Fachbuch, 2019
89 Seiten
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Fragestellung
1.3 Vorgehen
2 Der Begriff Resilienz
2.1 Resilienzmodelle
2.2 Rahmenmodell von Resilienz
2.3 Zusammenfassung Resilienzmodelle
2.4 Schutzfaktorenkonzept
2.5 Risikofaktorenkonzept
2.6 Wechselwirkung von Risiko- und Schutzfaktoren
2.7 Chancen und Gefahren im Resilienzkonzept
2.8 Zusammenfassung
2.9 Fazit für den Unterricht
3 Resilienzforschung
3.1 Entstehung der Resilienzforschung
3.2 Kauai-Längsschnittstudie (1955-1995)
3.3 Mannheimer-Risikostudie (1986-1999)
3.4 Bielefelder Invulnerabilitätsstudie (Anfang 1990er Jahre)
3.5 BELLA-Studie (2003-2012)
3.6 Zusammenfassung der empirischen Studien
3.7 Fazit
4 Märchen
4.1 Märchen: eine Begriffsklärung
4.2 Zaubermärchen
4.3 Grimmsche Märchen
4.4 Märchen – eine Lebenshilfe
4.5 Rollenverteilung im Märchen
5 Resilienzförderung durch Märchen
5.1 Merkmale resilienzfördernder Märchen
5.2 Raster zur Analyse von Märchen hinsichtlich Resilienzförderungspotential
5.3 Anwendung des Beurteilungsrasters
5.4 Hinweise zur Anwendung des Beurteilungsrasters
6 Resultate der vier analysierten Grimm-Märchen
6.1 Schneewittchen und die sieben Zwerge
6.2 Der Froschkönig
6.3 Frau Holle
6.4 Rotkäppchen
6.5 Fazit
7 Abgeleitete Handlungsvorschläge für den Unterricht
7.1 Präventionsmassnahme zur Resilienzförderung im Unterricht
7.2 Die Erzählsituation
7.3 Spielerische Umsetzung
7.4 Bühnen
7.5 Fazit
8 Zusammenfassung und Reflexion
8.1 Zusammenfassung
8.2 Fazit
8.3 Persönliche Schlussfolgerung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das Erzählen von Märchen der Gebrüder Grimm im Kindergarten und in der Unterstufe zur Förderung der Resilienz bei Kindern beitragen kann. Dabei wird analysiert, wie diese Märchen als pädagogisches Mittel zur Stärkung der psychischen Widerstandskraft eingesetzt werden können.
4.1 Märchen: eine Begriffsklärung
Wragge-Lange (2003, 182) beschreibt die Bedeutungen des Wortes ‚Märchen’ als Erzählgut für Kinder mit zauberhaftem, zumeist mit unwahrscheinlichem Inhalt. Das Wort ist aus dem mittelhochdeutschen Wort ‚maere’ abgeleitet und bedeutet ‚bekannt’. ‚Mär’ wird als kleine, kurze Erzählung, als Gerücht oder als Lügengeschichte umschrieben. Als gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Volksmärchen eine immer grössere Bedeutung erlangten, veränderte sich der Inhalt des Begriffs Märchen. Nach dieser Zeit wurde es als eine phantastische, mündlich überlieferte Geschichte beschrieben (Lange, 2012, 7). Fürst, Helbig & Schmitt (2000, 42) deuten die Entstehung der Märchen als Signale der Hoffnung. Durch diese Geschichten hofften Angehörige der Unterschicht auf wundersame, verdiente Befreiung aus der Unterdrückung. Wragge-Lange (2003, 182) nennt ‚Zauber’, ‚Wunder’ und ‚übernatürliche Erscheinungen’ als die drei Merkmale, welche zu einem Märchen gehören. Durch diese Merkmale hebt sich die Handlung im Märchen deutlich von der problemorientieren und realistischen Welt ab (Wragge-Lange, 2003, 183). Nach Fürst, Helbig & Schmitt (2000, 41) spielen Märchen in einer Zeit, ‚als das Wünschen noch etwas geholfen hat’.
