Bachelorarbeit, 2017
51 Seiten, Note: 15
1. Einleitung
1.1 Fokus | Fragestellung
1.2 Erkenntnisinteresse | Vorgehensweise
1.3 Handlungsfeld Jugendarbeit
1.4 Forschungs- und Entwicklungsstand
2. Leib und Seele in Philosophie und Soziologie
2.1 Der Dualismus (René Descartes)
2.2 Körper-Haben und Körper-Sein (Helmuth Plessner)
2.3 Der Leib als vermittelnde Instanz (Maurice Merleau-Ponty)
2.4 Das körperliche Kapital (Pierre Bourdieu)
2.5 Körper und Identität (Erik H. Erikson)
2.6 Zwischenbilanz I
3. Körper und Leib in der Theaterarbeit
3.1 Das Stanislawski-System (Konstantin S. Stanislawski)
3.2 Die Cechov-Methode (Michail A. Cechov)
3.3 Method Acting (Lee Strasberg)
3.4 Biomechanik (Wsewolod E. Meyerhold)
3.5 Zwischenbilanz II
4. Körperorientierte Theaterpädagogik in der Sozialen Arbeit
4.1 Ressource (Begriffsklärung)
4.2 Der Körper als Ressource in der Jugendarbeit
4.3 Theaterpädagogische Arbeit mit Jugendlichen
4.3.1 Schwierigkeiten
5. Schluss
5.1 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale theaterpädagogischer Methoden zur Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung und Resilienz junger Menschen im Kontext der offenen Jugendarbeit. Dabei wird insbesondere analysiert, wie die Einbeziehung körperorientierter Schauspieltechniken einen Zugang zu einem positiven Körpergefühl ermöglichen kann, der jenseits von Leistungsdruck und Selbstoptimierung liegt.
3.1 Das Stanislawski-System (Konstantin S. Stanislawski)
„Meine Methode beruht darauf, die inneren und äußeren Vorgänge miteinander zu verbinden und das Gefühl für die Rolle durch das physische Leben des menschlichen Körpers hervorzurufen.“ (Stanislawski/Stegemann 2014: 11)
Von Interesse für die vorliegende Arbeit ist insbesondere die spätere Schaffensphase STANISLAWSKIs, in welcher dieser sich weniger der äußeren Lebensechtheit, kreiert durch eine detailgetreue Bühnenausstattung, als vielmehr der inneren Glaubwürdigkeit des Spiels verschrieb, wobei letztere durch das lebensechte Spiel der Darsteller_innen und die Technik des Erlebens ermöglicht werden sollte (vgl. Weintz 1998, 208). Dreh- und Angelpunkt der lebenslangen Forschung STANISLAWSKIs bildete denn auch der Schauspieler* und insbesondere dessen im vorangegangenen Kapitel beschriebenes Dasein als Künstler_in und Kunstwerk zugleich (vgl. Stegemann 2014, 11).
1. Einleitung: Die Einleitung verknüpft theaterpädagogische Praxis mit dem Ziel der Persönlichkeitsstärkung und definiert die Forschungsfrage, inwieweit körperorientierte Methoden als Ressource in der Jugendarbeit dienen können.
2. Leib und Seele in Philosophie und Soziologie: Dieses Kapitel arbeitet theoretische Grundlagen auf, indem es den historischen Leib-Seele-Dualismus kontrastiert mit Ansätzen, die den Leib als Ort der Welterfahrung und Identitätsbildung betrachten.
3. Körper und Leib in der Theaterarbeit: Hier werden zentrale Schauspielmethoden wie die von Stanislawski, Cechov, Strasberg und Meyerhold analysiert, um deren spezifische Nutzung von Körperarbeit und physischen Impulsen herauszuarbeiten.
4. Körperorientierte Theaterpädagogik in der Sozialen Arbeit: Das Kapitel überträgt die zuvor analysierten Schauspieltechniken auf den pädagogischen Kontext und diskutiert den Nutzen von Theaterarbeit zur Förderung der Resilienz und Selbstwahrnehmung bei Jugendlichen.
5. Schluss: Der Schluss fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung von Reflexion und bewusster Körperarbeit für die nachhaltige Wirkung theaterpädagogischer Projekte in der Jugendarbeit.
Theaterpädagogik, Soziale Arbeit, Jugendarbeit, Körperbild, Leib, Identitätsbildung, Schauspieltheorie, Stanislawski-System, Cechov-Methode, Method Acting, Biomechanik, Resilienz, Selbstwirksamkeit, Selbstwahrnehmung, Körperarbeit
Die Arbeit untersucht, wie theaterpädagogische Methoden, die auf körperorientierten Schauspielansätzen basieren, als Ressource in der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen genutzt werden können.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Leib, Körper und Seele, die Geschichte körperorientierter Schauspieltechniken sowie die Anwendung dieser Techniken zur Förderung junger Menschen in außerschulischen Bildungskontexten.
Das Ziel ist es zu erörtern, ob durch Theaterarbeit ein positiver, ressourcenorientierter Zugang zum eigenen Körper geschaffen werden kann, der Jugendliche in ihrer Identitätsentwicklung stärkt.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um philosophische, soziologische und theaterwissenschaftliche Positionen in einen Bezug zur sozialen Praxis der Jugendarbeit zu setzen.
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (von Plessner bis Bourdieu) und Schauspielmethoden (Stanislawski, Cechov, Strasberg, Meyerhold) detailliert analysiert und auf ihre Eignung für pädagogische Zielsetzungen geprüft.
Wichtige Begriffe sind Theaterpädagogik, Körperarbeit, Resilienz, Identitätsbildung, Soziale Arbeit, Schauspielkunst und Jugendarbeit.
Meyerholds Biomechanik wird als Beispiel für eine technisch-mechanische Herangehensweise angeführt, die den Schauspieler als Maschinisten seines eigenen Körpers begreift und zur Distanzierung vom naturalistischen Illusionstheater genutzt werden kann.
Das Stück dient als Praxisbeispiel für die praktische Umsetzung der in der Arbeit erörterten theaterpädagogischen Prinzipien und zeigt auf, wie jugendliche Lebenswelten wie Mobbing ästhetisch verarbeitet werden können.
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