Bachelorarbeit, 2017
55 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA)
2.1 Entstehung eines Weltverbandes
2.2 Organisation der FIFA
2.2.1 Die Statuten
2.2.2 Der Kongress
2.2.3 Der Rat
3. Korruption – ein weltweites Problem
3.1 Begriffsbestimmung von Korruption
3.2 Wie kommt es zu korruptem Handeln?
3.3 Korruptionsbekämpfung
4. Korruption im Sport
4.1 Strukturen und Formen der Korruption im Sport
4.2 Korruptionsbeispiele in anderen Sportarten
4.3 Korruption im Fußball und der FIFA
4.3.1 Horst Dassler und die ISL
4.3.2 Blatter und die Fortführung des Korruptionsnetzwerkes
4.3.3 Die WM-Vergaben nach Katar und Russland
4.3.4 Spielmanipulationen
5. Das Konzept der Nachhaltigkeit
5.1 Begriffsbestimmung von Nachhaltigkeit
5.2 Die drei Säulen der Nachhaltigkeit
5.3 Nachhaltigkeit in Sportinstitutionen
6. Die FIFA-Reformen
6.1 Das Reformprojekt
6.2 Das Independent Governance Committee
6.3 Die wichtigsten FIFA-Reformen bezüglich nachhaltiger Korruptionsbekämpfung
6.3.1 Klare Trennung zwischen „politischen“ und geschäftsführenden Aufgaben der FIFA
6.3.2 Mehr finanzielle Transparenz und Kontrollen
6.3.3 Wahl und Amtszeit des FIFA-Rats und des FIFA-Präsidenten
6.4 Wo hat die FIFA weiteren Handlungsbedarf?
6.5 Prüfung der Reformen auf den Ansatz für Nachhaltigkeitsprozesse in Sportinstitutionen
7. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Wirksamkeit und das nachhaltige Potenzial der FIFA-Reformen von 2016 vor dem Hintergrund massiver Korruptionsskandale. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob diese Reformmaßnahmen als nachhaltige Lösungsansätze zur Korruptionsbekämpfung innerhalb des Weltfußballverbandes dienen können.
4.3.2 Blatter und die Fortführung des Korruptionsnetzwerkes
Horst Dassler stirbt schließlich 1987 und Havellange wird nach und nach mit einer Welle von Vorwürfen überschüttet, da er unter anderem den international geächteten Diktator Nigerias Sani Abacha, trotz großer Kritik im Vorfeld, besucht und diesem sogar die Austragung der U17-Weltmeisterschaft verspricht. Kurze Zeit später exekutiert Abacha eine Gruppe von regimekritischen Bürgerrechtlern. Eine riesige Welle an internationaler Kritik schlägt auf Havellange ein, sodass eine weitere Amtszeit nur schwer zu vermitteln scheint. Schließlich wird 1998 nicht Lennart Johansson, der stets seine großen Reformbemühungen innerhalb der FIFA betonte, sondern Joseph Blatter, amtierender Generalsekretär und bereits voll in Havellanges und Dasslers dunkle Machenschaften involviert, zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt. Auch diese Wahl wird wieder von immensen Bestechungsvorwürfen gegen Blatter und sein Wahlkampfteam begleitet. Erneut wurden Reisekosten übernommen, Wahlversprechen für spätere Finanzhilfen für verschiedene Fußballverbände getroffen und in der letzten Nacht vor der Wahl auch wieder massig Geldkuverts an die afrikanischen Delegierten verteilt. Schon der Beginn Blatters langer Amtszeit als FIFA-Präsident steht unter einem sehr zwielichtigem Eindruck.
