Bachelorarbeit, 2018
56 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Methodik der Arbeit
2. Der Prozess des vollständigen Lernens
2.1 Das kognitionstheoretisch begründete Modell des vollständigen Lernens
2.2 Lernzyklus nach dem Kognitionsmodell
2.2.1 Überblick über den Lernzyklus nach dem Kognitionsmodell
2.2.2 Erste Vorstellungen vom Lerngegenstand entwickeln
2.2.3 Vorstellungen vom Lerngegenstand anreichern und ausdifferenzieren
2.2.4 Sich über die Vorstellungen anderer informieren und sich gegenseitig orientieren
2.2.5 Vorstellungen vom Lerngegenstand zu einem Handlungsablauf strukturieren
2.2.6 Tatsächliches Gestalten von Vorstellungen am Fall
2.2.7 Abstrahieren durch symbolische Verallgemeinerung
2.2.8 Rekonstruieren abstrakter Operationen zu konkreten Vorstellungen
3. Das Rollenspiel
3.1 Warum Rollenspiele
3.2 Begriff der Rolle
3.3 Formen des Rollenspiels
3.4 Phasen des Rollenspiels
3.4.1 Motivationsphase
3.4.2 Aktionsphase
3.4.3 Reflexionsphase
4. Didaktische Gestaltung eines Rollenspiels nach dem Konzept des vollständigen Lernens
4.1. Lernfeldzuordnung und didaktische Vorüberlegungen
4.2 Ausgestaltung der Motivationsphase
4.3 Ausgestaltung der Aktionsphase
4.4. Ausgestaltung der Reflexionsphase
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie die Methode des Rollenspiels in der Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen didaktisch gestaltet werden kann, um Lernprozesse im Sinne des Modells des vollständigen Lernens zu initiieren und so berufsrelevante Kompetenzen gezielt zu fördern.
2.2.6 Tatsächliches Gestalten von Vorstellungen am Fall
Im fünften Schritt des Lernzyklus versuchen die Lernenden die konstruierten Vorstellungen und Handlungsabläufe tatsächlich herzustellen und durchzuführen, um so ihre Brauchbarkeit, ihre Viabilität, zu überprüfen (vgl. Rebmann & Tenfelde 2008, S. 30 f.). Der Begriff der Viabilität wurde maßgeblich durch Ernst von Glasersfeld geprägt und bezeichnet die Gangbarkeit/Passung der konstruierten Vorstellungen. Diese Vorstellungen, bzw. Begriffe, Theorien und Vorstellungsmodelle sind viabel, wenn sie sich in Bezug auf die jeweils relevanten Ziele bewähren, wenn sie eine Orientierung und ein Überleben ermöglichen und ein erfolgreiches Handeln begründen, wobei das Ziel viablen Wissens nicht eine möglichst wahrheitstreue Abbildung der Wirklichkeit ist, sondern dessen instrumentale und funktionale Zweckdienlichkeit für ein zielstrebiges Handeln in der Erlebniswelt des Lernenden (vgl. Siebert 1994, S. 47; von Glasersfeld 1997, S. 50). Vorstellungen, die sich nicht tatsächlich gestalten lassen, werden als nicht viabel aufgegeben.
Am Beispiel der Auszubildenden zum/zur KFV bedeutet dies, dass die Auszubildenden ihren entwickelten Handlungsablauf eines Beratungsgesprächs nicht bloß geistig simulieren, sondern dieses mentale Modell in einem real durchgeführten Gespräch mit Kunden/-innen anwenden. Die zuvor konstruierte Struktur des Gespräches, die erdachten Fragen, Argumente und möglichen Antworten werden gegenüber den Kunden/-innen angewandt, worauf hin sich die Kunden/-innen entweder so verhalten, wie es durch die Auszubildenden erwartet wurde oder aber die Kunden/-innen verhalten sich von der Erwartung abweichend, stellen beispielwiese unerwartete Fragen, verstehen Erklärungen nicht oder wechseln von dem Produkt Lebensversicherung zu ganz anderen Bereichen. Im ersten Falle läuft das Gespräch wie erwartet ab, der erdachte Handlungsablauf, mit dessen Hilfe die Auszubildenden das Ziel eines gelungenen Beratungsgespräches erreichen, funktioniert und wird von den Auszubildenden als brauchbar/passend, als viabel, ermessen und folglich verifiziert. Im zweiten Falle jedoch scheitert das mentale Modell an der realen Gegebenheit und der Handlungsablauf wird als unpassend, nicht viabel, betrachtet, da mit diesem das Ziel eines gelungenen Beratungsgespräches nicht erreicht werden könnte. Es kommt zu einer Falsifizierung des Handlungsablaufes, welches eine Überarbeitung dessen notwendig macht.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit handlungsorientierter Methoden wie Rollenspiele in der Berufsausbildung zum Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen, um auf die komplexen Anforderungen der Kundenberatung vorzubereiten.
