Fachbuch, 2019
100 Seiten
1 Einleitung
1.1 Situation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Portfoliomanagementprozess
2.1 Planung
2.2 Realisierung
2.3 Darstellung aktiv und passiv gemanagter Fonds im Portfolio
2.4 Kontrolle
3 Geldanlageberatung: Finanzberater vs. Robo-Advisor
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen bei der Geldanlageberatung
3.2 Die traditionelle Bankberatung
3.3 FinTech Robo-Advisor: Definition und Charakteristika
3.4 Rechtliche Zusätze für den Robo-Advisor
3.5 Marktsituation Robo-Advisor in Deutschland
4 Empirische Analyse
4.1 Auswahl der Banken
4.2 Annahmen
4.3 Auswahl der Fonds bzw. Robo-Advisor-Portfolios
4.4 Vorgehensweise der Analyse
4.5 Ergebnisse der Analyse
5 Schlussbetrachtung
5.1 Fazit
5.2 Kritische Würdigung
5.3 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen klassischer Bankberatung und digitalen Robo-Advisors. Ziel ist es zu ergründen, inwieweit Robo-Advisors eine echte Alternative zur persönlichen Bankberatung darstellen und wie sich beide Ansätze hinsichtlich der Portfoliostruktur und der erzielten Wertentwicklung über einen sechsjährigen Zeitraum unterscheiden.
1.1 Situation und Problemstellung
Das Geldvermögen der Deutschen betrug Ende 2016 rund 5.600 Mrd. Euro. Dieses Vermögen wurde hauptsächlich in Versicherungen (rund 2.149 Mrd. Euro) bzw. in Spar-, Sicht- und Termineinlagen (rund 2.000 Mrd. Euro) angelegt. Die mit vergleichsweise mehr Risiken behafteten Anlagen, wie Investmentfondsanteile (518 Mrd. Euro), Aktien (373 Mrd. Euro) und Schuldverschreibungen (127 Mrd. Euro), spielten für den deutschen Anleger eine untergeordnete Rolle. Aufzeichnungen seit 1991 zeigen, dass die Deutschen jedes Jahr ihr erspartes Geld überwiegend bei der Bank anlegen oder parken, anstatt es in Aktien oder auch in Investmentfonds anzulegen. Der Grund für diese Anlageentscheidung ist oft fehlendes Wissen über finanzielle Zusammenhänge.
Seit der Finanzmarktkrise 2007/2008 wurde der Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte von 4,25 % auf heute 0,00 % gesenkt. Die Europäische Zentralbank versucht mit Hilfe günstiger Kreditzinsen Unternehmen zu Investitionen zu bewegen, um so die Wirtschaft anzukurbeln. Diese Reduzierung der Kreditzinsen hat auch eine Auswirkung auf die Zinsen für die Geldanlage. Die Rendite einer der 10-jährigen Bundesanleihe liegt bei 0,09 % (19.02.2019). Die Inflation in Deutschland beträgt 1,7 % p.a. (2018), welches zu einer Differenz zwischen dem Anlagezinssatz der Bundesanleihe und der Inflation von -1,61 % führt. Diese negative Differenz bedeutet, dass der Sparer bei einer Geldanlage in eine 10-jährige deutsche Bundesanleihe real einen Geldverlust erleidet. Um den realen Wert des Geldes zu erhalten, ist er gezwungen, weitere Sparformen, die möglicherweise mit einem höheren Risiko behaftet sind, zu nutzen.
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der Geldanlage in Deutschland im Niedrigzinsumfeld und definiert die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Portfoliomanagementprozess: Erläutert die theoretischen Grundlagen des Portfoliomanagements, unterteilt in Planung, Realisierung und Kontrolle, sowie die Prinzipien der Risikodiversifikation.
3 Geldanlageberatung: Finanzberater vs. Robo-Advisor: Stellt die regulatorischen Anforderungen und die Unterschiede in der Beratungsqualität und -methodik zwischen traditionellen Banken und FinTechs gegenüber.
4 Empirische Analyse: Präsentiert die Untersuchungsergebnisse anhand der Performance von hauseigenen Bankenfonds im Vergleich zu verschiedenen Robo-Advisor-Portfolios für sechs definierte Musterkunden.
5 Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen, diskutiert kritisch die getroffenen Annahmen der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Robo-Advisor, Bankberatung, Portfoliomanagement, Asset-Allocation, ETF, Rendite, Risiko, Investmentfonds, MiFID II, BaFin, Diversifikation, Markowitz, Finanzmarktkrise, Geldanlage, Performance.
Die Arbeit untersucht den Vergleich zwischen der klassischen, persönlichen Anlageberatung durch Banken und der automatisierten, algorithmusbasierten Beratung durch Robo-Advisors im Kontext der Vermögensanlage.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Portfoliomanagementprozess, den rechtlichen Rahmenbedingungen der Anlageberatung, dem Unterschied zwischen aktiven und passiven Anlagestrategien sowie der empirischen Analyse der Performance.
Ziel ist es zu klären, ob Robo-Advisors eine wirksame Alternative zur Bankberatung darstellen und wie sich die Wertentwicklung beider Modelle über einen sechsjährigen Zeitraum unterscheidet.
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Theorieanalyse kombiniert mit einem empirischen Teil, in dem die Fondspreise von Banken mit den Modellportfolios von Robo-Advisors für sechs spezifische Anlegerprofile verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Portfoliomanagements, die regulatorischen Aspekte (z.B. MiFID II) sowie die detaillierte empirische Gegenüberstellung von Bankprodukten und digitalen Anlagelösungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Robo-Advisor, Asset-Allocation, ETF, Performance, Rendite, Risiko und Anlageberatung.
Einige der untersuchten Anbieter, wie ginmon und quirion, nutzen ein automatisiertes Rebalancing, um die Zielgewichtung des Portfolios bei Marktschwankungen beizubehalten, während andere, wie fintego und justETF, teilweise ohne dieses Instrument arbeiten.
Durch strengere BaFin-Vorgaben ist der Zeitaufwand für Beratungsgespräche gestiegen. Dies macht die Anlageberatung für Banken bei geringeren Anlagesummen unrentabel, was den Bedarf an effizienteren, digitalen Prozessen erhöht.
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