Akademische Arbeit, 2012
65 Seiten, Note: bestanden
1.0) Einleitung oder Gottesbeweis gegen Exerzitien
1.1) Ignatius von Loyola- ein heiliger Lebenskampf
1.2.0) Die Geistlichen Übungen als Vermächtnis des Ordensvaters an die Weltkirche
1.2.1) Prinzip und Fundament der ignatianischen Exerzitien
1.2.2) Ignatius und die lange Tradition der Exerzitien
1.2.3) Die erste Woche der Geistlichen Übungen
1.2.4) Die zweite Woche der Geistlichen Übungen)
1.2.5) Die dritte Woche der Geistlichen Übungen
1.2.6) Die vierte Woche der Geistlichen Übungen
2.0) Weiterführende Zusätze als fallbezogene Vertiefung und Nachbereitung der Übungen
2.1) Die drei Weisen des Betens als weiterführende Wegmarken
2.2) Das „sentire cum ecclesia“ als unumgängliche pastorale Priorität
2.3) Der Wert eines berufenen geistlichen Begleiters für den Weg der Exerzitien
2.4) Der alles umfassende Segenswunsch des Ordensvaters Ignatius
3.0) Nota bene und persönliches Wort des Verfassers
Die Arbeit untersucht das Menschenbild und die spirituelle Relevanz der „Geistlichen Übungen“ des heiligen Ignatius von Loyola. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die Exerzitien dem modernen Menschen als Lebenshilfe dienen und den Weg zu einer persönlichen, tragfähigen Beziehung zu Gott und Christus eröffnen können.
1.0) Einleitung oder Gottesbeweis gegen Exerzitien
Für viele Menschen klingt es vermessen, sich über Wesen und Selbstoffenbarung Gottes Gedanken zu machen. Sind nicht alle Wege und Verheißungen gleich gut, wenn sie nur ihre Klientel einigermaßen befriedigen? Die Antwort auf die Frage nach dem letzten Sinn des Lebens, nach einer Autorität, bei der es sich lohnt, sowohl ernsthaft weiterzufragen wie auch Schweigen und Ungewissheit auszuhalten, stellt der Mensch oft unbewusst und gleichsam an eine Wand, welche nie Antwort zu geben in der Lage ist.
Meist kennt er nicht einmal die Unterschiede zwischen wahrer Hoffnung, hinter welcher immer der Name Gottes geschrieben steht und menschlichen Trugbildern, welche in falsche Abhängigkeiten hineinziehen. Wie der reiche Mann im Gleichnis des Lazarus (Lk 15) suchen viele Menschen an allen ihnen möglichen Stellen ihr Glück, ohne sich jedoch herausfordern und ihr Leben wahrhaft lebendig werden zu lassen. In seiner Enzyklika „Spe Salvi“ hebt Benedikt XVI. hervor, der Mensch wolle nicht sterben, sondern unbeschwert genießen und dies auch auf Kosten anderer. Er sucht sein Glück, ohne es zu kennen. Irdisches Glück erweckt nur kurze Zufriedenheit und neue Sehnsüchte: „Wir möchten irgendwie das Leben selbst, das eigentliche, das dann auch nicht vom Tod berührt wird; aber zugleich kennen wir das nicht, wonach es uns drängt.“ Diese Sätze bergen einen tiefen Sinn: homo sapiens kann sich nie mit der Mittelmässigkeit der conditio humana abfinden. Wer das rastlose Suchen durchbrechen kann, ist die christliche Hoffnung. Sie schaut auf den Herrn, der seine Schöpfung nie verlässt. Welche Hoffnung durchbricht welche Trugbilder und Fassaden? Wer zu Gott gefunden und alle Hoffnung auf ihn setzt, geht eine Herausforderung ein, welche ihn ganz einnimmt. Das Wort „hoffen“, so der Papst, steht im Bibelhebräischen parallel zum Wortfeld „Vertrauen/ Zuversicht“ als dessen Synonyme. Wer auf Gott seine Hoffnung setzt, Kontakt aufnimmt, wird damit nicht von der Welt abgehoben, sondern lernt, die Fakten und Gefahren in ihr besser wahrzunehmen, ohne an ihnen zu verzweifeln.
1.0) Einleitung oder Gottesbeweis gegen Exerzitien: Diese Einleitung reflektiert die menschliche Sinnsuche und stellt die Exerzitien als einen Weg dar, der über rein logische Gottesbeweise hinaus zur lebendigen Gotteserfahrung führt.
1.1) Ignatius von Loyola- ein heiliger Lebenskampf: Ein biografischer Abriss über den Lebensweg des Ignatius, von seiner Zeit als Soldat bis hin zur Gründung der Gesellschaft Jesu.
