Bachelorarbeit, 2016
54 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
1. Der unsichere Weg zur Nachhaltigkeit
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2. Material und Methodik
2.1 Material
2.2 Methodik
2.3 Gliederung der Arbeit
Teil I – Theoretische Grundlagen
3. Nachhaltigkeit
3.1 Historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs
3.2 Definitionen der Nachhaltigkeit
3.2.1 Nachhaltigkeit
3.2.2 Nachhaltige Entwicklung
3.3 Kritik am Leitbild Nachhaltigkeit
4. Unsicherheitsbewusstsein und Akzeptanz
4.1 Definitionen der Unsicherheit
4.2 Intrinsische Unsicherheitsgenerierung
4.3 Akzeptanz von Folgen
4.4 Der Zusammenhang von Folgen
4.5 Legitimierung von Entscheidungen mit Wissenschaft
4.5.1 Unsicherheit durch Wissenschaft
4.5.2 Entscheidungsfähigkeit der Politik
5. Instrumente zur Reduktion prognostischer Unsicherheit
5.1 Kontrolle der Natur
5.2 Die Instrumente zur Politikberatung
5.2.1 Strategische Umweltprüfung
5.2.2 Technikfolgenabschätzung
5.2.3 Foresight (cTA)
5.3 Resümee der Instrumente
Teil II – Empirie
6. Die Anwendbarkeit der Nachhaltigkeit
6.1 Die nachhaltige Bedeutung im Forstwesen
6.2 Forstliche Betriebswirtschaft mit Bezug auf nachhaltiger Planung
6.3 Resümee über die moderne Implementierung der Nachhaltigkeit
Teil III – Diskussion
7. Anregungen zur nachhaltigen Gestaltung der Zukunft
7.1 Die Besonderheit des Nichtwissens
7.2 Resilienz und besonnene Entscheidungen
7.3 Anstöße zur Anregung der Öffentlichkeit
8. Die Gestaltung einer sicheren Zukunft – ein Ausblick
9. Fazit
Die Arbeit untersucht explorativ die Verbindung zwischen dem Konzept der Nachhaltigkeit und einer unsicheren Zukunft. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, warum die Implementierung von Nachhaltigkeit in moderne, komplexe Systeme mit Schwierigkeiten verbunden ist, und Ansätze für eine sicherere Zukunft zu diskutieren.
4.2 Intrinsische Unsicherheitsgenerierung
„Irren ist menschlich“ (Hieronymus). Das impliziert, dass Unsicherheiten anthropogen sind. Das stimmt, wenn Unsicherheiten durch Messfehler oder fehlerhafte Aufnahme und Verwendung von Wissen entstehen. (Vgl. Firestein 2014: S. 26 ff.) Grundsätzlich gibt es zwei Ursachen der Unsicherheit: durch limitiertes Wissen (epistemologisch) und aufgrund von gegebener Variabilität (ontologisch). Die epistemologische Unsicherheit entsteht durch Messungen, die fallibel oder unmessbar sind; Modellstrukturen, die nicht auf das zu untersuchende System passen; Wissen, das widerlegt wurde; Ambiguität des Wissens, oder das Wissen linguistisch, literarisch ungenau übernommen wurde. Die ontologische Ebene beruht auf der natürlichen Komplexität von Systemen sowie die unsichere Vorhersage über die Zukunft und die in ihr unbekannten Entscheidungen. (Vgl. Asselt et al. in Mazouz 2004: S. 62 f.; vgl. Detten et al. in Detten 2013: S. 7 ff.) Die Unsicherheit entsteht durch Fehler und existiert durch ihr natürliches Sein.
Indessen erzeugt die Industriegesellschaft bewusst ihre Gefahren, bspw. durch ökonomische und technologische Vorteile. (Vgl. Beck 1986: S. 75) Ursprünglich gab es nur natürliche Risiken wie Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüche. Die Industriegesellschaft hat zusätzlich neue anthropogene Risiken wie Klimakatastrophen, Finanzkrisen, Großunfälle und Terrorismus geschaffen. (Vgl. Beck 2007: S. 56) Sie hat systemische Unsicherheiten erzeugt, z. B. eine effiziente Produktion erzeugt Massenarbeitslosigkeit. (Vgl. Beck 2007: S. 54) Somit ist der Fortschritt inhärent mit Unsicherheit behaftet. Sie entsteht durch Technologie sowie ökonomische Entscheidungen. (Vgl. Beck 2007: S. 57 f.)
