Masterarbeit, 2014
95 Seiten, Note: 1,3
2. Einleitung
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Migration
3.1.1 Migrationsformen
3.1.2 Welchen Namen geben wir dem 'Kind'?
3.1.3 Andere Realitäten: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
3.1.4 Schulische Rechte minderjähriger Flüchtlinge
3.1.5 Zwischenfazit
3.2 Migration und Trauma
3.2.1 Über den psychoanalytischen Zusammenhang von innen und außen
3.2.2 Wenn vergangene und gegenwärtige traumatische Erlebnisse miteinander interagieren: Zur Konzeption der Sequenziellen Traumatisierung übertragen auf die Erlebens- und Erfahrungswelt zwangsmigrierter Kinder und Jugendlicher
3.2.3 Zentrale Erfahrungs- und Erlebensbereiche zwangsmigrierter Kinder und Jugendlicher
3.2.3.1 Familiäre Interaktionsstörungen
3.2.4 Zwischenfazit
3.3 Traumapädagogik
3.3.1 Was kann Schule tun? Zur Pädagogik des sicheren Ortes
3.3.2 Was können Pädagog_innen tun? Über den pädagogischen Zusammenhang von innen und außen
3.3.2.1 Vom Szenischen Verstehen
3.3.2.2 … zum Fördernden Dialog
3.3.2.3 Zum Konzept des Guten Grundes
3.3.2.4 Zur Sicherheit der Gruppe
3.3.3 Beziehungs- und Bindungsorientierung in der Traumapädagogik
3.4 Resultat der theoretischen Grundlagen
4. Die qualitative Untersuchung
4.1 Das themenzentrierte Interview
4.1.1 Erhebung
4.1.2 Auswertung
4.2 Zirkuläres Dekonstruieren
4.2.1 Erhebung
4.2.2 Auswertung
4.3 Beobachtungen nach dem Tavistock-Konzept
4.4 Zum Vorgehen in der Forschungsgruppe
4.5 Gütekriterien
5. Forschungsergebnisse
5.1 Exkurs: Das Modell der Sprachlernklassen für Schüler_innen mit Deutsch als Zweitsprache in der Sekundarstufe I
5.2 Fallvignette 1: männliche Lehrkraft Matthias
5.2.1 Zum Setting des Interviews
5.2.2 Zentrale Themenfelder
5.2.2.1 Der eigene Anspruch und der Versuch, zu verstehen
5.2.2.2 Unsicherheit
5.2.2.3 Bindung und Trennung
5.3 Fallvignette 2: weibliche Lehrkraft Karin
5.3.1 Zum Setting des Interviews
5.3.2 Zentrale Themenfelder
5.3.2.1 Beziehungen und Bedürfnisse
5.3.2.2 Grenzüberschreitung
5.3.2.3 Peergroup
5.3.2.3 Kolleg_innen
6. Ergebnisse für die Beziehungsarbeit mit zwangsmigrierten traumatisierten Kindern und Jugendlichen in der Schule
6.1 Reflexion der erhobenen Daten
6.2 Bedingungen entwicklungsfördernder Aufgaben im Kontext Schule
6.3 Mein persönliches Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die pädagogischen Anforderungen an die Beziehungsarbeit mit zwangsmigrierten, traumatisierten Kindern und Jugendlichen in schulischen Kontexten, insbesondere in Sprachlernklassen. Ziel ist es, durch eine psychoanalytisch-pädagogische Perspektive zu verstehen, wie traumatische Erfahrungen die Beziehungsgestaltung beeinflussen und welche Rolle Lehrkräfte bei der Schaffung eines sicheren Lernortes spielen können.
