Bachelorarbeit, 2018
69 Seiten, Note: 1,7
I. EINLEITUNG
1. Einführung in die Thematik
II. DAS RECHT AUF SELBSTBESTIMMUNG
2. Die Selbstbestimmung
2.1 Die Ursprünge des Gedankens nach selbstbestimmtem Leben
2.2 Die Selbstbestimmung als rechtlicher Begriff
2.3 Die Selbstbestimmung als soziologischer Begriff
3. Die Bevormundung
4. Zusammenfassung
III. VERSTÄNDNISWEISEN DER RECHTLICHEN BETREUUNG
5. Die rechtsgeschichtliche Entwicklung des Betreuungsrechts und deren Änderungen kraft Gesetzes
6. Die rechtliche Betreuung
6.1 Begriffsklärung
6.2 Die rechtliche Betreuung als interdisziplinäres Berufsfeld
6.3 Voraussetzung einer Betreuung im Allgemeinen
6.4 Der Grundsatz der Erforderlichkeit einer Betreuung
6.5 Die Anordnung einer Betreuung
6.5.1 Die Auswahl des Betreuers
6.6 Unterbringung und freiheitsentziehende Maßnahmen i.S.d. § 1906 BGB
6.7 Die Vorsorgevollmacht
6.8 Die Betreuungsverfügung
IV. DEMOGRAFISCHER WANDEL UND RECHTLICHE BETREUUNG
7. Die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die rechtliche Betreuung
V. RECHTLICHE BETREUUNG VS. SELBSTBESTIMMUNG
8. Die rechtliche Betreuung im Spannungsfeld der Selbstbestimmung
VI. FAZIT UND AUSBLICK
9. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der gesetzlich verankerten rechtlichen Betreuung und dem individuellen Grundrecht auf Selbstbestimmung. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie die Selbstbestimmung von Menschen mit Unterstützungsbedarf innerhalb des Betreuungssystems effektiv vor bevormundenden Strukturen geschützt werden kann und welche Anforderungen dies an eine personenzentrierte Arbeit stellt.
Die Selbstbestimmung als soziologischer Begriff
Die Selbstbestimmung ist nicht nur im rechtlichen sondern auch im soziologischen Kontext vertreten.
Die Selbstbestimmung galt eine Zeit lang für Menschen mit Behinderungen in Bezug auf ihr Leben bekanntermaßen illusionär, denn ihr Leben glich eher dem einer Fremdbestimmung. Je schwerwiegender die Behinderung eines Menschen war, desto mehr nahm die Fremdbestimmung an Intensität zu und mit ihr stieg auch die soziale Abhängigkeit (vgl. Gutenberger, J. 2010 : S. 43). Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen „wurden und werden oft immer noch für nicht fähig empfunden, selbst Entscheidungen zu treffen, erwachsen zu handeln und Verantwortung zu übernehmen“ (Gutenberger, J. 2010 : S. 43). Aufgrund dessen stellte die Fremdbestimmung eine erhebliche Relevanz dar, wenn es um die Autonomie und Partizipation der Selbstbestimmung in einem sozialen Prozess geht (vgl. Havemann, M. & Stöppler, R. 2014 : S. 18).
In der heutigen Zeit wäre die Freiheit auf Selbstbestimmung ohne die Zusammenkunft mit anderen in der Gesellschaft kaum denkbar. So käme bspw. eine Ehe oder ein Vertrag ohne ein Gegenüber erst gar nicht zustande (vgl. Suhr, EuGRZ 1984 : S. 529, 533; ganz anders: Rupp, AöR 101 (1976) : S. 160, 180 in Welti, F. 2005 : S. 500). Die Freiheit der Gesellschaft verwirklicht sich demnach erst durch deren Zusammenkunft. Durch eine rechtliche Handhabe wie z.B. der Schließung eines Vertrages, ist es dem Menschen möglich, die Selbstbestimmung als Freiheit zu verwirklichen (vgl. Welti, F. 2005 : S. 500).
Der Begriff der Selbstbestimmung ist aus Sicht der Soziologie dem Begriff der Autonomie gleichzusetzen. Nach dem Begriff der Autonomie übernimmt ein Mensch selbst die Leitung für das Führen seines Lebens und besitzt damit auch die Freiheit, selbstständige Entscheidungen hinsichtlich des eigenen Lebens selbst zu treffen (vgl. Wansing 2012 : S. 101 in Rambausek, T. 2017 : S. 81).
