Fachbuch, 2019
89 Seiten
1 Einleitung
2 Die Theorie der Prokrastination
2.1 Was versteht man unter Prokrastination?
2.2 Psychologische Erklärungsansätze für Prokrastination
2.2.1 Impulsivität und zeitliche Verzögerung
2.2.2 Aversive Aufgabe
2.2.3 Unsicherheit und Versagensangst
2.3 Verhaltensökonomische Erklärungsansätze für Prokrastination
2.3.1 Zeitinkonsistentes Verhalten und Hyperbolische Diskontierung
2.3.2 Saliente Kosten
2.3.3 Temporale Motivationstheorie
2.4 Warum Deadlines so wichtig sind
3 Ökonomische Wirkungen der Prokrastination
3.1 Drohende Altersarmut durch mangelhaftes Sparverhalten
3.1.1 Save More Tomorrow
3.1.2 Automatische Zusatzrentenversicherung
3.2 Prokrastination am Arbeitsplatz
4 Prokrastination bei Verbrauchern und resultierende Vorteile für Unternehmen
4.1 Ungenutzte Cashback Aktionen
4.1.1 Verbot
4.1.2 Deadlines verlängern
4.1.3 Hinweise vor dem Kauf
4.2 Fitnessstudios als Beispiel
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Prokrastination und dessen Auswirkungen in der ökonomischen Praxis, insbesondere im Hinblick auf das Sparverhalten von Verbrauchern und die Leistung am Arbeitsplatz, um theoretische Erklärungsmodelle sowie Lösungsansätze zu bewerten.
Was versteht man unter Prokrastination?
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen. Diesen oder ähnliche Sätze hat vermutlich jeder schon einmal gehört oder selbst von sich gegeben. Tagtäglich begleitet uns Prokrastination im Alltag. Wir nehmen uns fest vor morgen mit dem Rauchen aufzuhören, wollen endlich anfangen für den Ruhestand zu sparen oder müssen eine wichtige Arbeit fertigstellen. Ferrari et al. (2005) kamen zu dem Ergebnis, dass etwa 20 Prozent der amerikanischen Bevölkerung unter chronischer Prokrastination leidet. Das heißt, sie schieben nicht nur gelegentlich auf, sondern prokrastinieren regelmäßig (Ferrari et al., 2007). In mehreren unterschiedlichen Umfragen gaben durchschnittlich 95 Prozent der Teilnehmer an, sie würden gelegentlich prokrastinieren (Steel, 2011).
Mit Prokrastination aufzuhören gehört zu den wichtigsten Zielen, wie Menschen weltweit in Umfragen angeben (Steel, 2011). Doch was genau versteht man eigentlich unter Prokrastination und nicht? Das Wort Prokrastination stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt, etwas auf morgen zu verschieben (Ferrari, 1995, S. 25 zitiert nach DeSimone, 1993).
Eine einheitliche Definition für Prokrastination gibt es jedoch nicht. Simpson & Pychyl (2009) versuchen das Phänomen folgendermaßen zu erklären: Prokrastination ist das freiwillige, irrationale Hinausschieben beabsichtigter Tätigkeiten, obwohl einem bewusst ist, dass dieses Aufschieben negative Konsequenzen nach sich ziehen wird. Eine andere Definition sieht Prokrastination als das Aufschieben von Tätigkeiten, welche erledigt werden müssten, aber meist als unangenehm empfunden werden (Opitz & Patzelt, 2004). Stattdessen werden lieber lauter Ersatztätigkeiten nachgegangen, die einem das Gefühl geben, etwas Sinnvolles getan zu haben. Noch kurz die Fenster putzen, das Badezimmer aufräumen oder Einkaufen gehen. Für die einst beabsichtigte Tätigkeit bleibt dann keine Zeit mehr. Akerlof (1991) sieht Prokrastination als das Aufschieben von Tätigkeiten, ohne dabei Vorauszusehen, dass die Aufgabe morgen erneut verschoben wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Prokrastination ein, beleuchtet deren negative Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft und skizziert die Zielsetzung der wissenschaftlichen Arbeit.
2 Die Theorie der Prokrastination: Hier werden Definitionen und psychologische sowie verhaltensökonomische Erklärungsmodelle, wie die hyperbolische Diskontierung und das Modell der Salienten Kosten, systematisch analysiert.
3 Ökonomische Wirkungen der Prokrastination: Das Kapitel untersucht die negativen Folgen für die private Altersvorsorge sowie die Produktivität am Arbeitsplatz und stellt praxisnahe Lösungsansätze vor.
4 Prokrastination bei Verbrauchern und resultierende Vorteile für Unternehmen: Hier wird analysiert, wie Unternehmen das Aufschiebeverhalten von Kunden (z.B. bei Cashback-Aktionen oder Fitnessverträgen) ökonomisch nutzen und welche regulatorischen Eingriffe diskutiert werden.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont den dringenden Bedarf für weitere wissenschaftliche Forschung im deutschsprachigen Raum zu den ökonomischen Kosten der Prokrastination.
Prokrastination, Aufschieben, Verhaltensökonomie, Hyperbolische Diskontierung, Saliente Kosten, Altersvorsorge, Sparquote, Arbeitsplatzproduktivität, Temporale Motivationstheorie, Deadline, Zeitinkonsistenz, Konsumentenverhalten, Selbstkontrolle, Impulsivität, Anreizmodelle
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Prokrastination aus einer wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive, mit einem besonderen Fokus auf die Ursachen und die daraus resultierenden ökonomischen Konsequenzen.
Zu den zentralen Themen gehören psychologische und ökonomische Erklärungsmodelle des Aufschiebens, dessen Auswirkungen auf das Sparverhalten von Haushalten sowie die Kosten, die Prokrastination an Arbeitsplätzen verursacht.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie Prokrastination ökonomische Entscheidungen verzerrt, warum Menschen trotz negativer Konsequenzen aufschieben und welche Lösungsansätze in der Praxis existieren, um dieses Verhalten einzudämmen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender verhaltensökonomischer Theorien sowie der Auswertung verschiedener empirischer Studien und Experimente zu den Auswirkungen von Anreizstrukturen und Deadlines.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Ursachen (wie Impulsivität und Zeitinkonsistenz), die Untersuchung von ökonomischen Folgen (insbesondere bei der Altersvorsorge) und eine Analyse, wie Unternehmen das Prokrastinationsverhalten von Konsumenten gezielt adressieren.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prokrastination, Hyperbolische Diskontierung, Zeitinkonsistenz, Altersvorsorge, Produktivität am Arbeitsplatz und verhaltensökonomische Lösungsansätze charakterisiert.
Dieses Modell erklärt, dass Menschen dazu neigen, unmittelbare Belohnungen überzubewerten und zukünftige Kosten oder Vorteile (wie die langfristige Altersvorsorge) zu unterbewerten, was zu einem irrationalen Aufschieben von Sparaktivitäten führt.
Fitnessstudios nutzen oft Verträge, bei denen Kunden sich überschätzen und ein Abonnement abschließen, dessen Nutzung sie später aufschieben oder kündigen, was den Betreibern durch die hohe Diskrepanz zwischen Vorsatz und tatsächlicher Inanspruchnahme ökonomische Vorteile verschafft.
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