Auch eine Verflechtung seinerseits in die ISL Machenschaften ist kaum von der Hand zu weisen. Nachdem Thomas Bauer, der vom Gericht für die ISL bestimmte Insolvenzverwalter, nach mühsamen Recherchen die großen Schmiergeldströme schließlich teilweise aufdecken kann, fordert er von einigen Sportfunktionären denen er die Korruption direkt nachweisen kann, Rückzahlungen. Nun mischt sich der Züricher Anwalt Peter Nobel, der zu Blatters engstem Rechtsbeistand gehört, ein. Er vertritt offiziell „Drittinteressen“, ohne diese genauer zu definieren. Nach einem Vergleich mit Bauer, handelt er eine Rückzahlung von 2,5 Millionen Franken aus. Dafür verzichtet dieser zukünftig, Geld von Personen, die „direkt oder indirekt mit dem Fußballgeschäft verbunden sind“, einzufordern. Solche Verträge werden in Züricher Anwaltskreisen „Korruptionsverdunkelungsverträge“ genannt. Doch wer hinter dieser Zahlung von 2,5 Millionen eigentlich steckt wird nie bekannt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der FIFA ein, beleuchtet ihre negative Reputation durch Korruptionsskandale und definiert die Zielsetzung, die Reformen von 2016 auf ihre Nachhaltigkeit zu prüfen.
2. Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA): Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung und die organisatorische Struktur der FIFA, inklusive der Funktionen von Statuten, Kongress und Rat.
3. Korruption – ein weltweites Problem: Hier werden theoretische Grundlagen der Korruption dargelegt, Ursachen für korruptes Handeln analysiert und Strategien der Korruptionsbekämpfung (Früherkennung, Aufdeckung, Prävention) vorgestellt.
4. Korruption im Sport: Dieses Kapitel überträgt die Theorie auf den Sportsektor, diskutiert Strukturen der Korruption und belegt diese mit Fallbeispielen aus anderen Sportarten sowie detailliert aus dem Fußballumfeld der FIFA.
5. Das Konzept der Nachhaltigkeit: Hier wird der Nachhaltigkeitsbegriff definiert und auf Sportinstitutionen angewandt, wobei ein eigener Ansatz für Nachhaltigkeitsprozesse in Sportorganisationen hergeleitet wird.
6. Die FIFA-Reformen: Im Hauptteil der Arbeit werden die Reformschritte der FIFA (u.a. Machtbeschränkung des Rats, Compliance-Stärkung) detailliert analysiert und auf ihr Nachhaltigkeitspotenzial geprüft.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reformen zwar einen wichtigen Wandel eingeleitet haben, jedoch der kulturelle Wertewandel und die konsequente externe Kontrolle für eine langfristige Verbesserung entscheidend bleiben.
FIFA, Korruption, Reformen, Sportmanagement, Good Governance, Nachhaltigkeit, Compliance, Spielmanipulation, Fußball-Weltmeisterschaft, FIFA-Rat, Ethikkommission, Transparenz, Machtmissbrauch, Schmiergeld, Sportfunktionäre.
Die Arbeit analysiert die Korruptionsproblematik innerhalb der FIFA und bewertet, ob die Reformmaßnahmen aus dem Jahr 2016 ausreichen, um den Verband nachhaltig zu transformieren.
Zentral sind die Themenbereiche Korruptionsforschung, Good Governance im Sport, das Konzept der Nachhaltigkeit sowie die spezifische Analyse von FIFA-Strukturen und -Reformen.
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit und das Potenzial der FIFA-Reformen zu untersuchen, um festzustellen, ob sie eine nachhaltige Veränderung hin zu einer integren Organisation bewirken können.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den Stand der Korruptionsforschung auf den Sport zu übertragen und die FIFA-Reformen anhand eines hergeleiteten Nachhaltigkeitsansatzes zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Korruption und Nachhaltigkeit), eine empirische Aufarbeitung von Korruptionsfällen (ISL, WM-Vergaben) und die detaillierte Prüfung der einzelnen Reformpunkte.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie FIFA, Korruption, Good Governance, Compliance und Nachhaltigkeit maßgeblich charakterisiert.
Das Exekutivkomitee wird als das korruptionsanfälligste Organ vor der Reform identifiziert, dessen Machtkonzentration maßgeblich zum systemischen Fehlverhalten beigetragen hat.
Die Arbeit sieht darin einen erheblichen Rückschritt für den Reformprozess, da die Entlassung konsequenter Akteure kurz nach Verabschiedung der Reformen den kulturellen Wertewandel infrage stellt.
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