1. Einführung in die Thematik: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit rechtlicher Betreuung bei älteren oder kranken Menschen und führt die zentrale Forschungsfrage zum Schutz der Selbstbestimmung ein.
2. Die Selbstbestimmung: Dieses Kapitel definiert Selbstbestimmung sowohl aus rechtlicher als auch aus soziologischer Sicht und grenzt sie vom Begriff der Bevormundung ab.
3. Die Bevormundung: Hier werden Formen der Fremdbestimmung erläutert, die im Gegensatz zum Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben stehen.
4. Zusammenfassung: Ein kurzer Rückblick auf die Bedeutung der Selbstbestimmung als unantastbares Grundrecht.
5. Die rechtsgeschichtliche Entwicklung des Betreuungsrechts und deren Änderungen kraft Gesetzes: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick, der von der Antike über das preußische Recht bis hin zum modernen Betreuungsgesetz reicht.
6. Die rechtliche Betreuung: Die verschiedenen Facetten der rechtlichen Betreuung, von der Begriffsbestimmung bis hin zu speziellen Maßnahmen wie Patientenverfügung und Unterbringung, werden hier detailliert analysiert.
7. Die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die rechtliche Betreuung: Dieser Abschnitt verbindet die Alterung der Gesellschaft und die Zunahme von Demenzerkrankungen mit dem steigenden Bedarf an qualifizierter Betreuung.
8. Die rechtliche Betreuung im Spannungsfeld der Selbstbestimmung: Anhand eines Fallbeispiels wird illustriert, wie schwierig die praktische Umsetzung gesetzlicher Vorgaben im Konflikt zwischen Wohl und Wunsch des Betreuten sein kann.
9. Fazit und Ausblick: Die Autorin zieht Bilanz über die Wirksamkeit der aktuellen Gesetzgebung und schlägt strukturelle Verbesserungen, wie etwa ein standardisiertes Ausbildungssystem, vor.
Rechtliche Betreuung, Selbstbestimmung, Bevormundung, Betreuungsgesetz, Demografischer Wandel, Alzheimer-Demenz, Freiheitsentziehende Maßnahmen, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Menschenwürde, Autonomie, Soziale Arbeit, UN-Behindertenrechtskonvention, Qualitätssicherung, Fremdbestimmung.
Die Arbeit analysiert, wie die Selbstbestimmung hilfebedürftiger Menschen im Rahmen der rechtlichen Betreuung gewahrt bleiben kann, ohne dass das notwendige Schutzkonzept in eine bevormundende Fremdbestimmung umschlägt.
Zu den Kernbereichen zählen die historische Genese des Betreuungsrechts, die soziologischen und rechtlichen Definitionen von Selbstbestimmung, der Einfluss des demografischen Wandels sowie die praktische Herausforderung bei der Betreuung demenziell erkrankter Personen.
Das Ziel ist es, Problemfelder aufzudecken, bei denen das Betreuungsrecht an seine Grenzen stößt, und Wege zu finden, wie durch eine personenzentrierte Arbeit die Transparenz und Wahrung der Selbstbestimmung sichergestellt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen aus der beruflichen Praxis eines freiberuflichen Betreuers, um die theoretischen Rahmenbedingungen an der Realität zu messen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Erläuterung der aktuellen rechtlichen Instrumente (z.B. Vorsorgevollmacht), die statistische Betrachtung des demografischen Wandels und eine kritische Auseinandersetzung mit der Praxis durch ein konkretes Fallbeispiel.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Selbstbestimmung, rechtliche Betreuung, Fremdbestimmung, demografischer Wandel, Betreuungsgesetz und Qualitätssicherung charakterisiert.
Die Autorin argumentiert, dass aufgrund der fehlenden expliziten Ausbildungsstandards für rechtliche Betreuer ein Defizit in der fachlichen Qualität besteht, das durch die Einführung einer verpflichtenden Ausbildung behoben werden sollte.
Sie weist darauf hin, dass insbesondere in Heimeinrichtungen die Gefahr besteht, dass Maßnahmen aus Personalmangel eher als aus Schutzgründen getroffen werden, und betont die Notwendigkeit einer parteiischen Interessenvertretung für die Betreuten.
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