Masterarbeit, 2019
106 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen und Aufbau der Arbeit
2 Komplexität im Bauwesen
2.1 Betrachtungen und Definitionen von Komplexität
2.2 Herkunft der Komplexitätswissenschaft
2.3 Konzepte zum Umgang mit Komplexität
2.4 Fehlverhalten mit Komplexität
2.5 Strategien zum Umgang mit Komplexität im Bauwesen
2.5.1 Ulrich und Probst
2.5.2 Faber-Praetorius und Zippel
2.5.3 Frahm
2.5.4 Hoffmann
3 Reformkommission Bau von Großprojekten
3.1 Begriffsverständnis
3.2 Problemstellung der Reformkommission Bau
3.2.1 Flughafen Berlin Brandenburg
3.2.2 Elbphilharmonie in Hamburg
3.2.3 Bahnhof Stuttgart 21
3.3 Fachleute
3.4 Ursache für Fehlentwicklungen
3.5 Ergebnisse der Reformkommission
3.5.1 Kooperatives Planen im Team
3.5.2 Erst planen, dann bauen
3.5.3 Risikomanagement und Erfassung von Risiken im Haushalt
3.5.4 Vergabe an den Wirtschaftlichsten, nicht den Billigsten
3.5.5 Partnerschaftliche Projektzusammenarbeit
3.5.6 Außergerichtliche Streitbeilegung
3.5.7 Verbindliche Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
3.5.8 Klare Prozesse und Zuständigkeiten / Kompetenzzentren
3.5.9 Stärkere Transparenz und Kontrolle
3.5.10 Nutzung digitaler Methoden – Building Information Modeling
3.6 Ausblick
4 Analyse der Reformkommission Bau auf Beachtung von Komplexität
4.1 Einleitung / Hinführung
4.2 Analyse im Einzelnen
4.2.1 Kooperatives Planen im Team
4.2.2 Erst planen, dann bauen
4.2.3 Risikomanagement und Erfassung von Risiken im Haushalt
4.2.4 Vergabe an den Wirtschaftlichsten, nicht den Billigsten
4.2.5 Partnerschaftliche Projektzusammenarbeit
4.2.6 Außergerichtliche Streitbeilegung
4.2.7 Verbindliche Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
4.2.8 Klare Prozesse und Zuständigkeiten / Kompetenzzentren
4.2.9 Stärkere Transparenz und Kontrolle
4.2.10 Nutzung digitaler Methoden – Building Information Modeling
4.3 Analyse der Fachleute
4.4 Analyse im Allgemeinen
5 Ergebnis der Analyse
5.1 Folgerung der Analyse im Einzelnen
5.2 Folgerung der Analyse im Allgemeinen
6 Fazit und Ausblick
6.1 Beantwortung der Forschungsfrage
6.2 Ausblick und weitere Forschung
Diese Arbeit analysiert den Endbericht der deutschen Reformkommission Bau von Großprojekten dahingehend, ob und wie darin Merkmale der systemtheoretischen Komplexität berücksichtigt wurden. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob die vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen tatsächlich geeignet sind, die inhärente Komplexität bei Großbauvorhaben zu beherrschen.
2.1 BETRACHTUNGEN UND DEFINITIONEN VON KOMPLEXITÄT
Zentraler Gegenstand der Analyse ist die Komplexität. Dieser Begriff, welcher neben der Verwendung und Erforschung in unterschiedlichen Wissenschaften ebenso Einzug in den alltäglichen Sprachgebrauch erhalten hat, ist nicht mit einer einzigen allgemeingültigen Definition zu beschreiben.
Der Begriff der Komplexität (vom lateinischen: complectere = umarmen, umfassen) wird je nach Anwendung, Herkunft und Umfeld in gering abweichenden Variationen verstanden, weshalb im Folgenden verschiedene Definitionen gegeben werden um die unterschiedlichen Aspekte und Verwendungen dieser Bezeichnung auszuarbeiten und einzugrenzen.
