Masterarbeit, 2018
68 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Gesellschaftspolitische Relevanz des Themas
3. Begriffsbestimmungen
3.1 Politisch motivierte Kriminalität
3.2 Radikalismus
3.3 Extremismus
3.3.1 Rechtsextremismus
3.3.2 Linksextremismus
3.3.3 Islamismus
3.4 Terrorismus
3.5 Ist ein Vergleich dieser Ideologien überhaupt möglich?
4. Der Kampf um Anerkennung
4.1 Anerkennungstheoretische Prozesse
4.2 Soziale Gruppe
4.2.1 Bedeutung der Gruppe im Jugendalter und in kritischen Lebensphasen
4.2.1 Identitätsstiftung innerhalb einer Gruppe
5. Die Suche nach Anerkennung im Radikalisierungsprozess
5.1 Der Radikalisierungsprozess
5.2 Push- und Pull-Faktoren für den Einstieg in eine extremistische Szene
5.3 Welche Rolle spielt die Ideologie?
5.4 Erkenntnisse aus qualitativen Interviews mit politischen Extremisten und Szeneaussteigern
6. Neonazi, Antifa, Salafist – Ideologisch motiviert oder vom Zufall abhängig?
7. Erkenntnisorientierte Präventions- und Deradikalisierungsansätze
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht, welche Rolle der Wunsch nach Anerkennung bei Radikalisierungsprozessen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielt. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt, ob der Einstieg in eine extremistische Szene zwingend ideologisch begründet ist oder vielmehr durch jugendtypische Problematiken wie Identitätssuche und den Bedarf an sozialem Halt in kritischen Lebensphasen forciert wird.
4.2.1 Bedeutung der Gruppe im Jugendalter und in kritischen Lebensphasen
Bisher konnte festgestellt werden, dass das Leben in Gruppen von Geburt vorgegeben ist, da auch die eigene Familie unter dem Begriff „Gruppe“ zu fassen ist.
Doch die Familie ist nicht die einzige Bezugsgruppe im Leben eines Menschen. Das Hineinwachsen und Leben in weiteren Gruppenstrukturen spielt gerade im Jugendalter eine besondere Rolle, was auch mit dem Ablösungsprozess vom Elternhaus im Zusammenhang steht. Dieser Ablösungsprozess stellt ein wesentliches Kriterium für die Jugend als Lebensphase dar. (vgl. Schäfers 1998: 122) „In unserem Kulturkreis gilt das Jugendalter als ein Zwischenstadium zwischen der von den Eltern abhängigen Kindheit und dem Erwachsenenleben, das als selbstständig und gesellschaftlich voll verantwortlich definiert wird.“ (Hurrelmann 2011: 170) Der vorbezeichnete Ablösungsprozess zeigt sich ganz praktisch gesehen schon darin, dass Jugendliche weniger Zeit mit ihren Eltern verbringen, umso mehr aber mit Gleichaltrigen. Die Gruppen, denen sich Jugendliche im Verlauf des Ablösungsprozesses vom Elternhaus zuwenden, werden gemeinhin auch als „Peer Groups“ bezeichnet. „Mit ‚peers‘ werden Menschen bezeichnet, die etwa gleichen Rang und Status haben und von ungefähr gleichem Alter sind. Die Peer Group ist dann die Gruppe der Menschen, mit der man die oben genannten Kriterien teilt: Rang, Status, Alter.“ (Naudascher 1978: 10)
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der Radikalisierungsforschung im Kontext politisch motivierter Kriminalität und stellt die Hypothese auf, dass Anerkennungssuche ein zentraler Faktor für den Einstieg in extremistische Gruppen ist.
2. Gesellschaftspolitische Relevanz des Themas: Das Kapitel verdeutlicht anhand aktueller Ereignisse die gesellschaftliche Bedrohung durch Extremismus und betont die Notwendigkeit, Radikalisierung als Prozess zu verstehen.
3. Begriffsbestimmungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Begriffe Politisch motivierte Kriminalität, Radikalismus, Extremismus, Terrorismus sowie die spezifischen Ideologien des Rechts-, Links- und Islamismus definiert und voneinander abgegrenzt.
4. Der Kampf um Anerkennung: Der theoretische Rahmen für Anerkennungsprozesse (nach Axel Honneth) und die soziologische Bedeutung von Peer Groups in der Adoleszenz werden dargelegt.
5. Die Suche nach Anerkennung im Radikalisierungsprozess: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der Radikalisierungsforschung, analysiert Push- und Pull-Faktoren und wertet qualitative Interviews mit Extremisten und Szeneaussteigern aus.
6. Neonazi, Antifa, Salafist – Ideologisch motiviert oder vom Zufall abhängig?: Die These wird geprüft, ob die Wahl einer extremistischen Szene eher dem Zufall und sozialen Faktoren unterliegt als einer tiefgreifenden ideologischen Überzeugung.
7. Erkenntnisorientierte Präventions- und Deradikalisierungsansätze: Basierend auf den vorherigen Analysen werden Strategien für Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention abgeleitet, die den sozialen Bedürfnissen Jugendlicher Rechnung tragen.
8. Fazit: Die Arbeit fasst ihre Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung der Suche nach Anerkennung als wesentlichen, jedoch multifaktoriell beeinflussten Radikalisierungsfaktor.
Radikalisierung, Extremismus, Anerkennung, Jugendalter, Peer Group, Identitätsstiftung, Politisch motivierte Kriminalität, Prävention, Deradikalisierung, Soziale Prozesse, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Sozialisation, Identitätsfusion, Gruppenpsychologie
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Kontext politisch motivierter Kriminalität, wobei der Fokus besonders auf dem psychologischen Bedürfnis nach Anerkennung liegt.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Identitätsbildung in der Adoleszenz, die Dynamiken in Peer Groups sowie die psychologischen Faktoren, die den Einstieg in extremistische Szenen wie Rechtsextremismus, Linksextremismus oder Salafismus begünstigen.
Ziel der Arbeit ist es zu zeigen, dass Radikalisierungsprozesse oft weniger durch ideologische Überzeugung als durch die Suche nach sozialer Anerkennung, Halt und Struktur in kritischen Lebensphasen vorangetrieben werden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und psychologischer Theorien sowie der Auswertung bestehender qualitativer Studien und Expertenberichte zur Radikalisierung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition extremistischer Grundbegriffe, die Erläuterung anerkennungstheoretischer Prozesse und die detaillierte Analyse der Push- und Pull-Faktoren, die zur Radikalisierung führen können.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Radikalisierung, Anerkennung, Identitätsstiftung, Peer Group, Soziale Gruppe, Prävention und Extremismus prägnant beschreiben.
Laut der Studie ist die Familie als erste soziale Gruppe der primäre Ort für die Anerkennungsbildung. Bleibt diese dort aus, entstehen Anerkennungsdefizite, die Jugendliche dazu drängen können, in extremistischen Peer Groups nach Ersatz zu suchen.
Der Einstieg erfolgt häufig eher zufällig und emotional getrieben durch den Bedarf an sozialer Zugehörigkeit; die Ideologie wird erst im Verlauf der Gruppensozialisation verinnerlicht und dient zunehmend der Identitätsfestigung.
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