2. Der Prozess des vollständigen Lernens: Dieses Kapitel erläutert das kognitionstheoretische Modell des vollständigen Lernens als einen konstruktivistischen Prozess, der in acht idealtypischen Schritten verläuft.
3. Das Rollenspiel: Es wird die Methode des Rollenspiels als teilnehmeraktive Verhaltenssimulation dargestellt, ihre theoretische Einordnung vorgenommen und die Phasen (Motivation, Aktion, Reflexion) erläutert.
4. Didaktische Gestaltung eines Rollenspiels nach dem Konzept des vollständigen Lernens: Hier erfolgt die praktische didaktische Verknüpfung der Rollenspielphasen mit dem Modell des vollständigen Lernens anhand des Lernfeldes 7 der Ausbildung.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Rollenspiel eine sehr geeignete, aber zeitintensive Methode zur Kompetenzförderung ist und betont die Notwendigkeit didaktischer Anpassungsfähigkeit der Lehrkräfte.
Vollständiges Lernen, Rollenspiel, Versicherungen und Finanzen, Kompetenzentwicklung, Konstruktivismus, Kundenberatung, berufliche Bildung, Lernzyklus, Kognitionsmodell, Handlungsorientierung, Simulation, didaktische Gestaltung, Auszubildende, Feedback, Reflexion.
Die Arbeit untersucht, wie man das Modell des vollständigen Lernens mit der Methode des Rollenspiels verbindet, um Auszubildende optimal auf die Kundenberatung vorzubereiten.
Die zentralen Themenfelder sind die konstruktivistische Lerntheorie, die Didaktik von Rollenspielen und die berufliche Fachbildung im Versicherungssektor.
Das Ziel ist es, eine didaktische Konzeption zu entwickeln, die zeigt, wie durch Rollenspiele ein vollständiger Lernprozess durchlaufen werden kann, um soziale und fachliche Kompetenzen zu fördern.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse konstruktivistischer Lerntheorien basiert und diese auf eine didaktische Methodik für die berufliche Praxis anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Lernprozesses, die Beschreibung der Rollenspielmethode und die konkrete didaktische Planung eines Unterrichtsbeispiels für das Lernfeld Lebens- und Unfallversicherung.
Die zentralen Schlagworte sind vollständiges Lernen, Rollenspiel, Kundenberatung, Kompetenzentwicklung und konstruktivistische Didaktik.
Da in der Abschlussprüfung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen ein Beratungsgespräch simuliert wird, bietet das Rollenspiel die notwendige Praxisnähe, um Gesprächsführung und Beratungssicherheit zu trainieren.
Sie ist entscheidend, da erst durch die Diskussion und Generalisierung der Erfahrungen der Transfer des Gelernten auf neue, unbekannte Fallsituationen ermöglicht wird.
Es bietet einen Spielraum für die subjektive Interpretation durch die Auszubildenden, was für die authentische Simulation von Beratungsgesprächen sinnvoller ist als eine starre soziale Rollendefinition.
Die Arbeit identifiziert den Zeitaufwand als eine der größten Hürden, betont jedoch, dass die hohe Lernwirksamkeit komplexer Methoden wie das Rollenspiel diesen Aufwand rechtfertigt.
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