Masterarbeit, 2019
228 Seiten, Note: 2,4
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Terminologie und Modelle
2.1.1 Erwerbstätigkeit („Work“)
2.1.2 Familie („Life“)
2.1.3 Pflege und Pflegebedürftigkeit („Life“)
2.1.4 Vereinbarkeit: Familie, Pflege & Beruf (Work-Life-Balance)
2.2 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
2.2.1 Demografischer Wandel
2.2.2 Individualisierung und Wertewandel
2.2.3 Innerfamiliäre Arbeitsteilung
2.3 Unternehmerische Rahmenbedingungen
2.3.1 Frauen in der Arbeitswelt
2.3.2 Anstieg der Personalkosten
2.3.3 Wandel der Personalpolitik
2.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen
2.4.1 Leistungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige
2.4.2 Leistungen für Mütter und Väter
2.5 Maßnahmen zur Work-Life-Balance
2.6 Forschungsstand: Einflussfaktoren
2.7 Zusammenfassung
3 Fragestellung(en) und Hypothesen
4 Methodik
4.1 Ausgangslage
4.2 Studiendesign
4.3 Datenbasis und Rekrutierung
4.4 Studienablauf
4.5 Pretest
4.6 Erhebungsinstrument: Onlinebefragung
4.7 Auswertung der Daten
4.7.1 Deskription
4.7.2 Abhängige und unabhängige Variablen
4.7.3 Bivariate Teststatistik: Hypothesentestung
4.7.4 Multivariate Statistik: binär logistische Regression
5 Ergebnisse
5.1 Deskriptive Statistik
5.1.1 Beschreibung der Befragungspopulation
5.1.2 Berufliche Situation und Familienfreundlichkeit
5.1.3 Beziehung zwischen Kollegen und Vorgesetzten
5.1.4 Kommunikation und Information
5.1.5 Betriebliche Unterstützungsmöglichkeiten
5.1.6 Pflege von Angehörigen
5.2 Bivariate Statistik: Beantwortung der Hypothesen
5.3 Multivariate Statistik: Logit-Modell
6 Diskussion
6.1 Methodendiskussion
6.2 Ergebnisdiskussion
7 Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht, wie die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege aus Sicht abhängig Beschäftigter im Jahr 2018 beurteilt wird, identifiziert zentrale Einflussfaktoren auf eine gelungene Vereinbarkeit und leitet daraus bedürfnisorientierte Ansätze für eine familienfreundliche Personalpolitik ab.
2.1.4 Vereinbarkeit: Familie, Pflege & Beruf (Work-Life-Balance)
Ein Terminus, der im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie häufig genannt wird, ist die Work-Life-Balance. Work-Life-Balance gehört mit deren Weiterentwicklung, der Life-Domain-Balance, zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (BZgA 2017). Vorab soll erwähnt werden, dass der Work-Life-Balance-Begriff mit Kritik behaftet ist. Durch die Work-Life-Balance wird unter Umständen eine irreführende Spaltung von Arbeit und Leben erzeugt (Widuckel 2015, S. 34). Diese Sichtweise von Work-Life-Balance entspricht nicht der Realität, da Arbeit und Leben in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit nur schwer voneinander zu trennen sind (Continentale Krankenversicherung 2013, S. 4). Schließlich findet auch während der Arbeitszeit das „Leben“ statt. Als Beispiel sind wichtige familiäre Anrufe während der Arbeitszeit oder in der privaten Freizeit werden zudem häufig Mails beantwortet oder wichtige geschäftliche Telefonate geführt. Sowohl die Arbeit als auch das Privatleben sind „Teilsysteme unserer menschlichen Lebenswelt, die sich wiederum in verschiedene Subsysteme unterteilen lassen, mit jeweils vielfältigen Ausprägungen und Interdependenzen (Kirschten 2014, S. 20). Die individuelle Lebenswelt einer Person ist deutlich komplexer und kann im Work-Life-Balance-Begriff nur vereinfacht dargestellt werden. Die auf der Seite dargestellte Definition ist diesem Umstand angepasst.
