Bachelorarbeit, 2016
68 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
2 Theorieteil I – Bedeutung und Entwicklung von Resilienz
2.1 Kindliche Entwicklung, Vulnerabilität und Coping
2.2 Resilienz
2.3 Traumatisierte Flüchtlingskinder
3 Theorieteil II – Flüchtlingskinder in der Schweiz
3.1 Asylverfahren: Zahlen und Unterbringung
3.2 Schulsituation
4 Theorieteil III – Resilienzförderung durch Lehrpersonen
4.1 Beziehungsarbeit
4.2 Massnahmen und Förderprogramme in Schulen
4.3 Didaktische Möglichkeiten
4.4 Traumapädagogik im Rahmen von Schule
4.5 Gewaltprävention, Klassendynamik & Beziehungen
5 Empirie I – Die qualitative Untersuchung
5.1 Beschreibung und Begründung der Methode
5.2 Durchführung der Interviews
5.2.1 Interview 1: Regelklassenlehrerin
5.2.2 Interview 2: Traumapädagogin und Heil- & Sonderpädagoge
5.2.3 Interview 3: Primarlehrerin, Berufsanfängerin
6 Empirie II – Ergebnisse
6.1 Darstellung und Kategorienbildung
6.2 Interpretation und Diskussion
6.2.1 Sicht auf die Fachkräfte
6.2.2 Fachliche Themen
6.2.3 Rahmenbedingungen
6.2.4 Zusammenführung: Befragung & derzeitige Massnahmen
6.3 Grenzen und offene Fragen
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie Lehrpersonen im schulischen Alltag zur Stärkung der Resilienz bei Flüchtlingskindern beitragen können. Ziel ist es, basierend auf einer qualitativen Analyse und Experteninterviews, pädagogische Ansätze und praktische Handlungsempfehlungen für die Primarschule zu identifizieren.
4.3. DIDAKTISCHE MÖGLICHKEITEN
Resilienz und Lernen stehen in einem engen Zusammenhang. Lernen bedeutet, gelegentlich schwierige Aufgaben zu lösen (vgl. Greef 2008, S. 9). Wer resilient ist, traut sich zu, mit Schwierigkeiten umgehen und schafft es dann auch. Die Entwicklung von Resilienz sollte daher nach Wustmann zu einem «integralen Bestandteil von Bildungs- und Erziehungsprozessen gemacht werden» (Wustmann 2009, S. 10, Hervorhebung im Original).
Eine Textform, die im Unterricht behandelt werden und zur Stärkung von Resilienz beitragen kann, sind Märchen oder märchenähnliche Geschichten. Sie sind Resilienz fördernd, weil in ihnen meistens das Lösen eines Problems im Zentrum steht. Die Hauptfiguren lösen diese Probleme oft aus eigener Kraft. Vorher allerdings gibt es Rückschläge, von denen sich die handelnden Figuren nicht beirren lassen. Wenn sich die Kinder mit den Heldinnen und Helden identifizieren, kann in ihnen das Vertrauen wachsen, dass auch sie ihre Probleme lösen werden (vgl. Fthenakis et al. 2007, S. 174).
Des Weiteren sind Unterrichtseinheiten zu Themen wie «Leben» oder «Biografie» geeignet, die Etappen des bisherigen Lebens zu bearbeiten und Blicke in die Zukunft zu werfen (vgl. Greef 2008, S. 25). Bei Flüchtlingskindern ist hier wieder besondere Sensibilität geboten, damit nicht etwa traumatisierende Erlebnisse wieder in Erinnerung gerufen werden, die dann im Rahmen der Schulstunden nicht aufgefangen werden können. Das Gleiche gilt für Inhalte, in denen es um Flucht geht. Dennoch kann es hilfreich sein, mit fiktiven Erzählungen von Kindern in entfernten Ländern zu arbeiten, die Krieg und Flucht erlebt haben (vgl. Greef 2008, S. 29). Darin können sich geflüchtete Kinder selbst wiedererkennen und ihre Mitschülerinnen und -schüler können etwas über diese Erfahrungen lernen.
1 Einleitung: Stellt die Relevanz der Flüchtlingsthematik in der Schweiz dar und formuliert die Forschungsfrage zur Resilienzstärkung im Schulalltag.
2 Theorieteil I – Bedeutung und Entwicklung von Resilienz: Erläutert entwicklungspsychologische Grundlagen, Vulnerabilität, Coping-Strategien sowie die spezifische Situation traumatisierter Flüchtlingskinder.
3 Theorieteil II – Flüchtlingskinder in der Schweiz: Behandelt die Asylpraxis, Unterbringungsbedingungen und die aktuelle Situation dieser Kinder im schweizerischen Bildungssystem.
4 Theorieteil III – Resilienzförderung durch Lehrpersonen: Diskutiert praktische Ansätze wie Beziehungsarbeit, didaktische Methoden und traumapädagogische Aspekte zur Förderung der Widerstandskraft.
5 Empirie I – Die qualitative Untersuchung: Beschreibt das methodische Vorgehen und die Durchführung der Experteninterviews mit Lehr- und Fachpersonen.
6 Empirie II – Ergebnisse: Wertet die Interviews aus, kategorisiert die Erkenntnisse und diskutiert diese im Kontext der theoretischen Grundlagen.
7 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung von stabilen Beziehungen und strukturellen Verbesserungen für die Resilienzförderung hervor.
Resilienz, Flüchtlingskinder, Primarschule, Trauma, Coping, Pädagogik, Integration, Asyl, Lehrpersonen, Beziehungsarbeit, Unterricht, Traumapädagogik, Schulalltag, Förderung, qualitative Forschung.
Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, wie Lehrpersonen in der Schweizer Primarschule Flüchtlingskinder gezielt in ihrer Resilienz stärken können, um ihnen eine gesunde Entwicklung trotz belastender Erfahrungen zu ermöglichen.
Die Arbeit verknüpft psychologische Resilienzkonzepte mit der pädagogischen Praxis. Zentrale Themen sind dabei die psychische Widerstandsfähigkeit, die Integration von traumatisierten Kindern in Schulklassen sowie die Gestaltung von Unterstützungsangeboten.
Ziel ist es, aus den Erfahrungen von Lehrpersonen und pädagogischen Fachkräften Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Fördermöglichkeiten in der Schule existieren und wie die Resilienz von Flüchtlingskindern professionell unterstützt werden kann.
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz. Es wurden offene ExpertInneninterviews mit drei verschiedenen Fachpersonen (Regelklassenlehrperson, Traumapädagogin, Sonderpädagogik-Fachkraft) geführt und inhaltlich ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Resilienz und Schulsituationen in der Schweiz sowie einen empirischen Teil, der die Ergebnisse aus den geführten Interviews detailliert darstellt und diskutiert.
Zu den prägenden Begriffen gehören Resilienz, Trauma, Coping-Strategien, Beziehungsarbeit, didaktische Methoden im interkulturellen Kontext sowie die Rolle des Lehrpersonals als stabile Bezugsperson.
Die Experten betonen, dass das Kind stark in das Familiensystem eingebunden ist. Eine Stärkung des Kindes gelingt oft nur dann, wenn auch die Eltern entlastet werden oder bei Traumatisierung professionelle Betreuung ausserhalb der Familie gefunden wird.
Die Befragten identifizieren mangelnde Sprachkenntnisse als das zentrale Hindernis für die soziale Integration. Ohne eine gemeinsame Sprache können Kinder kaum soziale Beziehungen aufbauen oder den Anforderungen des Unterrichts folgen, was den Start massiv erschwert.
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