1.2.0) Die Geistlichen Übungen als Vermächtnis des Ordensvaters an die Weltkirche: Dieses Kapitel erläutert die Exerzitien als spirituelles Vermächtnis des Ignatius, das den Empfänger zur persönlichen Lebensgestaltung aus dem Glauben befähigen soll.
1.2.1) Prinzip und Fundament der ignatianischen Exerzitien: Hier wird das fundamentale Ziel der ignatianischen Spiritualität – Gott in allen Dingen zu suchen und zu finden – dargelegt.
1.2.2) Ignatius und die lange Tradition der Exerzitien: Das Kapitel verortet das Werk des Ignatius in der breiteren christlichen Tradition der Einkehr und geistlichen Wegbegleitung.
1.2.3) Die erste Woche der Geistlichen Übungen: Fokus auf die Auseinandersetzung mit der persönlichen Sünde und die Erlangung von innerer Freiheit (Indifferenz).
1.2.4) Die zweite Woche der Geistlichen Übungen): Betrachtung des Lebens Jesu, insbesondere des Rufs zur Nachfolge des "Königs" Christus.
1.2.5) Die dritte Woche der Geistlichen Übungen: Vertiefung in das Leiden Christi und die Einladung zur Teilhabe an diesem Weg.
1.2.6) Die vierte Woche der Geistlichen Übungen: Der Übergang in die Freude der Auferstehung und die Hinordnung des Lebens auf die größere Ehre Gottes.
2.0) Weiterführende Zusätze als fallbezogene Vertiefung und Nachbereitung der Übungen: Eine Einführung in die ergänzenden Elemente wie die drei Weisen des Betens und das "Fühlen mit der Kirche".
2.1) Die drei Weisen des Betens als weiterführende Wegmarken: Detaillierte Darstellung der von Ignatius vorgeschlagenen Methoden zur Vertiefung des Gebetslebens.
2.2) Das „sentire cum ecclesia“ als unumgängliche pastorale Priorität: Erörterung der ignatianischen Regeln zur kirchlichen Gesinnung.
2.3) Der Wert eines berufenen geistlichen Begleiters für den Weg der Exerzitien: Analyse der Rolle des Begleiters als Mittler und hörender Seelsorger im Exerzitienprozess.
2.4) Der alles umfassende Segenswunsch des Ordensvaters Ignatius: Abschlussbetrachtung über den Wunsch des Ordensvaters, "in allem zu lieben und zu dienen".
3.0) Nota bene und persönliches Wort des Verfassers: Ein abschließendes, persönliches Resümee des Verfassers zur Bedeutung der ignatianischen Spiritualität für sein eigenes akademisches und geistliches Leben.
Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen, Exerzitien, Gottesbeziehung, Nachfolge Christi, Unterscheidung der Geister, Indifferenz, Sentire cum ecclesia, Glaube, Spiritualität, Gebet, Lebensschule, Nachfolge, Bekehrung, ignatianisch
Die Arbeit analysiert die „Geistlichen Übungen“ des heiligen Ignatius von Loyola hinsichtlich ihrer anthropologischen und spirituellen Dimension, um deren Aktualität und Bedeutung für den heutigen Menschen darzulegen.
Zentrale Themen sind die Bekehrung des Ignatius, der Aufbau der Exerzitien in vier Wochen, das christozentrische Menschenbild, die Bedeutung der Unterscheidung der Geister sowie die kirchliche Einbindung der Spiritualität.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das ignatianische Werk als „Lebensschule“ dienen kann, um den Menschen zur individuellen Entscheidung für Gott und zum christlichen Dienst in der Welt zu befähigen.
Die Arbeit nutzt eine theologiegeschichtliche und systematische Analyse, basierend auf Primärtexten (insb. dem Exerzitienbuch) und einschlägiger Sekundärliteratur zur ignatianischen Spiritualität.
Der Hauptteil gliedert sich in die Durchschreitung der vier Exerzitienwochen, die Reflexion über die „Zusätze“ wie das „sentire cum ecclesia“ sowie eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Rolle der geistlichen Begleitung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ignatius von Loyola, Exerzitien, Christusnachfolge, Indifferenz und christliche Lebensgestaltung beschreiben.
Sie ist ein essenzieller Baustein der Exerzitien, der den Menschen befähigen soll, das Wirken Gottes von menschlichen oder gegnerischen Einflüssen zu unterscheiden und so eine am Evangelium orientierte Entscheidung zu treffen.
Ignatius versteht darunter die tiefe kirchliche Gesinnung, bei der das Individuum die Institution als Raum des Heilsgeschehens betrachtet und die institutionelle Kirche als "Heilige Mutter" in ihr Wirken integriert.
Er fungiert nicht als direkter Anweiser, sondern als hörender Mittler, der den Exerzitanten hilft, den eigenen, von Gott zugedachten Weg in Freiheit zu entdecken.
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