Bachelorarbeit, 2018
81 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Sexualdelinquenz im Jugendalter
2.1 Strafbarkeit nach dem Jugendstrafrecht
2.2 Sexueller Missbrauch – Unterschiedliche Sichtweisen
3. Jugendliche Sexualstraftäter – eine grundlegende Betrachtung
3.1 Der Begriff der Jugend(phase)
3.2 Epidemiologie der sexuellen Übergriffe durch Jugendliche
3.3 Sexuelle Entwicklung im Jugendalter
3.4 Täterprofile
4. Warum werden Jugendliche zu Sexualstraftätern? - Erklärungsansätze
4.1 Bindungstheoretische Grundlagen
4.2 Vom Opfer zum Täter? - Die Bedeutung des eigenen Missbrauchs für die sexuelle Delinquenzentwicklung
4.2.1 Zur Häufigkeit eigener sexueller Missbrauchserfahrung bei jugendlichen Tätern
4.2.2 Pädosexualität/Pädosexueller Missbrauch
4.2.3 Täter-Opfer-Transition
4.3 Sexualdelinquenzfördernde Risikofaktoren
5. Resozialisierung von Jugendlichen Sexualstraftätern
5.1 Resozialisierung - Begriffliche Erläuterung
5.2 Soziale Arbeit und Resozialisierung
5.3 Maßnahmen zur Resozialisierung
5.3.1 Psychotherapeutische Verfahren
5.3.1.1 Verhaltenstherapeutische Verfahren
5.3.1.2 Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
5.3.2 Sozialarbeiterische Maßnahmen mit Jugendlichen Sexualstraftätern
5.3.2.1 Jugendbewährungshilfe
5.3.2.2 Soziale Hilfe im Jugendstrafvollzug
5.3.2.3 Jugendgerichtshilfe
5.5 Probleme in der Resozialisierung
5.6 Rückfälligkeit
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die Entstehung sexueller Delinquenz bei Jugendlichen sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit bei der Resozialisierung dieser Tätergruppe. Es wird der Frage nachgegangen, wie Jugendliche zu Sexualstraftätern werden und wie präventive sowie intervenierende Maßnahmen zur Wiedereingliederung beitragen können.
3.4 Täterprofile
Folgendes Kapitel beschäftigt sich mit den Täterprofilen, die bei Sexualstraftätern klassifiziert werden. Hierbei handelt es sich lediglich um einen Versuch, jugendliche Sexualstraftäter hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsstruktur und Psychodynamik zu differenzieren. Dabei gilt es festzuhalten, dass Sexualdelinquenz keinesfalls mit Perversion gleichzusetzen gilt, da es sich meist eher um impulsives agieren handelt (Klosinski 1991, S. 81).
Focken (1981 zit. n. Klosinksi 1991, S. 80) unterscheidet auf Grundlage seiner Auswertung von 41 Gutachten über jugendliche und heranwachsende Sexualstraftäter (1970-1978) zwischen drei unterschiedlichen Grundstrukturen:
1. Die ungestörte Persönlichkeit, die in der Pubertät in eine Entwicklungskrise gerät,
2. die dissoziale Persönlichkeitsstruktur und
3. die neurotische Persönlichkeitsstruktur.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Stigmatisierung jugendlicher Sexualstraftäter und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Ursachen der Delinquenz sowie der Möglichkeiten der Resozialisierung.
2. Sexualdelinquenz im Jugendalter: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen des Jugendstrafrechts und kontrastiert unterschiedliche Definitionen des sexuellen Missbrauchs aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven.
3. Jugendliche Sexualstraftäter – eine grundlegende Betrachtung: Es erfolgt eine Analyse der Jugendphase, der Epidemiologie sexueller Übergriffe sowie eine differenzierte Darstellung verschiedener Täterprofile und deren Persönlichkeitsstrukturen.
4. Warum werden Jugendliche zu Sexualstraftätern? - Erklärungsansätze: Hier werden bindungstheoretische Grundlagen und die Bedeutung der Täter-Opfer-Transition beleuchtet, ergänzt um eine Zusammenstellung sexualdelinquenzfördernder Risikofaktoren.
5. Resozialisierung von Jugendlichen Sexualstraftätern: Der Fokus liegt auf der Rolle der Sozialen Arbeit sowie auf spezifischen therapeutischen und sozialarbeiterischen Maßnahmen zur Resozialisierung, gefolgt von einer Problemanalyse und Betrachtung der Rückfälligkeit.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel resümiert die wesentlichen Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer verpflichtenden, lebensweltorientierten Unterstützung für betroffene Jugendliche.
Jugendliche Sexualstraftäter, Resozialisierung, Sexueller Missbrauch, Bindungstheorie, Jugendstrafrecht, Täter-Opfer-Transition, Soziale Arbeit, Psychotherapie, Rückfallprävention, Persönlichkeitsstruktur, Jugendphase, Kriminalstatistik, Pädosexualität, Risikofaktoren, Delinquenz.
Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen, warum Jugendliche sexuelle Straftaten begehen, und wie Hilfsangebote der Sozialen Arbeit zu deren Resozialisierung beitragen können.
Zentrale Felder sind die Definition von Sexualdelinquenz, die Bindungstheorie, Täterprofile, Risikofaktoren sowie verschiedene Methoden der Therapie und sozialen Unterstützung.
Das Ziel ist es, Ursachen für sexuelle Delinquenz bei Jugendlichen zu verstehen und aufzuzeigen, wie Resozialisierungsmaßnahmen gestaltet sein müssen, um die Rückfallquote zu senken.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze und empirische Studien zur Jugendkriminalität und zum Bindungsverhalten integriert.
Im Hauptteil werden Erklärungsansätze für deviantes Verhalten, psychologische Tätertypologien sowie konkrete Maßnahmen wie die Jugendbewährungshilfe und der Täter-Opfer-Ausgleich untersucht.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Jugendkriminalität, Resozialisierung, Täter-Opfer-Transition, Bindungsstörung und Sozialarbeiterische Intervention.
Die Bindungstheorie dient als zentraler Erklärungsansatz, da frühe negative Bindungserfahrungen als wesentliche Ursache für spätere sexuelle Delinquenz und Bindungsunfähigkeit identifiziert werden.
Diese Unterscheidung ist relevant, um die unterschiedlichen psychodynamischen Hintergründe und Motivlagen für sexuelle Übergriffe besser zu verstehen und therapeutisch passgenau intervenieren zu können.
Die Soziale Arbeit fungiert als "sanfte Kontrollinstanz" und Unterstützer, die durch Beratung, Krisenhilfe und Kooperation mit anderen Institutionen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft fördern soll.
Die Rückfallzahlen verdeutlichen die Grenzen der aktuellen Maßnahmen, da viele Ansätze freiwillig sind und die Täter nach der Haft oft in dasselbe belastete soziale Umfeld zurückkehren.
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