Masterarbeit, 2018
66 Seiten, Note: 3,0
1.Einleitung
2.Die Machtergreifung der Nationalsozialisten
3.Die Bücherverbrennung
4.Die Gleichschaltung der Schriftstellerorganisationen
5.Ideologie und Religion der Nationalsozialisten
6.Die Verfolgung von Autoren und Juden
6.1.Flucht deutscher Autoren ins Exil
6.2.Deutsche Schriftsteller im Exil
7.Widerstandsaktivitäten der Autoren gegen die Diktatur
7.1.Heinrich Mann: ‚Lidice‘
8.Innere Emigration
8.1.Dichtung und Prosa
8.2.Lyrik
8.3.Drama
9.Ernst Jünger: ‚Auf den Marmorklippen‘
10.Fazit
Diese Arbeit untersucht die politische und literarische Situation deutschsprachiger Schriftsteller während der Zeit des Nationalsozialismus, wobei der Fokus insbesondere auf den verschiedenen Widerstandsformen im Exil und in der inneren Emigration liegt. Ziel ist es, die Beweggründe und angewandten Mittel der Autoren zur Bekämpfung des Faschismus anhand der exemplarischen Analyse der Romane ‚Lidice‘ von Heinrich Mann und ‚Auf den Marmorklippen‘ von Ernst Jünger zu erarbeiten.
7.1.Heinrich Mann: ‚Lidice‘
Um die Interpretation des Romans ‚Lidice‘ im folgenden Kapitel besser verstehen zu können, wird erst einmal eine kurze Zusammenfassung des Romans notwendig sein.
Der Roman ‚Lidice‘ beginnt damit, dass Reinhard Heidrich, auf dem Weg nach Prag ist, wo er Konstantin von Neurath als Protektor des von den Nationalsozialisten besetzten ‚Böhmen und Mähren‘ ablösen soll. Auf seiner Reise wird er in dem Dorf Lidice aufgehalten. Bei dieser Gelegenheit erkennt der aus Lidice kommende Medizinstudent Pavel Ondracek die Fähigkeit, Heydrich in Gestik, Mimik und Stimme täuschend nachzuahmen. Pavel entscheidet sich, diese Fähigkeit für eine Form des tschechischen Widerstands zu verwenden. Er nimmt somit die Position des Protektors ein. Als der falsche Protektor, täuscht er alle Besatzer, nicht aber seine Landsleute. Er verwendet die Nachahmung des Protektors in Prag überall dort, wo sich der echte Protektor derzeit nicht befindet. Durch die Nachahmung von Pavel kommt es zu Szenen und Konflikte, die sich immer weiter zuspitzen und in einer persönlichen Begegnung der beiden Protektoren am Ende kulminieren, aus dem Pavel, als der ‚echtere‘ Schauspieler hervorgeht. Heydrich muss nach dieser Szene fliehen und wird im Laufe der Flucht von einem Gestapoführer erschossen.
1.Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die schwierigen Bedingungen für deutschsprachige Schriftsteller während des Nationalsozialismus und führt in die Widerstandsthematik ein.
2.Die Machtergreifung der Nationalsozialisten: Dieses Kapitel erläutert die politische Ausgangslage nach 1933 und die Strategien des NS-Regimes zur Machtfestigung.
3.Die Bücherverbrennung: Der Abschnitt behandelt die systematische Verfolgung missliebiger Literatur als Mittel zur ideologischen Gleichschaltung.
4.Die Gleichschaltung der Schriftstellerorganisationen: Hier wird die Gründung der Reichskulturkammer und die damit verbundene Kontrolle des Kulturbetriebs analysiert.
5.Ideologie und Religion der Nationalsozialisten: Die Untersuchung zeigt auf, wie das NS-Regime versuchte, religiöse Gefühle und Strukturen für die eigene Ideologie zu manipulieren.
6.Die Verfolgung von Autoren und Juden: Das Kapitel dokumentiert die Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Autoren sowie politisch unliebsamer Intellektueller.