Der Begriff Work-Life-Balance kann synonym zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie verwendet werden. Mit beiden Termini ist die „Balance zwischen den Möglichkeiten und Anforderungen der Erwerbsarbeit und den Möglichkeiten und Anforderungen anderer Lebensbetätigungen“ (Ulrich 2017, S. 968) gemeint. Unter den „Anforderungen anderer Lebensbetätigungen“ werden im Sinne dieser Arbeit familiäre Aufgaben, wie die Pflege von Angehörigen oder Kindererziehung, verstanden. Vielmehr gibt es weitere Lebensphasen und private Belange (Rump et al. 2014, S. 21). Die Abbildung gibt einen einfachen Überblick:
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel sowie den steigenden Bedarf an familienfreundlichen Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und definiert die Zielsetzung der empirischen Untersuchung.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert Begriffe wie Vereinbarkeit, Work-Life-Balance und Pflege, analysiert gesellschaftliche und unternehmerische Rahmenbedingungen sowie aktuelle gesetzliche Regelungen und den Forschungsstand.
3 Fragestellung(en) und Hypothesen: Hier werden die zentralen Forschungsfragen zur aktuellen Vereinbarkeitssituation der Beschäftigten formuliert und Hypothesen zu Einflussfaktoren aufgestellt.
4 Methodik: Der methodische Teil beschreibt das quantitative Studiendesign, die Datenbasis, die Rekrutierung, das Erhebungsinstrument sowie die statistischen Auswertungsverfahren wie die binär logistische Regression.
5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Analysen der Onlinebefragung und die statistischen Überprüfungen der aufgestellten Hypothesen mittels bivariater und multivariater Verfahren.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, methodische Limitationen der Studie erörtert und die Erkenntnisse in den aktuellen Forschungskontext eingeordnet.
7 Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und leitet Handlungsempfehlungen für Führungskräfte und Unternehmen ab, um eine bessere Vereinbarkeit zu fördern.
Employee retention, Employee benefits, Employee assistance program, family friendly workplaces, informal caregiver support, caregiver friendly workplace, familienfreundliche Personalpolitik, Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, Work-Life-Balance
Die Arbeit untersucht, wie Arbeitgeber ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von beruflichen Pflichten, familiärer Betreuung und der Pflege von Angehörigen unterstützen können, um die Arbeitsfähigkeit und Bindung an das Unternehmen zu sichern.
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Arbeitswelt, den verschiedenen Modellen der Work-Life-Balance sowie den praktischen betrieblichen Unterstützungsmöglichkeiten für unterschiedliche Lebensphasen der Mitarbeiter.
Die zentrale Frage lautet, wie Mitarbeiter die aktuelle Situation der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf beurteilen, welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen und wie Unternehmen ihre Unterstützung hierfür optimieren können.
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittstudie. Daten wurden mittels einer Onlinebefragung (N=550) erhoben und anschließend mithilfe bivariater statistischer Tests sowie einer multivariaten binär logistischen Regression in SPSS ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Darstellung der methodischen Vorgehensweise sowie eine detaillierte Ergebnisanalyse, in der sowohl deskriptive Daten als auch statistische Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und Vereinbarkeit aufgezeigt werden.
Die Arbeit umfasst Themen wie Work-Life-Balance, familienfreundliche Personalpolitik, Employee Retention, Pflege von Angehörigen sowie die betriebliche Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben.
Die informelle Pflege wird als eigenständiger und oft vernachlässigter Faktor neben der Kinderbetreuung explizit in die Untersuchung einbezogen, da sie eine zunehmende Belastung für Beschäftigte darstellt, die bisher in Personalstrategien unterrepräsentiert ist.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass neben flexiblen Arbeitszeiten vor allem die Haltung und Unterstützung der direkten Vorgesetzten sowie eine transparente Kommunikation der bestehenden Hilfsangebote entscheidend für eine erfolgreiche Vereinbarkeit sind.
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