Bachelorarbeit, 2019
58 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Persönliches Interesse
1.2. Ziel der Arbeit und Fragestellung
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Der Haus- und Nutzgarten
2.1. Herkunft des Begriffes und Geschichte
2.2. Biodiversität
2.3. Permakultur
2.4. Garten als Naturraum
3. Erfahrungslernen
3.1. Erfahrung
3.2. Lernen durch Erfahrung und informelles Lernen
3.3. Erfahrungslernen am Beispiel Reggio-Pädagogik
4. Der Garten als informeller Lernraum
4.1. Mensch und Natur
4.2. Vielfältige Sinneserfahrungen und Bewegungsmöglichkeiten
4.3. Vielfalt und das soziale Lernen
4.4. Erfahrung von Entspannung und Erholung
4.5. Gartenpädagogik und Ernährungsbewusstsein
5. Diskussion der Ergebnisse
6. Reflexion und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht, unter welchen Bedingungen ein Garten für Kinder als informeller Lernraum fungieren kann. Das zentrale Ziel ist es, das Gärtnern nicht nur als formales pädagogisches Angebot zu begreifen, sondern sein Potenzial für selbstgesteuerte, erfahrungsorientierte Bildungsprozesse zu erschließen und theoretisch zu fundieren.
2.4. Garten als Naturraum
Der Begriff Raum ist in unserem Leben allgegenwärtig. In der Vielheit seiner Bedeutungen (Naturraum, Lebensraum, Spielraum, umbauter Raum, Wohnraum, Lernraum, Alpinraum, Schengenraum) wird ersichtlich, dass eine allgemeine Definition des Begriffes nicht möglich ist. „Raum ist weder auf geodätische Ortsbestimmungen begrenzt, noch auf relationale Lagebeziehungen im Raum, auch im Denken und Fühlen erschließt sich der Mensch Räume.“ (Hasse 2007, S. 15)
Hasse skizziert in seiner Raumtheorie sechs Raum-Begriffe:
Der mathematische Raum ist unserem alltäglichen und naturwissenschaftlichen Verständnis von Raum sehr nahe. Dieser Raum ist in der Welt durch Koordinaten eindeutig zuordenbar, zudem ist er präzise ermessbar. Dazu nennt Hasse auch den relational geordneten Raum. Als Beispiel hierfür nennt er das Wasser des Meeres, welches ein Volumen bildet, das sich jedoch durch Naturprozesse verändern kann. Auch wenn das Meer im biologischen Sinn einen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen darstellt, so gilt er in diesem Sinne nicht als lebendiger Raum. Hier wir die Relationalität des mathematischen Raumbegriffes sichtbar. (Vgl. ebd., S. 18ff.)
1. Einleitung: Der Autor erläutert sein persönliches Interesse an Naturprozessen und Architektur und formuliert die zentrale Fragestellung, wie ein Garten zum informellen Lernraum wird.
2. Der Haus- und Nutzgarten: Dieses Kapitel beleuchtet die Geschichte des Gartens und führt in Konzepte wie Biodiversität und Permakultur ein, um den Garten als erweiterten Lebensraum zu definieren.
3. Erfahrungslernen: Hier wird der Begriff der Erfahrung phänomenologisch hergeleitet und mit den Konzepten des informellen Lernens sowie der Reggio-Pädagogik verknüpft.
4. Der Garten als informeller Lernraum: Das Kernstück der Arbeit verzahnt die theoretischen Grundlagen mit fünf Themenbereichen, die den Garten als idealen Lernort für Kinder ausweisen.
5. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden in Hinblick auf die Forschungsfrage reflektiert und das Potenzial des informellen Lernens im Garten pädagogisch eingeordnet.
6. Reflexion und Ausblick: Der Autor reflektiert methodische Herausforderungen und regt zukünftige Forschungsdesiderate sowie die praktische Integration von Nutzgärten in die Planung von Kindertagesstätten an.
Garten, informelles Lernen, Erfahrungslernen, Permakultur, Reggio-Pädagogik, Biodiversität, Naturraum, Gartenpädagogik, Kindheit, Bildungsraum, Selbstbildung, Naturerfahrung, Nachhaltigkeit, Lernort, Raumtheorie.
Die Arbeit untersucht, wie ein Garten als informeller Lernraum für Kinder genutzt werden kann und welche Faktoren dabei für ihre Entwicklung besonders bedeutsam sind.
Die Schwerpunkte liegen auf der Raumtheorie, dem Konzept der Permakultur, der Reggio-Pädagogik, der Bedeutung von Naturerfahrungen und der Gartenpädagogik.
Das Ziel ist es, das Potenzial des Gartens als informelles Lernsetting für Kinder aufzuzeigen und die pädagogische Praxis dazu zu animieren, Gärten stärker als Bildungsraum einzubeziehen.
Es handelt sich um eine hermeneutische Theoriearbeit, die aktuelle Forschungsliteratur und pädagogische Ansätze analysiert und zueinander in Bezug setzt.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen zum Haus- und Nutzgarten sowie zum Erfahrungslernen erarbeitet und anschließend auf den Garten als informellen Lernraum übertragen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Erfahrungslernen, informelles Lernen, Gartenpädagogik, Permakultur, Reggio-Pädagogik und Naturerfahrung.
Der mathematische Raum ist physisch berechenbar und koordiniert, während der symbolische Raum erst dadurch entsteht, dass der Mensch dem Ort durch sein Erleben und Handeln eine spezifische Bedeutung zuschreibt.
Die Reggio-Pädagogik betrachtet den Raum als "dritten Erzieher" und betont, dass Kinder durch selbstgesteuertes Forschen und den Umgang mit alltäglichen Materialien ihre eigene Welt konstruieren.
Die Natur arbeitet in Zyklen, die nicht beschleunigt werden können; diese Entschleunigung ist nach Ansicht des Autors essenziell für die Tiefe des Lernens und des Forschens.
Die Gartenpädagogik ist ein noch junges Feld, das vor allem im Kontext von Schulgärten erforscht wurde, aber als informelles Setting im privaten Garten großes, bisher zu wenig genutztes Potenzial birgt.
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