Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Der Leviathan
2.1 Naturzustand und Gesellschaftsvertrag
2.2 Freiheit und Sicherheit im Staat
2.3 Der Mensch
3 Du Contrat Social
3.1 Naturzustand und Gesellschaftsvertrag
3.2 Freiheit und Sicherheit im Staat
3.3 Der Mensch
4 Der gezähmte Wolf und der Citoyen
5 Zur Aktualität des Gesellschaftsvertrages – Die Innere Sicherheit als „Goldstandard“
5.1 Was ist Innere Sicherheit?
5.2 Der erweiterte Sicherheitsbegriff
5.3 Die Aktualität der Gesellschaftsverträge
6 Resümee
Die Arbeit untersucht das Wechselspiel von Sicherheit und Freiheit bei Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau, um die Relevanz ihrer staatstheoretischen Entwürfe für die heutige Debatte um die Innere Sicherheit zu analysieren.
2.1 Naturzustand und Gesellschaftsvertrag
Am Anfang war das Wort. Im Hobbesschen Sinne lautet dieses Wort „Naturzustand“. Es ist ein von ihm als notwendiges Hilfskonstrukt gedachter fiktiver Zustand, der aller Staatlichkeit vorrausgeht. Die Menschen finden nur zusammen, weil ihre Bedürfnisse sie dazu treiben und sie in allem einen Vorteil für sich suchen. In diesem Zustand gibt es keine organisierte Schutzmacht. Ein jeder ist allezeit im Vollbesitz aller Handlungsoptionen. Er mag rauben, stehlen oder schmeicheln, um sich selbst so gut als möglich zu erhalten. Er handelt dennoch nicht unrecht, weil es niemanden gibt, der Recht sprechen kann. Jeder ist im Sinne des Wortes souverän.
Selbst Zusammenschlüsse zwischen mehreren Menschen kranken an der Omnipotenz aller Beteiligten. Zwar mag jeder versprechen, den anderen beizustehen oder sie nicht anzugreifen, doch sind diese Bündnisse instabil und nie von Dauer. Selbst der Stärkste ist nicht sicher, da auch der Schwächste ihn im Schlaf ermorden, ihn in eine Falle locken oder sich mit anderen gegen ihn verbünden könnte. In diesem Zustand, so Hobbes, kann es keine Kultur geben, keine Zivilisation, noch nicht einmal ein gesichertes Erbe für die Nachkommen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die staatsphilosophische Untersuchung ein und skizziert das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit bei Hobbes und Rousseau.
2 Der Leviathan: Dieses Kapitel erläutert Hobbes' Theorie des Naturzustands, den Gesellschaftsvertrag und das Menschenbild im Rahmen eines absolutistischen Sicherheitsstaates.
3 Du Contrat Social: Hier wird Rousseaus Gegenentwurf analysiert, der den Gemeinwillen (volontè générale) und die Freiheit als moralisches Prinzip in den Mittelpunkt stellt.
4 Der gezähmte Wolf und der Citoyen: Dieser Teil vergleicht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Theorien und hinterfragt, ob sie tatsächlich antithetisch zueinander stehen.
5 Zur Aktualität des Gesellschaftsvertrages – Die Innere Sicherheit als „Goldstandard“: Das Kapitel überträgt die klassischen Theorien auf moderne Sicherheitsdebatten, wie etwa das „Feindstrafrecht“ und den erweiterten Sicherheitsbegriff.
6 Resümee: Die abschließende Zusammenfassung betont die ungebrochene Wirkmächtigkeit von Hobbes und Rousseau für das Verständnis heutiger Staatlichkeit und politischer Prozesse.
Gesellschaftsvertrag, Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Leviathan, Du Contrat Social, Innere Sicherheit, Freiheit, Souveränität, Naturzustand, Staatstheorie, Gemeinwille, Feindstrafrecht, Sicherheitsdebatte, politische Philosophie.
Die Thesis analysiert die klassischen staatsphilosophischen Vertragstheorien von Hobbes und Rousseau im Hinblick auf das Verhältnis von staatlicher Sicherheit und individueller Freiheit.
Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten des Naturzustands, dem Wesen des Gesellschaftsvertrages, der Rolle des Souveräns und der Anwendung dieser Ideen auf zeitgenössische politische Fragen der Inneren Sicherheit.
Das Ziel ist es, zu ergründen, wie die Theorien von Hobbes und Rousseau die heutige staatliche Legitimation als Sicherheitsmacht beleuchten und welche Rückschlüsse für aktuelle Debatten über Freiheit und Sicherheit gezogen werden können.
Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärtexten und die komparative gegenüberstellende Analyse der beiden Staatstheorien, ergänzt durch einen Transfer in den aktuellen politisch-soziologischen Kontext.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Leviathan, dem Contrat Social, einem Vergleich beider Ansätze sowie einer Aktualisierung im Hinblick auf den erweiterten Sicherheitsbegriff und moderne gesellschaftliche Proteste.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gesellschaftsvertrag, Souveränität, Gemeinwille, Innere Sicherheit und das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und staatlicher Autorität definiert.
Während Hobbes Freiheit als das belässt, was durch Gesetze nicht reguliert ist, fasst Rousseau Freiheit als sittliche Komponente auf, bei der sich der Einzelne durch den Gehorsam gegenüber dem selbst gegebenen Gemeinwillen verwirklicht.
Das „Feindstrafrecht“ beschreibt eine Vorgehensweise des Staates gegenüber Akteuren (wie Terroristen), die sich bewusst gegen die Rechtsordnung stellen, wodurch sie den Schutz des Gesellschaftsvertrags verlieren und als Bedrohung bekämpft werden, statt nach regulären strafrechtlichen Grundsätzen behandelt zu werden.
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