Bachelorarbeit, 2018
51 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Hauptteil
2.1 Problemaufriss Klimawandel
2.1.1 Anthropogener Klimawandel
2.1.2 Risiken durch den Klimawandel
2.1.3 Anpassungs- und Minderungsstrategien
2.2 Interdependenz und Regelungsbedarf im internationalen Problemfeld Klimaschutz
2.3 Ineffektivität des UN-Klimaschutzregimes
2.3.1 Effizienz und Effektivität internationaler Regime
2.3.2 Dimensionen der Ineffektivität des UN-Klimaschutzregimes
2.3.3 Erklärung des Fortbestands des UN-Klimaschutzregimes
2.4 Das erfolgreiche Scheitern des UN-Klimaschutzregimes: Theoretische Erklärungsansätze
2.4.1 Erklärungslücke der Regimetheorien
2.4.2 Alternative theoretische Erklärungsansätze
III. Schlussteil
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, warum das UN-Klimaschutzregime trotz seiner permanenten Ineffektivität bei der Erreichung seiner ökologischen Ziele weiterhin fortbesteht. Dabei wird analysiert, inwiefern das Regime Funktionen erfüllt, die über die bloße Symbolpolitik hinausgehen und konkrete Nutzen für die beteiligten Akteure generieren.
2.3.1 Effizienz und Effektivität internationaler Regime
Um die Dimensionen der Ineffektivität am empirischen Beispiel des UN-Klimaschutzregimes bestimmen zu können, ist es zunächst unerlässlich, einige definitorische Grundlagen zu klären, beginnend damit wie sich der Begriff des Regimes überhaupt operationalisieren lässt, um im späteren Verlauf des Abschnitts auf die Effizienz sowie Effektivität internationaler Regime eingehen zu können. Bei Regimen handelt es sich nach Robert O. Keohane um Institutionen im Sinne eines „persistent and connected set of rules (formal and informal) that prescribe behavioral roles, constrain activity, and shape expectations.“ Im Unterschied zu Organisationen besitzen internationale Regime keine Akteursqualität und beziehen sich auf konkrete Problemfelder, beispielsweise auf den Klimaschutz. Weiterhin können internationale Organisationen innerhalb eines Regimes bestehen oder dieses sogar als Verhandlungssystem hervorbringen, wie es im Falle des UN-Klimaschutzregimes durch die Zusammenarbeit im Rahmen der Vereinten Nationen geschah.
Die rationalistische Regimetheorie weist internationalen Regimen im Allgemeinen die Funktion zu, zum Vorteil der Bereitstellung eines globalen öffentlichen Gutes zu intervenieren, was ansonsten durch Interessenkonflikte zwischen den beteiligten Akteuren scheitern könnte, indem Regime Vertrauen zwischen den Akteuren durch organisierten Informationsaustausch bilden, die politische Verlässlichkeit durch Rechts- und Verhaltenssicherheit gewährleisten und die Transaktionskosten durch internationale Kooperation senken; somit wird die Zusammenarbeit für die Akteure rational lohnend. Demnach dienen internationale Regime als soziale Institutionen der möglichst langfristigen gemeinschaftlichen Regelung von Politikfeldern mittels Elementen, die Sinn und Zweck vorgeben (wie Ziele, Normen etc.) und die Organisation und Durchführung anleiten (wie Regeln, Verfahren etc.).
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des UN-Klimaschutzregimes ein und formuliert die Forschungsfrage zur Erklärung des Fortbestands trotz mangelnder Wirksamkeit.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert das Problemfeld Klimawandel, erörtert die Ineffektivität des Regimes anhand empirischer Beispiele und diskutiert theoretische Ansätze zur Erklärung dieses Paradoxons.
III. Schlussteil: Der Schlussteil fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Hypothese, dass das Regime trotz Ineffektivität durch die Erfüllung von Sekundärnutzen stabil bleibt.
UN-Klimaschutzregime, Ineffektivität, Klimawandel, Regimetheorie, Rationalität, Neuer Institutionalismus, erfolgreiches Scheitern, internationale Kooperation, Klimarahmenkonvention, Kyoto-Protokoll, Pariser Abkommen, Sekundärnutzen, symbolische Politik, Problemlösungskapazität, Spieltheorie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der paradoxen Beobachtung, dass das UN-Klimaschutzregime trotz seiner faktischen Wirkungslosigkeit bei der Bewältigung des Klimawandels seit Jahrzehnten fortbesteht.
Zentral sind die Analyse der Ineffektivität von Klimaschutzabkommen, die Rolle von institutionellen Regelungen und die Frage, welchen Nutzen Akteure aus ineffektiven Systemen ziehen.
Das Ziel ist es, durch die Forschungsfrage zu klären, welche Mechanismen den Fortbestand des Regimes stützen, wenn das ursprüngliche ökologische Ziel dauerhaft verfehlt wird.
Die Autorin nutzt eine deduktive Einzelfallstudie auf Basis einer strukturierenden Inhaltsanalyse, um bestehende Regimetheorien zu überprüfen und zu ergänzen.
Es werden das Problemfeld Klimawandel als globales öffentliches Gut, die Ineffektivität des UN-Klimaschutzregimes und theoretische Erklärungsansätze wie der Konstruktivismus und der Neue Institutionalismus behandelt.
Die wichtigsten Schlagworte sind UN-Klimaschutzregime, Ineffektivität, erfolgreiches Scheitern, Regimetheorien, Sekundärnutzen und Neue Institutionalismus.
Damit ist gemeint, dass ein Regime trotz der Verfehlung seines primären Zieles (Klimaschutz) "erfolgreich" in dem Sinne ist, dass es den beteiligten Akteuren andere strategische oder wirtschaftliche Vorteile (Sekundärnutzen) ermöglicht.
Enttäuschungserklärungen dienen dazu, die Enttäuschung über das Ausbleiben konkreter Klimaschutz-Erfolge sprachlich zu kompensieren, um die normative Erwartung an das Regime kontrafaktisch zu stabilisieren.
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