1. Der unsichere Weg zur Nachhaltigkeit: Einführung in die Problemstellung, dass der Begriff der Nachhaltigkeit zwar unscharf ist, aber dennoch als Leitbild für zukunftsgerichtete Entscheidungen dienen muss.
2. Material und Methodik: Erläuterung der qualitativen Literaturanalyse, bei der deduktiv Wissen über Nachhaltigkeit, Unsicherheit und Entscheidungsprozesse zusammengetragen wurde.
3. Nachhaltigkeit: Darstellung der historischen Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs von der Antike bis zum modernen Verständnis sowie kritische Beleuchtung des Leitbilds.
4. Unsicherheitsbewusstsein und Akzeptanz: Analyse der Entstehung von Unsicherheit (epistemologisch vs. ontologisch) und wie Wissenschaft sowie Politik versuchen, mit diesem Nichtwissen umzugehen.
5. Instrumente zur Reduktion prognostischer Unsicherheit: Vorstellung und kritische Diskussion von Beratungsinstrumenten wie der Strategischen Umweltprüfung (SUP), Technikfolgenabschätzung (TA) und Foresight (cTA).
6. Die Anwendbarkeit der Nachhaltigkeit: Empirische Betrachtung der forstwirtschaftlichen Wurzeln der Nachhaltigkeit und Prüfung, ob dieses Modell auf moderne, komplexere Wirtschaftssysteme übertragbar ist.
7. Anregungen zur nachhaltigen Gestaltung der Zukunft: Diskussion über den Umgang mit Nichtwissen, die Bedeutung von Resilienz statt reiner Effizienz und Möglichkeiten zur Anregung der Öffentlichkeit.
8. Die Gestaltung einer sicheren Zukunft – ein Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit einer Neuausrichtung und der Überprüfung von Sinnhaftigkeit statt bloßer Legitimierung durch Nachhaltigkeitsbegriffe.
Nachhaltigkeit, Unsicherheit, Nichtwissen, Entscheidungsfindung, Politikberatung, Forstwesen, Resilienz, Technikfolgenabschätzung, Zukunft, Anthropogene Risiken, Transformation, Wissensgesellschaft, Nudging, Systemtheorie, ökologische Verantwortung
Die Arbeit befasst sich mit der explorativen Analyse des Nachhaltigkeitsprinzips im Kontext einer unsicheren Zukunft und untersucht, warum eine Implementierung in moderne Systeme problematisch ist.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit, die Analyse von Unsicherheit und Nichtwissen, Instrumente der Politikberatung sowie die empirische Anwendung im forstwirtschaftlichen Sektor und deren Übertragbarkeit ab.
Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit und Zukunft aufzuzeigen und die Frage zu beantworten, warum eine Implementierung in neue Systeme kompliziert ist.
Es handelt sich um eine qualitative Literaturanalyse, die deduktiv vorgeht, um Wissen aus verschiedenen Disziplinen zu synthetisieren und auf die Forschungsfrage anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Nachhaltigkeit und Unsicherheit, die Analyse von Beratungsinstrumenten wie SUP und TA sowie eine empirische Untersuchung der Nachhaltigkeitsanwendung in der Forstwirtschaft.
Nachhaltigkeit, Unsicherheit, Nichtwissen, Entscheidungsfindung und Resilienz sind die prägendsten Begriffe für diese Analyse.
Der Autor argumentiert, dass die Priorisierung ökonomischer Interessen oft zu einer Vernachlässigung ökologischer und sozialer Belange führt und das Modell in komplexen modernen Systemen schwer umsetzbar ist.
Nudges werden als „sanfte“ Methode diskutiert, um Entscheidungen in eine nachhaltige Richtung zu lenken, wobei jedoch auch die Gefahr der Manipulation und die Parallelen zu Überwachungsinstrumenten kritisch reflektiert werden.
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