6.1.Flucht deutscher Autoren ins Exil: Es wird die notwendige Flucht vieler Kulturschaffender ins Ausland zur Sicherung ihres Lebens und ihrer Arbeit beschrieben.
6.2.Deutsche Schriftsteller im Exil: Hier steht die literarische Arbeit der Exilanten und ihr Beitrag zum antifaschistischen Kampf im Vordergrund.
7.Widerstandsaktivitäten der Autoren gegen die Diktatur: Das Kapitel thematisiert die verschiedenen Formen des Widerstands durch literarisches Schaffen gegen das Regime.
7.1.Heinrich Mann: ‚Lidice‘: Die Analyse konzentriert sich auf die Entstehung und Bedeutung von Manns Roman in Bezug auf das Massaker von Lidice.
8.Innere Emigration: Dieser Abschnitt definiert das Konzept des Widerstands aus Deutschland heraus durch verschlüsselte Botschaften.
8.1.Dichtung und Prosa: Es wird untersucht, wie Prosa im NS-Staat einerseits zur Propaganda genutzt wurde und andererseits Widerstandspotenzial barg.
8.2.Lyrik: Die Analyse beleuchtet die Funktion der Lyrik als Kampfinstrument sowohl im Dienste der NS-Ideologie als auch in der Exil-Literatur.
8.3.Drama: Das Kapitel befasst sich mit der Situation des Theaters und der versuchten ideologischen Umgestaltung des Dramas unter den Nationalsozialisten.
9.Ernst Jünger: ‚Auf den Marmorklippen‘: Dieser Teil widmet sich der Interpretation von Jüngers Roman als verschlüsseltes regimekritisches Werk.
10.Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zur Rolle von Literatur und Schriftstellern im Widerstand gegen den Nationalsozialismus zusammen.
Nationalsozialismus, Widerstandsliteratur, Exilliteratur, Innere Emigration, Gleichschaltung, Heinrich Mann, Ernst Jünger, Lidice, Auf den Marmorklippen, Theatralität, Antifaschismus, Ideologie, Propaganda, Censur, Intellektuelle
Die Arbeit untersucht, wie deutschsprachige Schriftsteller auf die Herrschaft des Nationalsozialismus reagiert haben und welche Rolle die Literatur dabei als Mittel des politischen Widerstands spielte.
Zentrale Themen sind die Verfolgung von Autoren und Intellektuellen, die Mechanismen der NS-Kulturpolitik, die Unterschiede zwischen Exil und innerer Emigration sowie die Analyse von Widerstandsliteratur.
Die Arbeit fokussiert darauf, welche Beweggründe Autoren zum Widerstand führten und welche literarischen Strategien (z.B. Verschlüsselung, Groteske) sie verwendeten, um den Faschismus zu bekämpfen.
Es werden eine umfangreiche Literaturrecherche sowie eine tiefgehende werkimmanente Analyse der Romane ‚Lidice‘ von Heinrich Mann und ‚Auf den Marmorklippen‘ von Ernst Jünger als Forschungsmethoden angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der politischen Verhältnisse unter den Nationalsozialisten, die Verfolgung von Autoren, die Differenzierung zwischen verschiedenen Exil- und Widerstandsformen sowie die spezifische Interpretation der Werke von Mann und Jünger.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Widerstandsliteratur, Exil, innere Emigration, Theatralität sowie die explizite Auseinandersetzung mit der Ideologie des NS-Regimes.
Heinrich Mann nutzt die Theatralität, um die grotesken und brutalen Machtverhältnisse des Nationalsozialismus entlarvend darzustellen und das Regime durch Satire lächerlich zu machen, anstatt es rein programmatisch zu kritisieren.
Während Heinrich Mann den Weg des Exils wählte und dort offen gegen den Nationalsozialismus agierte, entschied sich Ernst Jünger für die sogenannte "innere Emigration" in Deutschland und nutzte stark verschlüsselte Allegorien, um sein Regime-kritisches Anliegen in seinem Roman zu verbergen.
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