Masterarbeit, 2018
116 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Die Massenmedien in demokratischen Gesellschaften
2.1.1 Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
2.1.2 Medienaufmerksamkeit
2.1.3 Medialisierung der Politik
2.2 Populismus
2.2.1 Rechtspopulismus
2.2.2 Rechtspopulismus in den Massenmedien
2.3 Die Talkshow in Deutschland
2.3.1 Polit-Talkshows
2.3.2 RechtspopulistInnen in politischen Talkshows
3. Untersuchung - Teil A
3.1 Methode
3.1.1 Forschungsfrage und Hypothesen
3.1.2 Forschungsmethode: Quantitative Medieninhaltsanalyse
3.1.3 Operationalisierung
3.2 Analyse
3.2.1 Datenerhebung und Datengrundlage
3.2.2 Pretest und Reliabilitätstest
3.2.3 Ergebnisse
3.2.4 Schlussfolgerungen
3.2.5 Reflexion
4. Untersuchung – Teil B
4.1 Methode
4.1.1 Forschungsfrage
4.1.2 Forschungsmethode: Fernsehanalyse
4.2 Analyse
4.2.1 Beschreibung des Materials
4.2.2 Analyse und Interpretation
4.2.3 Evaluation
4.2.4 Reflexion
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung und den Umgang mit der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) in politischen Talkshows der ARD im Vorfeld der Bundestagswahl 2017, um zu prüfen, ob die öffentlich-rechtlichen Medien der Partei durch eine überproportionale Berichterstattung zu ihrem Wahlerfolg verholfen haben.
Die Massenmedien in demokratischen Gesellschaften
In demokratischen Gesellschaften erfüllen die Massenmedien grundsätzlich drei politische Funktionen für die Erhaltung und Weiterentwicklung der jeweiligen Gesellschaft: die Informationsfunktion, die Artikulationsfunktion und die Kritik- und Kontrollfunktion. Übergeordnet über diese Funktionen ist die Funktion der Thematisierung. Diese besagt, dass es grundsätzlich die Massenmedien sind, die Themen sowohl generieren als auch für die Rezipierenden bereitstellen. Dies geschieht durch „die Reduktion der (politischen) `Realität´“ (Tenscher, 1998, S. 23). Im Folgenden werden die drei politischen Kernfunktionen genauer beleuchtet.
Informationsfunktion
Die Vermittlung von Information an die RezipientInnen stellt die „ursprünglichste Funktion der Massenmedien“ (Wildenmann/Kaltefleiter, 1965, S. 15; zit. nach Delhaes, 2002, S. 52) dar. Es sind die Medien, die dem Einzelnen in einer Gesellschaft Informationen über die eigenen Erfahrungen hinaus vermitteln. Daraus lässt sich schließen, dass die Massenmedien maßgeblich an der Konstruktion eines Weltbildes der RezipientInnen beteiligt sind. Auf Grund dieser Verantwortung muss die Informationsvermittlung bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Massenmedien sollen die BürgerInnen dazu befähigen, sich über das Weltgeschehen zu informieren und dabei die Geschehnisse in größere politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Kontexte einzuordnen. Dabei haben sie die Informationen vollständig, sachlich und verständlich weiterzugeben (vgl. Schmidt, 2007, S. 5).
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die öffentliche Debatte über die Mitverantwortung der öffentlich-rechtlichen Medien am Wahlerfolg der AfD und leitet zur Forschungsfrage über, ob die ARD der Partei im Wahlkampf zu viel Aufmerksamkeit geschenkt hat.
2. Theorie: Dieser Abschnitt erarbeitet die theoretischen Grundlagen zu den Funktionen der Massenmedien, zum Phänomen des Populismus, zur Medialisierung der Politik sowie zum Genre der Talkshow und dem bisherigen Forschungsstand zum Umgang mit RechtspopulistInnen.
3. Untersuchung - Teil A: Dieser Teil präsentiert die quantitative Medieninhaltsanalyse, in der die Aufmerksamkeit für die AfD im Vergleich zu anderen Parteien anhand von Redeanteilen, Erwähnungen und behandelten Themen untersucht wird.
4. Untersuchung – Teil B: Der zweite Teil der Analyse widmet sich mittels einer qualitativen Fernsehanalyse der spezifischen medialen Inszenierung der AfD-Politikerin Alice Weidel in einer Ausgabe der Sendung hart aber fair.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Umgang der ARD mit der AfD unter Berücksichtigung des Programmauftrags und der Medienlogik, wobei die Gefahr der ungewollten Stärkung populistischer Akteure betont wird.
ARD, AfD, Bundestagswahl 2017, Polit-Talkshows, Medienaufmerksamkeit, Populismus, Rechtspopulismus, Medienlogik, Nachrichtenwerttheorie, Medialisierung, Agenda-Setting, Inhaltsanalyse, Fernsehanalyse, Alice Weidel, Frank Plasberg
Die Arbeit analysiert die Rolle und Darstellung der AfD in den politischen Talkshows der ARD während des Bundestagswahlkampfes 2017.
Die Arbeit verbindet medienwissenschaftliche Theorien über Populismus, Medienlogik und Talkshow-Formate mit einer empirischen Inhaltsanalyse und einer qualitativen Fernsehanalyse.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die ARD der AfD im Wahlkampf 2017 unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit gewidmet und damit deren Wahlerfolg möglicherweise begünstigt hat.
Die Autorin kombiniert zwei Methoden: eine quantitative Medieninhaltsanalyse zur Messung von Aufmerksamkeit (Redezeit, Themenpräsenz) und eine qualitative, hermeneutische Fernsehanalyse zur Untersuchung der Inszenierung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Auswertung der Sendeinhalte im September 2017 und eine detaillierte Fallanalyse der Inszenierung von Alice Weidel in der Talkshow hart aber fair.
Wichtige Begriffe sind Medialisierung, Rechtspopulismus, Medienaufmerksamkeit, Talkshow-Inszenierung, Agenda-Setting und politische Kommunikation.
Überraschenderweise erhielt die AfD als Partei und deren Gäste nicht mehr Aufmerksamkeit als andere Parteien, jedoch dominierte das AfD-Kernthema "Flüchtlinge/Zuwanderung" die Sendeinhalte deutlich.
Die Autorin kritisiert, dass der Moderator Frank Plasberg durch einen konfrontativen Stil und emotionale Debatten der AfD-Politikerin unfreiwillig die Bühne für eine erfolgreiche Opferinszenierung bot.
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