Eine einführende Betrachtung, welche auf Ulrich und Probst zurückzuführen ist, sieht in der Komplexität die Fähigkeit eines Systems in kurzen Zeiträumen eine große Zahl von verschiedenen Zuständen annehmen zu können. Aufbauend auf dieser Deutung und der nachstehenden Definition, nach welcher ein System ein aus Teilen bestehendes Ganzes ist, lässt sich folgende Behauptung veranschaulichen:
Der systemtheoretische Ansatz erklärt die Komplexität über die Anzahl der vorhandenen Elemente innerhalb eines Systems, deren Funktion und der, aus der Vernetzung dieser Elemente resultierenden, Wechselbeziehung zueinander. Somit beschreibt Komplexität die Vielfalt der Verknüpfungen, welche in Folge der zeitlichen Veränderungen ein nicht vorhersehbares und stark intransparentes Verhalten aufweist.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung von Großprojekten in Deutschland und Definition der Forschungsfrage sowie des Arbeitsaufbaus.
2 Komplexität im Bauwesen: Theoretische Herleitung des Komplexitätsbegriffs, Vorstellung relevanter Konzepte und Diskussion von Strategien zum Umgang mit Komplexität.
3 Reformkommission Bau von Großprojekten: Vorstellung der Kommission, der beteiligten Akteure, der Ursachenforschung und der zehn zentralen Handlungsempfehlungen.
4 Analyse der Reformkommission Bau auf Beachtung von Komplexität: Kritische Untersuchung der Empfehlungen der Kommission im Lichte der theoretischen Grundlagen aus Kapitel 2.
5 Ergebnis der Analyse: Zusammenfassende Folgerungen der durchgeführten Untersuchung der einzelnen Empfehlungen und des Gesamtberichts.
6 Fazit und Ausblick: Beantwortung der Forschungsfrage und Aufzeigen von weiterem Forschungsbedarf.
Komplexität, Bauwesen, Großprojekte, Reformkommission Bau, Projektmanagement, Systemtheorie, Risikomanagement, Building Information Modeling, Handlungsempfehlungen, Kooperatives Planen, Fehlverhalten, Systemsteuerung, Lebensfähigkeit, Bauprojekt, Zielerreichung
Die Arbeit untersucht, ob die Empfehlungen der deutschen Reformkommission Bau von Großprojekten die systemtheoretischen Merkmale von Komplexität in ihre Lösungsansätze integriert haben.
Die zentralen Themen sind Komplexitätsforschung, systemorientiertes Projektmanagement und die kritische Analyse politischer Reformansätze im Bauwesen.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob der Endbericht der Reformkommission die Merkmale der Komplexität bei Großprojekten tatsächlich beachtet hat oder ob die Empfehlungen lediglich oberflächliche Maßnahmen darstellen.
Es wird eine analytische Untersuchung durchgeführt, die den Inhalt des Reformkommissionsberichts in seine Bestandteile zerlegt und diese mit systemtheoretischen Konzepten sowie Expertenstrategien vergleicht.
Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Einbettung der Komplexität, die Vorstellung der Reformkommission und schließlich die detaillierte Analyse der zehn Handlungsempfehlungen sowie der Expertenzusammensetzung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Komplexität, Großprojekte, Risikomanagement, Bauprojektmanagement, systemtheoretische Ansätze und die Reformkommission Bau.
Die Arbeit kritisiert, dass der Fokus der Reformkommission zu stark auf Kosten und Terminen liegt, während die Disziplin der Qualität vernachlässigt wird, was im Widerspruch zu einem ganzheitlichen systemischen Verständnis steht.
Der Faktor Mensch wird als wesentlicher, jedoch von der Reformkommission nur unzureichend betrachteter Einflussfaktor identifiziert, dessen Werte und Einstellungen maßgeblich den Projekterfolg bestimmen.
Der Autor fordert eine kontinuierliche und nicht nur einmalige Risikobetrachtung, die tief in die Projektstrukturen integriert ist und über einfache Standardverfahren hinausgeht.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Merkmale der Komplexität im Endbericht nur isoliert und oberflächlich behandelt werden, wodurch das Ziel, Großprojekte durch diese Empfehlungen nachhaltig beherrschbar zu machen, verfehlt wird.
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