Die Handlungen in den Märchen vollziehen sich ohne raumzeitliche Festlegung. Übernatürliche Fähigkeiten und fantastische Wesen wie Hexen, Zauberer, Feen, Zwerge, Riesen, Drachen, sprechende Tieren oder verwunschene Menschen spielen eine zentrale Rolle. In diesem Umfeld vollbringt der Protagonist, die Portagonistin die entscheidenden Taten im Kampf von Gut gegen Böse. Lutz betont (2016, 88), dass der sich wiederholende Ablauf im Märchen eine Eigenschaft dieser Literaturform ist. Am Ende sind die Gefahren heil überstanden und alle Beteiligten sind glücklich. Die Prozesse von Wandlungen und Veränderungen stehen im Märchen im Vordergrund.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Resilienzentwicklung bei Kindern ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit.
2 Der Begriff Resilienz: Das Kapitel erläutert theoretische Modelle der Resilienz sowie die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren für die kindliche Entwicklung.
3 Resilienzforschung: Hier werden wichtige empirische Längsschnittstudien wie die Kauai-Studie oder die BELLA-Studie vorgestellt, die den Zusammenhang zwischen Resilienz und kindlicher Entwicklung belegen.
4 Märchen: Dieses Kapitel klärt den Begriff Märchen, beleuchtet deren Strukturmerkmale und geht auf die Funktion als Lebenshilfe ein.
5 Resilienzförderung durch Märchen: Es wird ein Analyse-Raster von Saskia Koj vorgestellt, welches zur Bewertung des Resilienzförderungspotentials von Geschichten dient.
6 Resultate der vier analysierten Grimm-Märchen: In diesem Teil werden vier spezifische Grimmsche Märchen (Schneewittchen, Der Froschkönig, Frau Holle, Rotkäppchen) zusammengefasst und anhand des Rasters evaluiert.
7 Abgeleitete Handlungsvorschläge für den Unterricht: Das Kapitel liefert konkrete didaktische Vorschläge für Lehrpersonen, um Märchen im Zyklus 1 zur Resilienzförderung einzusetzen.
8 Zusammenfassung und Reflexion: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert den persönlichen Erkenntnisgewinn sowie den Ausblick für die heilpädagogische Arbeit.
Resilienz, Märchen, Gebrüder Grimm, Resilienzförderung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Kinder, Heilpädagogik, Bewältigungsstrategien, Selbstwirksamkeit, Kindliche Entwicklung, Zyklus 1, Coping, Sozialkompetenz, Märchenanalyse.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem Erzählen von Grimmschen Märchen und der Förderung der psychischen Widerstandskraft (Resilienz) bei Kindern im Schulalter des Zyklus 1.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Resilienz, die Risiko- und Schutzfaktoren-Forschung sowie die Analyse von Märchen unter pädagogischen und entwicklungspsychologischen Aspekten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Märchen methodisch im Unterricht eingesetzt werden können, um Kindern beim Aufbau von Coping-Strategien und bei der Bewältigung von Lebenskrisen zu unterstützen.
Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, bei der ein bestehendes Raster zur Beurteilung der Resilienzförderung (Koj, 2008) auf vier ausgewählte Märchen der Gebrüder Grimm angewendet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Resilienz, eine fundierte Auseinandersetzung mit der Märchenforschung sowie die konkrete Auswertung von vier Märchen anhand des Analyse-Rasters.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Resilienz, Resilienzförderung, Grimm-Märchen, Kindliche Entwicklung, Heilpädagogik und Coping-Strategien.
Resilienz ist laut der Arbeit kein statisches Persönlichkeitsmerkmal, sondern das Ergebnis eines dynamischen Prozesses, bei dem Schutzfaktoren die negativen Auswirkungen von Risikofaktoren abpuffern können.
Der gute Ausgang ist essentiell für die resilienzfördernde Wirkung, da er den Kindern vermittelt, dass Krisen überwindbar sind und eine optimistische Lebenshaltung begründet ist.
Die Vorschläge basieren auf dem didaktischen Nutzen von Märchen als literarische Modelle, die Identifikationsmöglichkeiten bieten und den emotionalen sowie sozialen Kompetenzaufbau unterstützen.
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