothek und in den Mühlhäuser Museen
3.1.2 Der Aufruf im sozialen Netzwerk
3.1.3 Unterstützung der Sammeltätigkeit durch das Interview bei der Thüringer Allgemeine (TA)
3.2 Spracherhebungen in Form von direkten und/ oder indirekten Befragungen
3.3 Durchführung der direkten Befragung am „Beurenhof“ in Mühlhausen
3.3.1 Erläuterung des Interviewleitfadens
3.3.2 Praktische Umsetzung der Interviews
3.3.3 Auswertung
3.3.4 Schwierigkeiten
3.4 Auswertung von weiteren Quellen
4 Der Aufbau der Lexikonartikel
5 Abkürzungsverzeichnis
6 Dialektwortschatz von A bis Z
7 Ausblick
8 Anhang
8.1 Literaturverzeichnis
8.1.1 Sekundärliteratur
8.1.2 Zeitungsartikel
8.1.3 Wörterbücher
8.1.4 Elektronische Medien
8.2 Erster Facebook-Aufruf
8.3 Zweiter Facebook-Aufruf
8.4 Zeitungsartikel in der Thüringer Allgemeine
8.5 Interviewleitfaden
8.6 Auswertung Interviews – Persönliche Angaben
8.7 Auswertung Interview – Datenblatt
8.8 Transkription der Interviews
8.8.1 Interview 1
8.8.2 Interview 2
8.8.3 Interview 3
8.8.4 Interview 4
8.8.5 Interview 5
8.8.6 Interview 6
8.8.7 Interview 7 und Interview 8
8.8.8 Interview 9
8.8.9 Interview 10
8.9 Zusammenfassung der sprachlichen Gegebenheiten – direkte Befragung
8.10 De Wartburgreise
8.11 De Wohrheit
8.12 Verzeichnis wichtiger Fachbegriffe
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit hat zum Ziel, den Ortsdialekt von Mühlhausen durch lexikographische Studien zu dokumentieren und damit einen Teil der lokalen Sprachgeschichte zu bewahren. Angesichts des schwindenden Gebrauchs der Mundart wird untersucht, welche lautlichen Besonderheiten und Wortschatzbesonderheiten bei verbliebenen Sprechern im Beurenhof Mühlhausen feststellbar sind, wobei die Arbeit die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung reflektiert.
3.3.1 Erläuterung des Interviewleitfadens
Bevor das Interview beginnt, sollte das Einverständnis der Probanden mithilfe einer schriftlichen Erklärung (siehe: Interviewleitfaden 1) eingeholt werden, um die Rechtmäßigkeit der Durchführung und eines Mitschnittes gewährleisten zu können. Die Explikation enthält das Thema, weist auf die Aufzeichnung des Gesprächs hin und betont die Freiwilligkeit und Anonymität. Nach dem Einholen der Einwilligung, werden demografische Angaben erhoben.
Zunächst werden das Geschlecht und das Alter der Interviewpartner festgestellt. Hiermit wird ein Vergleich zwischen den Geschlechter- bzw. den Altersgruppen ermöglicht. Ferner kann ergründet werden, ab welchem Alter der Dialekt sehr stark im Alltag gebraucht wird. Neben den allgemeinen Angaben (Geschlecht und Alter) werden zudem schwerpunktspezifische Komponenten erfragt. So werden in den Items drei bis fünf der Geburts- und Wohnort (gegebenenfalls Wohnorte) ermittelt, um eine mögliche Beeinflussung der Sprache festzustellen. Tritt eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Wohn- und Erhebungsort auf, so ist dieses Sprachmaterial nicht verwendbar.
Durch das sechste und siebte Item werden der Schulabschluss und die anschließende Beruf bzw. die jetzige Tätigkeit ergründet. Hierbei ist zu beachten, dass akademische Tätigkeiten meist mit fachlichen Ausdrücken einhergehen, die sich der Sprecher annimmt, um kompetent zu wirken und ggf. Ansehen zu erlangen. Bäuerliches Handwerk hingegen erfordert nur wenige Fachtermini zum Benennen von Arbeitsgeräten und zielt auf eine eher einfache Sprache. Demnach wird im landwirtschaftlichen Bereich höchstwahrscheinlich mehr Dialekt gesprochen als im Akademischen.
Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation für die Arbeit, die aus einem Seminar zur Dialektologie resultierte, und dankt den unterstützenden Personen und Institutionen.
Einleitende Worte: Einführung in die geografische und demografische Situation Mühlhausens sowie Diskussion der Problematik der Verschriftlichung eines schwindenden Dialekts.
Verfahren für die Erarbeitungen eines Ortswörterbuches: Theoretische und praktische Darlegung der verschiedenen Methoden zur Erfassung und Auswertung dialektalen Wortschatzes.
Der Aufbau der Lexikonartikel: Erklärung der Struktur der Wörterbucheinträge, einschließlich der Lemmatisierung, Wortartbestimmung und Quellenangaben.
Abkürzungsverzeichnis: Auflistung der verwendeten Kürzel und Zeichen zur Vereinfachung der phonetischen und grammatikalischen Darstellung.
Dialektwortschatz von A bis Z: Das Herzstück der Arbeit, eine alphabetisch sortierte Liste der erfassten Mundartbegriffe mit Lautschrift, grammatikalischen Informationen und Belegstellen.
Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse der Sprachstudien sowie Aufzeigen von Potenzialen für künftige dialektologische Forschung und schulische Projekte.
Anhang: Zusammenstellung der Literatur, Zeitungsartikel, Interviewprotokolle und Fragebögen, die die Basis der Untersuchung bilden.
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Das primäre Ziel besteht darin, einen Teil der Sprachgeschichte der Mühlhäuser Mundart durch lexikographische Studien zu bewahren und ein kleines Ortswörterbuch zu erstellen.
Die Arbeit konzentriert sich auf den Ortsdialekt von Mühlhausen in Thüringen, wobei auch Besonderheiten der angrenzenden Vogtei in den Vergleich einbezogen werden.
Die Autorin nutzt sowohl literarische Quellen und Archive als auch direkte Befragungen von Zeitzeugen, um ein möglichst breites Materialkorpus zur Mundart zu gewinnen.
Die Interviews wurden mit zehn Bewohnern des Pflegezentrums „Beurenhof“ in Mühlhausen geführt, wobei die Gruppendynamik und die individuelle Eignung als Dialektsprecher entscheidend waren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Forschungsmethodik, die Dokumentation der Interviewergebnisse und schließlich den umfangreichen alphabetischen Dialektwortschatz.
Herausforderungen waren vor allem der Mangel an aktiven Mundartsprechern, individuelle Störfaktoren wie Demenz bei den Probanden und technische Probleme bei der Aufnahme und Transkription.
Die Autorin hat Wörter nach dem IPA-Standard transkribiert, um die Aussprache trotz fehlender allgemeingültiger Rechtschreibregeln für den Dialekt präzise darzustellen.
Die Untersuchung zeigt, dass sich der Dialekt in der benachbarten Landgemeinde Vogtei in verschiedenen Aspekten vom Mühlhäuser Platt unterscheidet, was beim Vergleich der Daten berücksichtigt werden musste.
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