3.2.2 Wenn vergangene und gegenwärtige traumatische Erlebnisse miteinander interagieren: Zur Konzeption der Sequenziellen Traumatisierung übertragen auf die Erlebens- und Erfahrungswelt zwangsmigrierter Kinder und Jugendlicher
Der Psychologe David Becker, der sich aufgrund seiner eigenen deutsch-französischen Herkunft schon in jungen Jahren mit Traumata beschäftigte, nutzt und erweitert die Rahmenkonzeption von Keilson auf insgesamt sechs Sequenzen internationaler Flucht und politischer Verfolgung zugunsten eines größeren Verständnis innerer und äußerer Wirkungsfaktoren (vgl. Becker 2006, ebd.). Zimmermann wendet die Konzeption von Becker als „Folie … für die Analyse der äußeren und inneren Welt zwangsmigrierter Jugendlicher in Deutschland“ an (Zimmermann 2012b, S. 351) und überträgt diese sechs Sequenzen auf deren Lebenssituation. In Anlehnung an die Autoren Becker und Zimmermann gebe ich, mit eigenen Ergänzungen, die sechs Sequenzen im Folgenden wieder:
Sequenz 1 - Vom Beginn der Verfolgung bis zur Flucht: Die Flucht wird aufgrund von Zwängen und aus der Not heraus entschieden. Die dominierenden Gedanken und Gefühle sind die des Aufgebens, die Akzeptanz der Ausweglosigkeit, aber auch der Wunsch nach Rettung. Es geht insbesondere um den Verlust eines Heimatgefühls und für viele auch um die Trennung von der Herkunftsfamilie. Aufgrund meiner langjährigen Arbeit mit (zwangs-) migrierten Kindern und Jugendlichen, ergänze ich, dass das Gefühl des Verlassens beziehungsweise des Zurücklassens von Angehörigen in Kriegs- und Krisengebieten eine ebenso bedeutende und schwerwiegende Rolle im Hinblick auf Gefühle des Sich-verantwortlich-Fühlens für deren weiteres Schicksal spielt.
2. Einleitung: Die Autorin begründet ihr Interesse am Thema durch die biographische Erfahrung mit einem unbegleiteten minderjährigen Flüchtling und formuliert die zentrale Fragestellung zur pädagogischen Praxis.
3. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel verknüpft die Konzepte von Migration, Traumatisierung und Traumapädagogik und legt den Fokus auf die psychoanalytische Sichtweise von Beziehungsarbeit.
4. Die qualitative Untersuchung: Hier wird das methodische Forschungsdesign erläutert, das auf Interviews mit Lehrkräften und der Auswertung durch das Verfahren des Zirkulären Dekonstruierens basiert.
5. Forschungsergebnisse: Basierend auf zwei Fallvignetten wird das subjektive Erleben von Lehrkräften in Sprachlernklassen analysiert, wobei besonders Themen wie Unsicherheit, Bindung und Grenzüberschreitung hervortreten.
6. Ergebnisse für die Beziehungsarbeit mit zwangsmigrierten traumatisierten Kindern und Jugendlichen in der Schule: Die Autorin reflektiert die erhobenen Daten und leitet daraus notwendige Rahmenbedingungen für eine entwicklungsfördernde pädagogische Praxis ab.
Zwangsmigration, Traumatisierung, Traumapädagogik, Sprachlernklassen, Beziehungsarbeit, Sequenzielle Traumatisierung, Pädagogische Praxis, Bindungstheorie, Psychoanalytische Pädagogik, Flucht, Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Szenisches Verstehen, Projektive Identifizierung, Lehrkraft, Schulisches Setting.
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Beziehungsarbeit mit traumatisierten, zwangsmigrierten Kindern und Jugendlichen in deutschen Schulen.
Der Fokus liegt auf einer psychoanalytisch-pädagogischen Sichtweise, um unbewusste Antriebe und Beziehungsdynamiken zwischen Lehrkräften und Schülern besser zu verstehen.
Es soll untersucht werden, welche spezifischen Anforderungen traumatisierte geflüchtete Kinder an die pädagogische Praxis stellen und wie Lehrer ihre Rolle in diesem sensiblen Kontext gestalten.
Zentrale Themen sind die verschiedenen Phasen der Migration (Sequenzielle Traumatisierung), die Bedeutung eines sicheren Ortes in der Schule und die Rolle der Traumapädagogik.
Die Autorin nutzt themenzentrierte Interviews mit Lehrkräften sowie Beobachtungen, die mittels Zirkulärem Dekonstruieren tiefenhermeneutisch ausgewertet werden.
Neben theoretischen Grundlagen präsentiert die Autorin zwei Fallvignetten von Lehrkräften, um konkrete Herausforderungen wie Unsicherheit, Bindung und die Interaktion in der Peergroup zu beleuchten.
Lehrkräfte müssen häufig ohne ausreichendes biographisches Hintergrundwissen agieren und gleichzeitig intensive emotionale Projektionen der traumatisierten Schüler aushalten.
Supervision wird als notwendige Bedingung gesehen, um eigene Überforderung zu reflektieren und um professionell zu bleiben, ohne in Reinszenierungen der traumatischen Erlebnisse der Kinder gefangen zu werden.
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