Bachelorarbeit, 2013
65 Seiten, Note: 2
1. Prolog
2. Was bin ich?
2.1. Wo bin ich?
2.1.1. Erste Abzweigung: Herz oder Hirn?
2.1.2. Die Flucht aus dem Raum
2.2. Eine kranke Welt
2.2.1. Eine farblose Welt
2.2.2. Eine zeitlose Welt
2.2.3. Eine uniforme Welt
2.2.4. Eine kalte Welt
2.2.5. Eine erzwungene Welt
2.2.6. Eine unmoralische Welt
2.2.7. Eine selbstlose Welt
2.2.8. Das Ende der RES COGITANS
2.3. Der moderne Leib-Seele-Dualismus
2.3.1. Pim van Lommel
2.3.2. Das kosmische Bewusstsein
2.3.3. Eine neue Welt und ihre neuen Fragen
2.4. Michael Gazzaniga
2.4.1. Ein nicht lokaler Prozess
2.4.2. Der Interpret
2.4.3. Eine neue Ebene der Emergenz
2.5. Antonio R. Damasio
2.5.1. Die Evolution eines Phänomens
2.5.2. Die Geburt des Homunculus
2.5.3. Damasios Irrtum
2.6. Intermezzo
2.6.1. Der Mensch als Nabel der Welt
2.6.2. Die Unsterblichkeit der Seele
3. Was bleibt von mir?
3.1. Die DNS
3.2. Der Pulsschlag
3.3. Die Autobiografie
4. Das The-6th-Day-Experiment
4.1. Der Versuchsaufbau
4.2. Die möglichen Antworten
5. Epilog
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das philosophische Konzept des „Homunkulus“ zu rehabilitieren und neu zu interpretieren, indem sie die Frage nach der menschlichen Identität und der Natur des Bewusstseins durch eine interdisziplinäre Untersuchung beleuchtet. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob das Ich eine eigenständige, vom Körper unabhängige geistige Substanz darstellt oder ein Produkt neurowissenschaftlicher Prozesse ist, die eng mit der materiellen Welt verknüpft sind.
2.1.1. Erste Abzweigung: Herz oder Hirn?
Um dies zu entscheiden empfehle ich das bekannte Gedankenexperiment von Hillary Putnam: „Hirn im Tank“. Wir trennen also schlicht und ergreifend Herz und Hirn indem wir das Gehirn in einen Tank mit Nährlösung verpflanzen und über elektrische Signale eine Außenwelt simulieren, die weiterhin mit dem Gehirn interagiert. Das Herz, so wollen wir in einer kleinen Erweiterung des Gedankenexperiments annehmen bleibt ebenfalls am Leben, indem wir den nunmehr hirnlosen Körper künstlich ernähren und beatmen. Wir haben also aus einem Menschen zwei gemacht, beide leben und beide sind theoretisch zur Interaktion mit ihrer Umwelt imstande. Wo aber dürfen wir nun den Homunculus vermuten? Welchem der beiden Gebilde geben wir einen Namen, wem von beiden sprechen wir eine Persönlichkeit zu, wem einen Willen, wem Erinnerungen und wem Gefühle und wer ist auf der anderen Seite bloßes Werkzeug des anderen?
Die Antwort auf diese Frage ist sehr einfach und lässt sich intuitiv beantworten: natürlich befinden wir uns im Gehirn, seine Perspektive ist diejenige die wir annehmen, seine Wahrnehmung (und bestehe sie nur aus künstlich erzeugten elektrischen Signalen) definiert die Welt unseres Geistes. Was ins Gehirn dringt, das dringt auch in unser Bewusstsein. Dagegen ist es beim Herzen ausgesprochen egal, welche Signale und Eindrücke es empfängt bzw. noch verarbeiten kann, mit seiner Tätigkeit ist kein Bewusstsein, keine Perspektive, kein Homunculus verbunden.
1. Prolog: Einführung in die Begrifflichkeit des „Homunkulus“ als Metapher für das Ich und die Zielsetzung, dessen ontologischen Status im Spannungsfeld zwischen Philosophie und Neurowissenschaft zu bestimmen.
2. Was bin ich?: Eine umfassende Untersuchung der Frage nach der menschlichen Identität, die Descartes’ Dualismus mit modernen naturwissenschaftlichen Sichtweisen von Damasio, Gazzaniga und van Lommel kontrastiert.
3. Was bleibt von mir?: Die Suche nach dem Identitätskern des Menschen unter Einbeziehung biologischer Faktoren wie der DNS, neurologischer Pulsationen des Bewusstseins und der biographischen Kontinuität.
4. Das The-6th-Day-Experiment: Ein Gedankenexperiment auf Basis der Film-Logik, das die Rolle von Genom und Gedächtnis bei der Definition einer individuellen Identität kritisch hinterfragt.
5. Epilog: Abschließende Reflexion, in der die Unmöglichkeit einer abschließenden Antwort betont wird und das Bewusstsein als zentrales, jedoch weiterhin mysteriöses Rätsel menschlicher Existenz bezeichnet wird.
Homunkulus, Leib-Seele-Dualismus, Bewusstsein, Identität, Neurowissenschaft, René Descartes, Antonio Damasio, Michael Gazzaniga, Pim van Lommel, RES COGITANS, RES EXTENSA, Emergenz, autobiografisches Selbst, Hirnforschung, Anthropologie.
Die Arbeit untersucht das anthropologische Konzept des „Homunkulus“ – die Vorstellung eines kleinen Ichs im Menschen – und prüft, ob dieses im Kontext moderner Wissenschaften als geistige Instanz oder als rein materielles, prozesshaftes Phänomen verstanden werden muss.
Zentral sind die Auseinandersetzung mit dem Leib-Seele-Dualismus, die Auswirkungen neurologischer Störungen auf das Selbstbild sowie die Suche nach der diachronen Identität durch Zeit hindurch.
Das Ziel ist es, den Homunkulus von seiner althergebrachten, oft spöttisch gebrauchten Definition zu rehabilitieren und ihn mit einer neuen Bedeutung als Synonym für unser Bewusstsein und unser innerstes Ich aufzuladen.
Die Arbeit nutzt die philosophische Diskursanalyse, wobei sie Theorien der Philosophie of Mind mit empirischen Daten der Neurowissenschaft und Kognitionsforschung konfrontiert.
Der Hauptteil analysiert, wo das Ich „wohnt“ – sei es im Gehirn, im Körper oder in einer immateriellen Sphäre – und untersucht durch Gedankenexperimente und medizinische Fallbeispiele, welche Komponenten (wie Erinnerung oder Genom) zur Identitätsbildung beitragen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Homunkulus, RES COGITANS, Emergenz, Leib-Seele-Dualismus, Identität und autobiografisches Gedächtnis.
Während van Lommel das Gehirn nur als „Empfangsgerät“ für ein kosmisches Bewusstsein sieht, neigt der Autor stärker der Sichtweise der Neurowissenschaftler zu, die Bewusstsein als Produkt zerebraler Prozesse betrachten, lässt aber die metaphysische Möglichkeit van Lommels als offene Option bestehen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Bewusstsein ein Phänomen der materiellen Welt ist, stellt jedoch fest, dass die Frage nach der diachronen Identität des Ichs letztlich die Grenzen der Naturwissenschaft überschreitet und eine genuin philosophische Interpretation erfordert.
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